Lucky 31 Wetten im Vergleich: Der wahre Preis von 31 Wetten
Stand: 30. Oktober 2026 — geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in der Fassung vom 2. Oktober 2026.

Fünf Tipps, ein Klick, und plötzlich steht auf dem Wettschein eine Summe, die mit dem geplanten Einsatz so viel zu tun hat wie ein Lottoschein mit einem Sparbuch. Die Lucky 31 ist keine Wette. Sie ist ein Bündel aus 31 Wetten, und der Spieler bezahlt jede einzelne davon. Wer das einmal verstanden hat, stellt andere Fragen: nicht mehr, welche Quote ein Anbieter auf ein Fußballspiel gibt, sondern ob er Systemwetten mit Einzelwetten überhaupt zulässt, was er auf einen Systemgewinn aufschlägt und was der Gesamteinsatz mit dem Monatslimit macht. Genau diese Kosten sind das Thema hier.
Eine Lucky 31 verteilt fünf Auswahlen auf Einzelwetten, Doppeln, Dreiern, Vierern und die eine Fünferkombination, also auf 31 selbstständige Wetten. Der Teileinsatz wird dabei mit 31 multipliziert. Ein Euro je Wette sind 31 € Einsatz; fünf Euro je Wette sind 155 €. Es gibt keine Variante, in der nur eine der 31 Wetten läuft und der Rest umsonst mitläuft. Entweder der Spieler zahlt alle 31, oder er spielt keine Lucky 31.
Wer nach dieser Wette sucht, sucht fast immer einen Rechner oder einen Anbieter mit einem Rechner. Beides ist nachvollziehbar, aber der Rechner beantwortet nur die halbe Frage. Er zeigt, welche Summe ein vollständig getroffener Schein ausschüttet. Er zeigt nicht, was die deutschen Regeln und die Regeln der Anbieter davon wieder abziehen. Deshalb steht am Anfang dieser Seite das Geld, das weg ist, bevor irgendetwas ausgezahlt wird — und danach die Frage, ob man die Wette bei einem lizenzierten Anbieter überhaupt in dieser Form platzieren kann.
Warum die Lucky 31 ein Rechtsproblem mit dem Gesetz nicht hat
Zuerst die gute Nachricht, weil sie den Rahmen für alles Weitere setzt: Das Format selbst ist erlaubt. Das GlüStV 2021 lässt Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse während des Ereignisses als Einzel- oder Kombinationswette zu (§ 21 Abs. 1). Eine Systemwette über fünf Auswahlen ist eine Zusammenstellung solcher Wetten. Der Gesetzgeber hat die Anzahl der Auswahlen nirgendwo gedeckelt und auch keinen Höchsteinsatz je Wettschein festgeschrieben. Eine verbindliche Obergrenze für einen einzelnen Sportwetten-Einsatz gibt es im deutschen Recht nicht.

Erlaubt heißt aber nicht, dass jeder Anbieter das Format führt. Erlaubt heißt zuerst, dass der Anbieter eine deutsche Erlaubnis braucht — und die Erlaubnis gilt für ein konkretes Angebot, nicht für einen Markennamen. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale). Sie erteilt unter dem GlüStV 2021, das seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist, die bundesweite Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV), sie beaufsichtigt und sie verhängt Bußgelder (§ 28a). Ihr Prüfwerkzeug für Kunden ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 — die einzige belastbare Prüfung, ob ein Anbieter für seine Domain eine Sportwetten-Erlaubnis hat. Wer dort nachschaut, sieht den Inhaber der Erlaubnis, nicht die Marke, die vorne auf dem Trikot steht.
Die Liste ist kein Massenphänomen. Im Stand vom 2. Oktober 2026 trägt sie 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, von denen zwei zusätzlich Pferdewetten anbieten, und drei Anbieter mit ausschließlich Pferdewetten. Das ist der gesamte legale Sportwettenmarkt in Deutschland. Alle gelisteten Domains enden auf .de. Eine .de-Endung allein beweist allerdings nichts, und ein Casino-Angebot beweist ebenso wenig: Wer eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele hat, hat damit nichts für Sportwetten gewonnen. Es sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln.
Der Steuerabzug, der jede Systemwette kleiner macht
Der Kostenpunkt, der bei einer 31-Wetten-Struktur stärker durchschlägt als bei einer Einzelwette: die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, und diese Grundlage ist der gezahlte Einsatz abzüglich der Steuer selbst (§§ 17, 18). Umgerechnet sind das etwa 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags. Wer hier „5,3 % vom Einsatz“ liest, liest eine bequeme Abkürzung, die den Sachverhalt nicht trifft (die Steuer beträgt 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer, also rund 5 % des eingezahlten Betrags).

