10 € Freebet ohne Einzahlung bei lizenzierten Sportwetten: die Rechnung hinter dem Werbeversprechen
Wer nach einer Gratiswette ohne eigene Einzahlung sucht, landet fast immer dort, wo keine deutsche Erlaubnis steht. Das ist keine Vermutung. Zwei Regeln greifen ineinander, und beide kosten den Anbieter mehr, als er einnehmen will.

§ 6b Abs. 4 GlüStV verlangt für Ein- und Auszahlungen ein Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Und die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL, prüft jede Erlaubnis über eine amtliche Liste, die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV.
Wer eine Gratiswette ohne Einzahlung und ohne Verifizierung auslobt, kann beides nicht einhalten. Er zahlt nichts aus, ohne zu wissen, wer da spielt.
Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale) abgeglichen.
Der Suchbegriff verrät das Problem bereits selbst. „Ohne Einzahlung“ ist im lizenzierten deutschen Markt eine Ausnahme, nicht die Regel. Wer sie sucht, findet meist Seiten, die in Deutschland gar nicht tätig sein dürfen.
Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und dabei unter anderem Platincasino genannt. Die Warnung richtet sich an Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie ist keine Marketingzeile, sondern eine behördliche Aussage.
Was heißt das für die Entscheidung? Die Frage nach einer kostenlosen Gratiswette ist keine Frage nach dem besseren Angebot, sondern nach dem Rechtsrahmen. Und der beantwortet sie ziemlich deutlich.
Was die Zahlungs- und Rechtslage vorschreibt: warum „ohne Einzahlung“ selten bleibt
Die häufigste Antwort auf die Frage nach einem Freebet ohne Einzahlung ist ein Angebot, das in Deutschland niemand anbieten dürfte. Ein Anbieter ohne Erlaubnis nach § 4 Abs. 1 GlüStV begeht unerlaubtes Glücksspiel. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung, egal wie hochauflösend sie auf der Startseite abgebildet ist.

Warum das den Gratiswetten-Markt so stark prägt, liegt an der Mechanik. Ein lizenzierter Anbieter darf vor der Verifizierung höchstens 72 Stunden lang eine Teilnahme erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen in dieser Zeit. Wer verifiziert ist, hat ein Konto auf eigenen Namen, ein Zahlungsmittel auf eigenen Namen und einen Datensatz in der Aktivitätsdatei. Jeder dieser Schritte kostet den Anbieter Geld, und keiner davon lässt sich mit einer Wette in Höhe von 10 € refinanzieren.
Ein Gratisangebot ohne Einzahlung ist deshalb im lizenzierten Markt kein Standardinstrument, sondern eine Aktion mit klarem Zweck: Sie soll einen verifizierten Neukunden gewinnen. Aktionen haben Enden.
Die Whitelist als einziger Prüfstein
Die Whitelist der GGL ist der einzige belastbare Nachweis einer deutschen Erlaubnis. Sie ist keine Empfehlung und keine Rangliste, sondern ein Verzeichnis von Betreibern mit Erlaubnis. Der Stand vom 2. Oktober 2026 enthält 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten.

Dreißig Einträge für einen der größten Wettmärkte Europas. Das sagt mehr über die Marktkonzentration als jede Werbebroschüre.
Ein Punkt wird regelmäßig übersehen: Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist nichts. Der Blick muss auf die Whitelist, nicht auf die Adresszeile. Und nur die unter der Sportwetten-Erlaubnis geführte Domain nimmt Sportwetten an. Slots, Poker oder Casinospiele eines Inhabers sind eigene Erlaubnisse mit eigenen Regeln. Ein Casino-Permit sagt nichts über das Sportwettenangebot.
Die Whitelist führt nur das Datum der Erteilung, niemals ein Enddatum. Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre. Wer auf einer Seite ein Ablaufdatum liest, liest es nicht aus der Whitelist.
Wie die Whitelist-Prüfung in der Praxis läuft: Sportwetten-Erlaubnis nach Anbieter
Die folgende Übersicht ordnet die Sportwetten-Erlaubnis der zehn Anbieter dieses Vergleichs ein. Die mittlere Spalte nennt den Inhaber, den die Liste führt; die rechte das Datum der ersten Erteilung sowie Folgeerlaubnisse.
| Anbieter | GGL-Whitelist und Inhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Betano | gelistet, Inhaber Betkick Sportsbetting Limited, San Giljan (Malta) | erste Erlaubnis 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| Sportingbet | gelistet, Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited | erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| Wettarena | gelistet, Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema (Malta) | erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| Winamax | gelistet, Inhaber WINAMAX (Société anonyme) | erste Erlaubnis 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022 |
| NEO.bet | gelistet, Inhaber Greenvest Betting Limited | erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| AdmiralBet | gelistet, Inhaber Greentube Betting Malta Limited | erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024 |
| Interwetten | gelistet, Inhaber Interwetten Gaming Limited | erste Erlaubnis 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
| bet-at-home | gelistet, Inhaber Bet-at-home.com Internet Limited | erste Erlaubnis 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| Tipico | gelistet, Inhaber Tipico Co. Limited | erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| MERKUR BETS | gelistet, Inhaber Merkur Bets Malta Limited | erste Erlaubnis 06.11.2023 |
Auffällig ist die Ballung am 09.10.2020. Fünf der zehn Marken erhielten ihre erste Erlaubnis an genau diesem Tag, vier weitere innerhalb der folgenden sechs Wochen, und Winamax kam erst im Sommer 2021 dazu. Das sind keine zehn individuellen Wege in den Markt, sondern ein Marktstart.
Der Unterschied zwischen den Anbietern liegt nicht im Ob, sondern im Wann und in der Zahl der Folgeerlaubnisse. MERKUR BETS ist mit dem 06.11.2023 der jüngste Eintrag dieser Auswahl. AdmiralBet führt zwei Folgeerlaubnisse im Sportbereich, alle anderen eine. Das ist Verwaltungspraxis und kein Hinweis auf eine Beanstandung.
Wer die Liste selbst prüfen will, findet sie auf der Seite der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Der Abgleich dauert wenige Minuten und beantwortet die entscheidende Frage, bevor Geld fließt. Wer den Betreibernamen einer Marke nicht mit dem Eintrag auf der Liste zusammenbringt, hat den ersten Grund, die Finger still zu halten.
Der Unterschied zwischen Freebet und Bonusgeld: warum der Einsatz nicht mitkommt
Eine Freebet, auch Gratiswette oder Freiwette genannt, ist Wettguthaben für einen Wettschein. Sie ist kein Guthaben, das ausgezahlt wird. Die Wette läuft damit, der Einsatz stammt nicht vom Spielenden.
Bonusgeld ist dagegen ein Betrag, der dem Konto gutgeschrieben wird und dessen Auszahlung an Bedingungen geknüpft ist. Umsatzbedingungen, Mindestquoten und Fristen entscheiden, ob daraus überhaupt auszahlbares Geld wird. Beide Konstruktionen haben denselben Zweck und einen völlig anderen Wirkmechanismus.
Der Unterschied zeigt sich beim Gewinn. Gewinnt eine mit Freebet platzierte Wette, wird der Gewinn ausgezahlt, der Einsatz der Freebet nicht. Der Einsatz war nie Teil einer Einzahlung und kann deshalb nicht zurückfließen. Bei MERKUR BETS steht das ausdrücklich in den Bedingungen: Bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt.
Der Mechanismus erklärt, warum eine 10-€-Freebet nicht 10 € wert ist. Sie ist einen Bruchteil davon wert, abhängig von der Quote und von der Marge des Marktes.
Bet365 bewirbt auf seiner Plattform für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“. Die Wett-Credits werden nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben. Und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Der Anbieter sagt das selbst, in seinen eigenen Bedingungen. Man muss es nur lesen.
Wer 10 € als Startkapital liest, liest falsch. Es sind 10 €, deren Einsatz verfällt, wenn die Wette gewinnt.
Umsatzbedingungen, Mindestquote und die Wirkung auf den Gewinn
Umsatzbedingungen legen fest, wie oft ein Betrag umgesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist. Mindestquoten legen fest, wie hoch die Quote jeder Wette sein muss, damit sie auf den Umsatz zählt.
Beides sind keine Nebensächlichkeiten. Sie entscheiden, ob aus einem scheinbaren Geschenk ein realer Wert wird oder eine Verpflichtung, die mehr Einsatz bindet als die Freebet einbringt.