Schuldner der Steuer ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler (§ 19). Ob und wie der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, ist seine eigene Entscheidung, und sie wird in seinen Bedingungen festgehalten. Zwei Beispiele aus dem deutschen Markt zeigen, wie verschieden das aussehen kann.
ODDSET erhebt laut seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland einen Quotenabschlag von 5 % auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette. Der Bruttogewinn ist Einsatz mal Quote. Nach Abzug dieser Gebühr ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn. Der Abschlag greift also nur im Gewinnfall und trifft den Betrag, nicht den Einsatz.
Sportingbet nennt in seinen Wettregeln die Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und behält bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns — also Einsatz mal Quote — vom Gewinn ein. Zwei Angaben in denselben Regeln, und aus Sicht des Spielers zählt am Ende die zweite: Was den Wettschein verlässt, ist bei Sportingbet der Gewinn, nicht der Einsatz.
Der Unterschied zwischen diesen Modellen ist der Kern der Kostenfrage. Wer eine Lucky 31 mit 31 € Einsatz spielt und die volle Auszahlung trifft, verliert 5 % oben auf dem Bruttogewinn. Bei einer Einzelwette ist derselbe Abschlag kleiner, weil der Bruttogewinn kleiner ist — die Regel skaliert nicht mit der Zahl der Wetten auf dem Schein, sie skaliert mit dem Gewinn. Das klingt harmlos, bis man versteht, dass die Lucky 31 genau dafür gebaut ist, den Gewinn hochzuziehen.
Die Steuer ist im Übrigen kein Beweis für irgendetwas. Sie fällt auch bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis an. Gezahlte Steuer sagt nichts über eine Erlaubnis.
Wo die Whitelist aufhört und der Ärger anfängt
Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, der Sportwetten an Menschen in Deutschland vermittelt, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung, und die GGL warnt Verbraucher ausdrücklich davor, an illegalen Angeboten teilzunehmen — in ihrer Warnung vom 17. September 2026 nannte sie namentlich Platincasino.
Was das mit einer Lucky 31 zu tun hat: nichts am Aufbau, alles an der Durchsetzung. Wer bei einem Anbieter ohne Erlaubnis eine Systemwette über fünf Auswahlen spielt, hat im Streitfall kein deutsches Sperrsystem hinter sich, keinen Weg in die Schlichtung und keinen Anspruch auf die deutschen Schutzregeln.
Die Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage liegt inzwischen beim Europäischen Gerichtshof. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht (Az. I ZR 90/23); der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt beim EuGH, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 (Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist eine Rechtsansicht, kein Urteil. Rückzahlungen sind niemandem versprochen.
Strafrechtlich steht das Veranstalten unerlaubten Glücksspiels nach § 284 StGB im Raum, bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, die Werbung dafür bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt. Weder Freibrief noch Drohkulisse — die nüchterne Lage ist: Der Einsatz ist weg, und niemand holt ihn zurück, wenn der Anbieter nicht zahlt.
Was der Gesamteinsatz mit dem Monatslimit macht
Eine Lucky 31 über fünf Auswahlen kostet ein Vielfaches dessen, was der Spieler auf den ersten Blick einzusetzen glaubt. Genau deshalb trifft sie auf eine Regel, die für jede Wette gilt und auf diesen Schein besonders hart: das Einzahlungslimit.
§ 6c Abs. 1 GlüStV setzt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat fest — über alle Anbieter hinweg zusammen, nicht je Anbieter. Durchgesetzt wird das über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit setzen, bis zu 10.000 €, und zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler. Das geht nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft reicht nicht. Ein gesenktes Limit gilt sofort, ein erhöhtes erst nach sieben Tagen.
Rechnen wir das an einem Schein durch. Fünf Auswahlen, ein Einsatz von 5 € je Wette, macht 155 € auf einem einzigen Wettschein. Bei einem Standardlimit von 1.000 € im Monat sind das sechs solcher Scheine — danach ist der Monat für diesen Spieler zu Ende, bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Wer statt 5 € je Wette 10 € anlegt, steht bei 310 € pro Schein und ist nach dem dritten Schein an der Grenze. Die Lucky 31 verwandelt ein Monatsbudget in wenige Klicks, und die Zahl der Klicks, die ein Limit überspringt, ist erstaunlich klein. Das Limit ist keine Bevormundung, es ist der Grund, warum diese Wette im Portemonnaie überhaupt auffällt.
Dazu kommt die Parallelspiel-Regel. § 6h GlüStV verbietet das gleichzeitige Spielen bei mehreren Anbietern; überwacht wird das in der Aktivitätsdatei. Für die Kostenfrage heißt das: Die 1.000 € sind keine Summe, die sich durch Aufteilen auf drei Buchmacher vergrößert. Sie ist eine Summe, die bleibt, wie sie ist.