Bei bpremium können Bonusgewinne aus Sportwetten laut Nutzungsbedingungen erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 ausgezahlt werden. Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Wer 20 € Bonus und 20 € Einzahlung einzahlt, muss 200 € umsetzen, bevor die erste Auszahlung möglich ist.
Winamax verfolgt den freundlicheren Weg. Beim Willkommensangebot werden Cashout-Wetten und stornierte Wetten nicht zur Umsetzung der Einzahlung gerechnet, weitere zeitliche Bedingungen bestehen laut Winamax nicht. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto.
Die Formulierung „einmal pro Haushalt“ ist präzise und unangenehm. Sie schließt mehrere Konten an einer Adresse aus. Wer mit Partner oder Mitbewohner unter demselben Klingelschild wohnt, stößt hier an eine Grenze, die keine Werbeseite erwähnt.
Tipwin verlangt mehr. Der Sportwetten-Willkommensbonus beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €, und Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden. Je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80 zählen. Ein sicher gefühlter 1,60-Tipp steht damit nicht im Umsatz, egal wie erfolgreich er war.
Bei Tipwin kommt eine Kontosperre hinzu, die schwerer wiegt als jede Quote: Auszahlungen sind erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt. Für die Auszahlung müssen alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein.
Und der Bonus wird nicht jedem ausgezahlt. Beim Tipwin-Willkommensbonus erhalten nur verifizierte Konten den Bonus; wird vor der Verifizierung eingezahlt, kann er erst mit der nächsten Einzahlung beansprucht werden. Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz, der Bonus gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse.
Wer sich vor der Verifizierung beeilt, verliert also nicht den Bonus, aber die erste Einzahlung bringt ihn nicht. Das ist kein Kleingedrucktes, das ist eine Reihenfolge, die man kennen muss.
Was eine Freebet über 10 € tatsächlich wert ist: eine Beispielrechnung mit Bedingungen
Die folgenden Zahlen sind eine Modellrechnung, kein Angebot eines Anbieters. Sie zeigt, was eine Freebet über 10 € unter normalen Marktbedingungen wert ist.
Betrachtet wird ein zweiseitiger Markt mit je 1,90 für beide Ausgänge. Der Quotenschlüssel dieses Marktes ist der Anteil, den er an Einsätzen zurückgibt: 1 geteilt durch (1 geteilt durch 1,90 plus 1 geteilt durch 1,90). Das ergibt rund 0,95, also 95 %. Die Marge des Anbieters ist der Rest, etwa 5 %.
Angenommen, nur der Freebet-Betrag in Höhe von 10 € wird platziert und der Einsatz wird bei Gewinn nicht ausgezahlt. Dann ergibt sich der durchschnittliche Wert der Freebet aus 10 € mal (1,90 minus 1) geteilt durch 1,90 mal 0,95. Das führt auf rund 4,50 €.
Unter diesen Annahmen werden aus 10 € nominellem Freebet-Wert also etwa 4,50 € erwarteter Wert. Der Grund für die Lücke ist doppelt: Der Einsatz verfällt im Gewinnfall, und die Marge des Marktes zieht einen weiteren Teil ab.
Das ist ein Schätzwert über viele Wetten hinweg, kein Ergebnis eines einzelnen Wettscheins. Der tatsächliche Ausgang schwankt, und die 4,50 € sagen nichts darüber, ob eine konkrete Wette gewinnt. Sie sagen nur, was das Angebot im Durchschnitt hergibt.
Der Wert verschiebt sich mit jeder Bedingung. Steigt die Quote auf 2,20, wächst der erwartete Wert, weil der Gewinn im Verhältnis zum verfallenden Einsatz größer wird. Kommen Umsatzbedingungen hinzu, sinkt er, weil zusätzlicher Umsatz zusätzliche Marge kostet. Bei einer reinen Freebet auf einen Einzelmarkt gilt die Rechnung so, wie sie oben steht.
Der Satz, der daraus folgt, lautet nicht, Freebets seien schlecht. Er lautet: Der Wert einer Freebet liegt immer unter ihrem Nominalwert, solange ihr Einsatz verfällt.
Risiko-Freebet und Wett-Credits: was die Werbung verspricht und was zurückkommt
„Risikofrei“ ist das meistbenutzte Wort dieses Marktes. Es meint meist eine Wette, die bei Verlust ganz oder teilweise erstattet wird, und die Erstattung kommt in der Regel nicht als Geld, sondern als neues Wettguthaben zurück. Genau dort liegt der Unterschied.
Wer 10 € setzt und verliert, bekommt 10 € Freebet zurück. Wer 10 € setzt und gewinnt, bekommt den Gewinn. Klingt großzügig, bis man die zweite Runde rechnet: Die Erstattung ist erneut eine Freebet, deren Einsatz verfällt. Der Wert der ersten Verlustwette ist ersetzt, der Wert der zweiten ist bereits gemindert.
Bet365 nennt den Mechanismus offen: Die Wett-Credits werden nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und Gewinne enthalten den Einsatz nicht. Ein Anbieter, der das so klar formuliert, verdient dafür Anerkennung. Die meisten schreiben es nicht.
MERKUR BETS bot Neukunden laut Mitteilung vom 14.10.2024 bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €. Verliert die erste qualifizierende Kombiwette, wird der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Die Erstattung hängt damit an einer aktiven Entscheidung vor dem Klick.
Das ist der praktische Preis dieser Konstruktion: Wer den Mechanismus nicht vor der Wette aktiviert, verliert den Anspruch. Kein Systemfehler, kein Kulanzfall, eine Auswahlbox.
10 € Gratiswette gratis zur WM: das konkrete Beispiel von bet-at-home
bet-at-home bot eine 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“. Das Angebot galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten. Die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden, und Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen.
Das ist der seltene Fall, in dem alles zusammenpasst: ein lizenzierter Anbieter, keine Einzahlung, keine Umsatzbedingung. Der Preis dafür steht in der Uhr. Wer sich am 29.06.2026 anmeldete, hatte keinen Anspruch mehr, und keine Beschwerde hätte daran etwas geändert.
Wer ein solches Angebot sieht, prüft drei Dinge, bevor er den Wettschein abschickt: den Zeitraum der Registrierung, die Frist für die Platzierung und die Mindestquote. Beim WM-Angebot war die Frist das schärfste Kriterium, die Umsatzbedingung gar keine. Das macht es zum Musterfall für ein gutes Gratisangebot — und zugleich zur Ausnahme, die zeigt, wie der Rest des Marktes aufgebaut ist.
Der Unterschied zu einem Einzahlungsbonus ist hier am deutlichsten zu sehen: Bei einem Bonus von 100 € mit siebenfachem Umsatz sind 700 € zu bewegen. Bei einer Gratiswette ohne Umsatzbedingung ist die Wette das Ende der Verpflichtung.
Sportwettensteuer: 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags)
Die Sportwettensteuer beträgt nach §§ 16 bis 25 RennwLottG 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“. Das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spielende.
Die Genauigkeit dieses Satzes hat einen Grund. Wer „5,3 % vom Einsatz“ schreibt, schreibt falsch. Die Steuer bezieht sich auf einen Betrag nach Abzug der Steuer, deshalb liegt der Anteil am tatsächlich gezahlten Betrag um ein Zehntel darunter.
Ob und in welcher Form die Steuer an die Quoten weitergegeben wird, entscheidet jeder Anbieter selbst. Ein gesetzlich vorgeschriebener Abschlag existiert nicht. Wer wissen will, wie sich die Steuer in den Quoten eines konkreten Anbieters niederschlägt, findet es in seinen eigenen Bedingungen.
Die Steuer ist kein Lizenzbeweis. Auch ein unlizenzierter Anbieter kann sie zahlen. Wer die Steuerpflicht erfüllt, ist deshalb noch lange nicht erlaubt.
Was das kosten kann: Verluste bei unerlaubten Wetten und die EuGH-Frage
Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis wettet und verliert, kann unter Umständen Geld zurückfordern. Das ist der Kern einer Rechtsfrage, die inzwischen den Europäischen Gerichtshof beschäftigt.
Der Bundesgerichtshof legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück.
EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten. Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Das ist ein Schlussantrag, kein Urteil. Er verspricht niemandem Geld zurück und taugt nicht zum Plan. Wer mit dieser Aussicht einkauft, einkauft eine offene Rechtsfrage.
Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Der Weg dorthin ist lang, die Aussicht unsicher und die jahrelange Unsicherheit über den eigenen Gewinn kein angenehmer Zustand. Das ist der Preis, den ein Spieler trägt, wenn er sich ohne Erlaubnis anmeldet.