Prüfen, Rechnen, Sperren: die Werkzeuge, die der Spieler selbst bedient
Vor jeder Teilnahme steht die Altersgrenze. Mitwirken darf nur, wer 18 Jahre alt ist (§ 4 Abs. 3). Ein Konto je Anbieter ist die Regel, und es muss vollständig verifiziert sein (§ 6a). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit 100 € Einzahlungslimit und ohne Auszahlungen. Wer 155 € auf einen Systemwettschein setzen will, während sein Konto nicht verifiziert ist, wird das nicht können — und ein Gewinn bleibt in dieser Phase liegen.
Das Sperrsystem heißt OASIS (§§ 8, 8a). Es ist bundesweit, wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt und erfasst Selbstsperren. Wer eine Sperre mit benanntem Zeitraum einträgt, ist mindestens drei Monate gesperrt, ohne Angabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3) löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus.
Ein Hinweis, der bei Offshore-Anbietern wichtiger ist als jede Quote: Diese Seiten hängen weder an OASIS noch an LUGAS. Der Schutzmechanismus, den ein Spieler dort erwartet, existiert nicht, und das Limit, das ihn im deutschen Markt begrenzt, ebenfalls nicht. Das ist der eigentliche Preis des unerlaubten Angebots — nicht die Strafe, sondern die fehlende Bremse.
Zur Auszahlung: Guthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird der Saldo innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7). Für einen Systemwettschein ist das relevant, weil der Gewinn erst nach der amtlichen Beendigung des Ereignisses ausgezahlt wird.
Wie aus fünf Tipps 31 Wetten werden
Jetzt lässt sich der Rechner aufmachen. Die Lucky 31 ist nach dem englischen Sprachgebrauch eine Full-Cover-Wette über fünf Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind: Jede Kombination der fünf Auswahlen wird gespielt, bis hinunter zur Einzelwette. Das ergibt Einzelwetten, alle Mehrfachkombinationen und die eine Fünferkombination. Wer die Struktur in einem deutschen Systemwettangebot sucht, findet sie unter der Bezeichnung „ALL“: Laut der Systemtabelle von ODDSET ergibt das System „ALL“ bei fünf gewählten Tipps genau 31 Wetten — Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen.
Die 31 zerlegen sich so: fünf Einzelwetten, zehn Doppeln, zehn Dreiern, fünf Vierern und eine Fünferkombination. Fünf plus zehn plus zehn plus fünf plus eins ist 31. Diese Aufteilung ist kein Detail für Mathematiker. Sie erklärt, warum die Wette in der Praxis weich fällt und hart kostet: Ein einziger Treffer bringt eine einzelne Einzelwette zurück, ein einziger Fehltipp löscht dagegen die Fünferkombination und jede Kombination, in der die verlorene Auswahl steckt.
Was ein Rechner ausgibt und was er verschweigt
Ein Lucky-31-Rechner nimmt die fünf Quoten und den Teileinsatz und liefert zwei Zahlen: den Gesamteinsatz und die mögliche Auszahlung. Der Gesamteinsatz ist immer der Teileinsatz mal 31, unabhängig von den Quoten. Die Auszahlung hängt von der Zahl der Treffer ab, denn die Lucky 31 zahlt gestaffelt aus — bei einem Treffer nur die eine Einzelwette, bei zwei Treffern die beiden Einzelwetten plus das Doppel, und so weiter bis zum Volltreffer, bei dem alle 31 Wetten gewonnen sind.
Was der Rechner nicht ausgibt: den Quotenabschlag oder den Steuerabzug des jeweiligen Anbieters, die Mindestanforderungen an eine Wette und die Frage, ob der Anbieter Systemwetten mit Einzelwetten überhaupt erlaubt. Diese Punkte stehen in den Bedingungen, nicht in der Rechnermaske, und sie entscheiden über den tatsächlichen Ertrag.
Was eine volle Lucky 31 zurückzahlt
Ein Beispiel, das keine Marktquote zitiert, sondern die Rechnung zeigt: fünf Auswahlen zu den Quoten 1,50, 1,50, 2,00, 2,00 und 2,50, ein Einsatz von 1 € je Wette.
Der Gesamteinsatz liegt bei 31 €, weil 31 Wetten zu je 1 € gespielt werden. Die Auszahlung bei einem Volltreffer ist die Summe aller 31 Einzelauszahlungen. Bei 1 € Einsatz zahlt jede Einzelwette ihre Quote zurück, jede Doppelwette das Produkt ihrer beiden Quoten, jede Dreierwette das Produkt ihrer drei, jede Viererwette das Produkt ihrer vier, die Fünferkombination das Produkt aller fünf. Ein Spieler, der nur die Einzelwetten zu 1,50 und 2,00 mit einer Einzelwette abdeckt, bekommt für 1 € Einsatz 1,50 € oder 2,00 € zurück — bei der Lucky 31 bekommt er für dieselben fünf Tipps 31 Buchungen, und die Kombinationen ziehen den Rückfluss nach oben.
Über die fünf gewählten Quoten von 1,50 bis 2,50 ergibt die volle Ausbeute aller 31 Wetten eine Rückzahlung im Bereich des Acht- bis Neunfachen des Gesamteinsatzes, also grob 250 € bis 290 € für die 31 € Einsatz. Der Faktor hängt daran, wie die Quoten über die fünf Auswahlen verteilt sind: Stecken die höheren Quoten in den Kombinationen, hebt das den Rückfluss; liegen sie auf den Einzelwetten, fällt er niedriger aus. Das ist eine Rechnung auf einem selbst gewählten Beispiel, keine zugesagte Auszahlung und kein Hinweis darauf, wie oft fünf Tipps aufgehen. Sie sagt nur, was ein vollständig getroffener Schein bei diesem Einsatz zurückgibt.
Ein Blick auf die Staffelung zeigt, wie ungleich das Bündel arbeitet. Vier Treffer und ein Fehltipp lassen die Einzelwetten und alle Kombinationen laufen, in denen der Fehltipp nicht steckt — bei fünf Auswahlen sind das 15 der 31 Wetten, weil nur Kombinationen aus den vier Treffern zählen. Zwei Treffer lassen die beiden Einzelwetten und das eine Doppel laufen, also drei Wetten. Ein Treffer lässt eine Wette laufen. Der Sprung zwischen einem und vier Treffern ist der teuerste Teil der Wette: Der Einsatz bleibt konstant bei 31 €, der Rückfluss fällt um mehr als die Hälfte.
Ein Systemwettrechner, der diese Staffelung zeigt, ist brauchbar. Einer, der nur das Maximum ausweist, ist ein Werbebild mit Tasten.
Der Vergleich: Zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis
Die folgenden zehn Marken sind die Inhaber einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis, die diese Seite im Einzelnen bespricht. Es ist keine Rangfolge und keine Empfehlung. Alle Angaben stammen aus den eigenen Bedingungen der Anbieter, jeweils in der Fassung, in der sie hier geprüft wurden.
| Anbieter | Whitelist-Status und Inhaberin der Erlaubnis | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| MERKUR BETS | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain, Inhaberin Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| Wettarena | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain, Inhaberin I.B.C. Sportsbetting Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| bwin | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain, Inhaberin bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| AdmiralBet | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain, Inhaberin Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022, 29.07.2024 |
| LeoVegas | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain, Inhaberin LVSports Limited | 21.10.2024 |
| Sportingbet | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain, Inhaberin Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| Tipico | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain, Inhaberin Tipico Co. Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| Betway | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain, Inhaberin Betway Limited | 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| ODDSET | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain, Inhaberin Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| bet365 | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain, Inhaberin Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
Die Spalte mit dem Erlaubnisdatum liest sich unspektakulärer, als sie ist. Eine Erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1). Die Whitelist nennt nur das Erteilungsdatum und nie ein Enddatum — wer dort ein Ablaufdatum sucht, sucht vergeblich. Die ältesten Einträge reichen in den Oktober und November 2020 zurück, die jüngsten in den Oktober 2024 und November 2023. Marken, die später dazukamen, sind nicht schlechter. Sie haben schlicht weniger Zeit in einer Grauzone verbracht, und MERKUR BETS als jüngster Sportwetten-Eintrag der Liste ist der Beleg dafür, dass der deutsche Markt weiter Zuwachs bekommt.
Der zweite Blick gilt dem Inhaber. Wer unter dem Markennamen etwas anderes erwartet, liest die Zeile zweimal: Hinter MERKUR BETS steht eine maltesische Gesellschaft, hinter AdmiralBet eine aus der Greentube-Gruppe, hinter LeoVegas die LVSports Limited. Malta ist hier kein Makel und kein Hinweis auf Offshore. Die Whitelist prüft die Domain, und eine maltesische Betreibergesellschaft mit deutscher Erlaubnis ist der Normalfall des legalen Markts.
Was die Tabelle nicht beantwortet: ob ein Anbieter Systemwetten in der Form der Lucky 31 führt, ob sein Rechner die Staffelung zeigt und welchen Aufschlag er auf einen Gewinn nimmt. Das steht in den Bedingungen, nicht in der Liste. Die folgenden Abschnitte nehmen genau das auf.
MERKUR BETS: Der Neuling mit dem Kombi-Anreiz
MERKUR BETS ist seit dem 6. November 2023 mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist, Inhaberin ist die Merkur Bets Malta Limited. Kein anderer Anbieter in diesem Vergleich hat einen so jungen Eintrag.
Der MERKUR BETS CLUB schüttet für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus. Die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025.
Für einen Lucky-31-Spieler ist das ein merkwürdiges Angebot. Die Hürde — drei Auswahlen, Quote 4,00, 25 € Wochenumsatz — wird von einer einzigen Doppelwette oder einem kleinen Kombischein bequem übersprungen; eine Systemwette braucht es dafür überhaupt nicht. Die 5 € Freebet sind gegen den Gesamteinsatz einer Lucky 31 gerechnet ein kleiner Betrag, und sie werden nach dem Aktionszeitraum ohnehin nicht mehr ausgezahlt. Wer die Wette wegen dieses Anreizes spielt, spielt sie aus dem falschen Grund.
Wettarena: Zwei Deckel über einem Wettschein
Die Erlaubnis von Wettarena für Sportwetten datiert vom 9. Oktober 2020, ergänzt durch eine Folgeerlaubnis vom 15.12.2022; Inhaberin ist die I.B.C. Sportsbetting Limited.
Der Höchstgewinn kann laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen bis zu 250.000 € pro Wettschein und pro Woche betragen. Ohne Kundenkonto können Gewinne über 1.999,99 € nicht ausgezahlt werden.
Zwei Deckel, und der zweite ist der schärfere. Eine Lucky 31 ist genau die Wette, die einen Schein nach oben treibt, und sie trifft zuerst den Kontofilter: Wer ohne registriertes Konto spielt, sieht bei einem fünfstelligen Systemgewinn nur 1.999,99 €. Der Anbieter hat damit eine Obergrenze eingebaut, die den Vorzug der Systemwette — die Kombinationen — für anonyme Spieler faktisch aushebelt. Das ist keine Auszahlungsbremse für angemeldete Kunden; für sie bleibt der Wochendeckel die relevante Zahl.
bwin: Eine App mit vielen Werkzeugen und ohne Systemversprechen
bwin verfügt über eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, die am 23.12.2022 um eine Folgeerlaubnis ergänzt wurde; Inhaberin der Whitelist-Eintragung ist die bwin (Deutschland) Limited.
Die „bwin – Sportwetten App“ wird im Apple App Store von der bwin.party entertainment Limited angeboten. Die Entwicklerbeschreibung nennt Cashout in manueller und automatischer Form, Live-Streams, Live-Statistiken, Kombi-Boost und Quoten-Boost.
Das ist ein reich bestücktes Angebot, und für einen Lucky-31-Spieler ist die interessante Zeile der Kombi-Boost. Ein Boost auf Kombiwetten wirkt aber nur auf die Kombinationsanteile eines Scheins; die Einzelwetten der Lucky 31 liegen daneben und werden von einem Kombi-Boost nicht berührt. Ob die Systemwette bei bwin überhaupt in dieser Struktur spielbar ist, entscheidet das Wettprogramm, nicht die App-Beschreibung.
AdmiralBet: Fünf Jahre Markt, und der Automatenableger daneben
AdmiralBet ist mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 auf der Whitelist, mit Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Betreiberin ist die Greentube Betting Malta Limited. Damit ist AdmiralBet der einzige Anbieter in diesem Vergleich, dessen Whitelist-Eintrag drei Erlaubnisdaten trägt.
Für virtuelle Automatenspiele besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022 — ein separates Angebot mit eigenen Regeln. Das ist die Zeile, an der sich Leser verirren: Ein Automatenlimit ist kein Wettlimit. Wer die Automaten-Erlaubnis sieht und daraus Rückschlüsse auf das Sportwettenangebot zieht, zieht die falschen.
LeoVegas: Spät dazugekommen, und das ist keine Schwäche
LeoVegas hat die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21.10.2024, Inhaberin ist die LVSports Limited. Für virtuelle Automatenspiele besteht eine Erlaubnis seit dem 27.02.2023.
Der Eintrag ist der jüngste Sportwetten-Eintrag in der ersten Fünfergruppe dieses Vergleichs. In einer Liste mit Einträgen aus 2020 sieht das nach dem Nachzügler aus, und genau diese Lesart ist falsch: Ein Erlaubnisdatum von 2024 heißt, dass der Anbieter diese Zeit nicht im unerlaubten deutschen Angebot verbracht hat. Die Whitelist führt kein Ablaufdatum, und das Datum der Ersterteilung sagt über die Qualität des Wettprogramms nichts.
Sportingbet: Zwei Grenzen und ein Systemloch
Sportingbet ist seit dem 9. Oktober 2020 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, mit einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022; Inhaberin ist die Sportingbet (Deutschland) Limited.
Nach den Nutzungsbedingungen beträgt der Höchstgewinn pro Sportwette 100.000 €. Innerhalb von sieben Tagen gilt eine Obergrenze von 250.000 € Nettogewinn ohne Einsätze, darüber hinaus besteht keine Auszahlungspflicht. Eine Obergrenze pro Wette, nicht pro Wettschein — der Unterschied ist bei einer Lucky 31 entscheidend, weil dort 31 Einzelwettträge auf einem Schein liegen. Ob die 100.000 € je Wette oder je Schein gelten, entscheidet darüber, ob die Grenze bei einem Systemgewinn überhaupt greift.
Der Punkt, der bei Sportingbet die größte Rolle spielt, ist aber ein anderer. Cash Out ist nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei Wetten, die als FreeBet abgeschlossen wurden. Der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach der Wettauswertung gutgeschrieben.
Das ist bei einer Lucky 31 der Verlust des wichtigsten Ausstiegs. Ein Schein, in dem vier von fünf Auswahlen laufen und die fünfte kippt, kann nicht vorzeitig geschlossen werden. Dasselbe gilt, wenn eine Freebet im Spiel ist — und wer die Lucky 31 mit einer Gratiswette finanziert, tappt in genau diese Falle. Die Cash-Out-Sperre für Systemwetten wird in vielen Vergleichen unterschlagen, weil sie in der Kategorie „Cash Out“ nicht auffällt.
Tipico: Der Anbieter mit der Rechtsgeschichte
Tipico hält die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, mit einer weiteren Erlaubnis vom 09.12.2022. Inhaberin ist die Tipico Co. Limited mit Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta; das Unternehmen wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet.
Die Whitelist-Zeile ist bei Tipico nicht die einzige, die einen Spieler interessieren sollte. In dem beim Bundesgerichtshof anhängigen Verfahren geht es um Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018, und der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € zurück. Wer heute bei Tipico spielt, spielt bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis für die gelistete Domain; die Altfälle betreffen einen Zeitraum vor dem heutigen Erlaubnisrahmen. Das ist der Unterschied, den ein Spieler im Kopf behalten sollte, wenn er über Rückforderungen liest.
Betway: Cash-Out in Teilbeträgen, Konfigurator für Kombis
Betway steht seit dem 9. März 2021 mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist, mit Folgeerlaubnis vom 23.12.2022; Inhaberin ist die Betway Limited.
Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“. Der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Dazu kommt ein Wettkonfigurator für Fußballspiele, wobei der Konfigurator+ Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert.
Der Cash-Out ist für die Lucky 31 ein zweischneidiges Werkzeug, und Betway macht es nicht schärfer: Die Teilauszahlung ist bei Systemwetten in vielen Programmen nicht vorgesehen, und der Konfigurator ist ein Kombi-Bauer — ein Werkzeug für Mehrfachwetten, nicht für Vollabdeckungen über fünf Auswahlen. Wer die Lucky 31 dort zusammensetzen will, muss mit dem Systemwettformular arbeiten.
ODDSET: Die Systemtabelle als Hausnummer
ODDSET hat seine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 18.11.2020, mit Folgeerlaubnis vom 15.12.2022; Inhaberin der Whitelist-Eintragung ist die Oddset Sportwetten GmbH.
Bei ODDSET ist das Thema Systemwette fast ein Heimspiel: Die Systemtabelle des Anbieters nennt das System „ALL“ mit 31 Wetten bei fünf gewählten Tipps — Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen. Wer dort einen Systemwettschein ausfüllt, arbeitet mit einem Formular, das die Struktur kennt.
Auf der Auszahlungsseite steht dagegen der hauseigene Abschlag. Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhebt ODDSET bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % („Quotenabschlag“) auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette; nach Abzug der Gebühr ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn. Bei einer Lucky 31 mit 31 Buchungen ist das der eine Punkt, den ein Spieler vor dem Ausfüllen des Scheins einrechnen sollte — die Systemtabelle zeigt die Struktur, die Bedingungen zeigen den Abzug.
bet365: Boost auf Kombis, Ausschluss bei Systemwetten
bet365 hält die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Auf der Whitelist steht als Inhaberin die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta.
Bei bet365 gibt es einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt.
Ein Boost, der an Kombiwetten hängt, ist für die Lucky 31 nur teilweise erreichbar. Die Kombinationsanteile des Scheins sind Kombiwetten — die Einzelwetten des Bündels nicht. Ob der Boost auf Systemwetten angewendet wird, ist eine Frage des jeweiligen Bedingungstextes und nicht der Werbeseite. Und eine Bedingung, die sich bei anderen Anbietern wiederholt, trifft auch hier: Cash-Out-Angebote sind üblicherweise auf Einzel- und Kombiwetten beschränkt.
Was die Wette unter dem Strich kostet
Der Vergleich lässt sich auf wenige Sätze bringen, ohne eine der zehn Marken zu verraten.
Die Erlaubnis ist die Grundlage, nicht die Empfehlung. Alle zehn Anbieter haben eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis für die Domain, die in der Whitelist steht, und alle zehn sind damit im legalen Rahmen — mit den deutschen Schutzmechanismen, dem Monatslimit und der Steuer. Die Unterschiede liegen im Detail, und das Detail, das eine Lucky 31 am härtesten trifft, ist nicht die Quote. Es sind der Abschlag auf den Gewinn, die Cash-Out-Sperre für Systemwetten und die Art, wie ein Anbieter das Formular überhaupt aufbaut.
Auf die Systemwette selbst geht von den zehn nur einer ausdrücklich ein: ODDSET nennt das System „ALL“ mit 31 Wetten bei fünf Tipps in seiner eigenen Systemtabelle. Bei den übrigen neun entscheidet das Wettprogramm, ob die Struktur als Vollabdeckung aus fünf Auswahlen spielbar ist. Ein Spieler, der das vorher wissen will, füllt den Wettschein aus und schaut auf den Gesamteinsatz. Steht dort das 31-Fache des Teileinsatzes, ist die Wette platziert und die Struktur vorhanden. Steht dort der einfache Betrag, hat sich eine Einzelwette eingeschlichen.
Der Anbieter, der den Abschlag am sichtbarsten nennt, ist ODDSET — mit einem 5-%-Quotenabschlag auf den Bruttogewinn in seinen Bedingungen. Der Anbieter mit der größten Ausstiegssperre ist Sportingbet, weil Systemwetten vom Cash Out ausgeschlossen sind und die Höchstgewinnregel pro Wette gilt. Der Anbieter mit dem strengsten unteren Auszahlungsfilter ist Wettarena, weil ohne Kundenkonto bei 1.999,99 € Schluss ist. Und wer einen Full-Cover-Schein ohne Cash-Out-Falle und ohne dokumentierten Abschlag auf dem Gewinn sucht, findet ihn nicht bei allen Konkurrenten — er findet ihn in den Bedingungen, die er vorher lesen muss. Bei MERKUR BETS, Tipico, Betway und bwin steht der Abschlag nicht in den hier geprüften Angaben; bei Sportingbet steht er, und bei ODDSET steht er.
Das ist die eigentliche Kostenaufstellung dieser Wette. Ein Lucky-31-Schein zahlt bei vollem Treffer eine Summe in der Größenordnung des Acht- bis Neunfachen des Gesamteinsatzes. Von einem Gewinn dieser Größe verschwinden bei zwei der zehn Anbieter 5 %. Bei einem dritten Anbieter liegt der Ausstieg hinter einer Kontoschwelle von 1.999,99 €, wenn kein Konto existiert. Und bei einem vierten ist der Ausstieg vor der Auswertung gesperrt, sobald die Wette als Systemwette läuft.
Nimmt man den Steuersatz statt des Gewinns, sieht die Rechnung für die Struktur noch schlechter aus. Die 5,03 % des eingezahlten Betrags, wie sie die Steuer nach §§ 17, 18 RennwLottG ergibt, sind unabhängig von der Zahl der auf einem Schein liegenden Wetten — sie treffen die Bemessungsgrundlage, nicht die Wette. Ob der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, ist eine Vertragsfrage. Wer wissen will, was ihn tatsächlich trifft, liest die Wettregeln und sucht nach zwei Sätzen: den Prozentsatz auf den Einsatz und den Prozentsatz auf den Bruttogewinn. Meist steht nur einer von beiden drin, und dann ist die Frage, an welcher Stelle er greift.
Für wen die Wette überhaupt passt
Die Lucky 31 ist kein Instrument für einen Spieler, der das Monatslimit vorsichtig ausreizen will. Sie ist ein Instrument für jemanden, der fünf Spiele wirklich für sicher genug hält, um sieben Kombinationen daraus zu bauen — und der akzeptiert, dass vier von fünf Treffern nur etwa die Hälfte der 31 Wetten berühren.
Konkret gesprochen: Wer mit 20 € im Monat spielt, für den sind 31 Buchungen pro Schein der halbe Monat. Das Budget reicht gerade für einen einzigen Schein. Wer mit 50 € im Monat arbeitet, kann einen Schein mit 1 € Teileinsatz und einen zweiten mit 0,50 € bauen und liegt bei knapp 47 €. Wer 100 € oder mehr einsetzt, stößt mit zwei oder drei Scheinen an das 1.000-€-Standardlimit, wenn er den Monat über mehrere Formate spielt.
Für einen Systemspieler mit kleinem Budget hat das eine unbequeme Konsequenz: Die Wette ist nicht skalierbar. Ein einzelner Fehltipp reduziert den Rückfluss auf weniger als die Hälfte, das Monatslimit lässt nur wenige Korrekturversuche zu, und der Steuerabschlag des Anbieters frisst von dem, was übrig bleibt. Die Einzelwette mit höherem Einsatz leistet dasselbe Ziel — konkret auf ein Spiel setzen — mit einem Bruchteil der Buchungen und ohne die Cash-Out-Sperre der Systemwetten.
Wer das Format trotzdem spielen will, sollte die Auswahlen nach Sicherheit sortieren und nicht nach Quote. Die Kombinationen gewinnen, wenn die unteren Quoten halten, nicht wenn die höchsten treffen.
Wo die Whitelist noch die Antwort ist
Bei allen zehn Anbietern oben lässt sich die Erlaubnis in einem Schritt prüfen: Domain in die Whitelist eingeben, Inhaberin der Erlaubnis und Datum vergleichen, fertig. Wer das bei einem Anbieter tut, der auf dieser Seite nicht steht, prüft damit nicht mehr nur die Erlaubnis — er prüft, ob es den Anbieter im legalen Markt überhaupt gibt.
Die Whitelist ist auch die Antwort auf die häufigste Verwechslung. Eine Marke und ihr Betreiber sind nicht dasselbe. Wer bei einer Suchmaschine den Markennamen „Wettarena“ eingibt, landet schnell auf Erklärseiten, die den Betreiber nicht nennen. Die Liste nennt ihn: I.B.C. Sportsbetting Limited. Genau diese Zeile entscheidet, ob die Erlaubnis zur Domain passt, und keine noch so vollständige Bonus-Übersicht ersetzt sie.
Und die Whitelist ist die Antwort auf jede Warnung. Die GGL hat in ihrer Warnung vom 17. September 2026 ausdrücklich vor „illegalen Angeboten wie etwa Platincasino“ gewarnt. Eine Marke auf dieser Warnung und eine Marke auf der Whitelist sind nicht zwei Sorten desselben Angebots. Sie sind die zwei Seiten einer Grenze, und der Sportwettenmarkt in Deutschland verläuft genau dort.
Häufige Fragen zur Lucky 31
Was ist eine Lucky-31-Wette, und woraus besteht sie?
Die Lucky 31 ist eine Full-Cover-Wette über fünf Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind. Sie bündelt fünf Einzelwetten, zehn Doppeln, zehn Dreiern, fünf Vierer und eine Fünferkombination — insgesamt 31 Wetten. Der Einsatz pro Wette wird mit 31 multipliziert, und die Auszahlung hängt davon ab, wie viele der fünf Auswahlen treffen.
Wie viele Wetten ergibt das System „ALL“ bei fünf gewählten Tipps?
Laut der Systemtabelle von ODDSET ergibt das System „ALL“ bei fünf gewählten Tipps 31 Wetten — Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen. Fünf plus zehn plus zehn plus fünf plus eins ergibt 31, sodass die Vollabdeckung und das System „ALL“ dieselbe Struktur beschreiben, nur unter einem deutschen Systemnamen.
Wie unterscheidet sich die Lucky 31 von der Lucky 15?
Die Lucky 15 deckt vier Auswahlen ab: vier Einzelwetten, sechs Doppeln, vier Dreier und eine Viererkombination, also 15 Wetten. Die Struktur ist identisch, nur um eine Auswahl kürzer. Der Gesamteinsatz ist bei der Lucky 15 geringer, und der Rückfluss bei einem Fehltipp fällt weniger brutal aus, weil ein Fehler weniger Kombinationen löscht.
Wie berechnet ein Lucky-31-Rechner den Gesamteinsatz und die Auszahlung?
Der Rechner multipliziert den gewählten Teileinsatz mit 31 und erhält so den Gesamteinsatz. Für die Auszahlung summiert er die Auszahlungen aller Wetten, die bei der erreichten Trefferzahl gewonnen sind — also die Einzelwetten der Treffer, die Doppeln, Dreier und Vierer aus treffenden Auswahlen und bei einem Volltreffer zusätzlich die Fünferkombination.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Gewinne aus Systemwetten aus?
Die Steuer bemisst sich nach §§ 17, 18 RennwLottG mit 5,3 % der Grundlage „gezahlter Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter (§ 19). Ob der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, steht in seinen Bedingungen — ODDSET etwa erhebt einen Quotenabschlag von 5 % auf den Bruttogewinn.
Wie lässt sich prüfen, ob ein Anbieter für Lucky-31-Wetten eine deutsche Erlaubnis auf der Whitelist hat?
Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige belastbare Prüfung. Wer dort die Domain des Anbieters eingibt, sieht den Inhaber der Erlaubnis und das Erteilungsdatum. Im Stand vom 2. Oktober 2026 trägt die Liste 30 Einträge, 27 davon mit Sportwetten-Erlaubnis.
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Inhalt erstellt vom Team «Freiwette»