Was Offshore-Anbieter den Spieler kosten: OASIS, LUGAS und der Verzicht auf Schutzmechanismen
Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis betreibt nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor diesen Angeboten.
Die Kosten sind konkret und benennbar. Ein Offshore-Anbieter ist weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Wer sich bei einem lizenzierten Anbieter sperren lässt, ist dort mindestens drei Monate gesperrt, wenn er einen Zeitraum nennt, ansonsten mindestens ein Jahr. Bei einem Anbieter ohne Erlaubnis greift diese Selbstsperre nicht, weil er das Register nicht kennt.
Das ist der Kern des Problems: Ausgerechnet die Funktion, die im Ernstfall hilft, fehlt dort, wo der Suchbegriff hinführt.
Dasselbe gilt für das Einzahlungslimit. Die lizenzierten Anbieter begrenzen den Kalendermonat standardmäßig auf 1.000 € über alle Anbieter hinweg. Ein Anbieter ohne Erlaubnis kennt diese Grenze nicht — und wer bei ihm spielt, hat sie faktisch abgewählt.
Hinzu kommt die Zahlungsregel. Ein lizenzierter Anbieter darf nach § 6b Abs. 4 GlüStV nur von einem Konto auf den Namen des Spielenden abbuchen und keine anonymen Mittel annehmen. Ein Anbieter ohne Erlaubnis ist daran nicht gebunden. Die Folge ist nicht Freiheit, sondern ein Geldfluss ohne Namen, den im Streitfall niemand rekonstruieren kann.
Ein weiterer Punkt, der selten auf dem Werbebanner steht: Wer im Streit liegt, hat gegen einen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis keine Stelle, an die er sich wenden kann. Die GGL ist für ihn nicht zuständig, deutsche Gerichte sind es im Ergebnis oft nicht. Und § 285 StGB stellt die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel unter Strafe, mit bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Systematische Verfahren gegen einzelne Spieler sind nicht feststellbar, aber die Vorschrift existiert.
Altersgrenze, Verifizierung und Einzahlungslimit: die Regeln gelten auch mit Freebet
§ 6a GlüStV verlangt ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung. Ein Anbieter darf vor der Verifizierung höchstens 72 Stunden lang eine Teilnahme erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen in dieser Zeit.
Wer eine Gratiswette nutzt, umgeht diese Prüfung nicht. Im Gegenteil: Die Verifizierung ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt ausgezahlt wird. Ein Freebet-Gewinn auf einem unverifizierten Konto ist eine Zahl, die man sehen, aber nicht abheben kann.
Die Teilnahme beginnt nach § 4 Abs. 3 GlüStV ab 18 Jahren. Das OASIS-Spielersperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV wird bei der Registrierung und beim Login abgefragt. Ein Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus.
Diese Regeln greifen für jedes Konto. Auch für ein Freebet-Konto. Der Irrglaube, eine Gratiswette sei ein rechtsfreier Raum, hat schon manchen Neukunden mit einem gesperrten Guthaben zurückgelassen.
Selbstlimitierung und die LUGAS-Limitdatei
Das Einzahlungslimit von standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat gilt über alle lizenzierten Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei umgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Nutzer ein höheres Limit setzen — bis zu 10.000 €, in besonderen Fällen bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler. Das setzt einen nachweisbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit voraus; eine Selbstauskunft genügt nicht.
Eine Senkung des Limits gilt sofort. Eine Erhöhung gilt erst nach 7 Tagen. Das ist bewusst so gebaut: Wer sich schützen will, kann das ohne Wartezeit. Wer mehr will, muss eine Woche Bedenkzeit in Kauf nehmen.
Parallelspiel ist nach § 6h GlüStV über die Aktivitätsdatei untersagt. Mehrere Konten bei verschiedenen lizenzierten Anbietern, um Limitregeln zu umgehen, sind damit ausgeschlossen — was für einen Spielenden mit kleinem Budget weniger ein Verbot als eine Absicherung ist.
Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Wer auf ein laufendes Spiel setzt, hat bis zum Abpfiff nicht mehr als eine Aussicht.
Neukundenangebot bei lizenzierten Sportwettenanbietern: was 10 € Freebet heute noch bedeuten
Die Suchanfrage nach einem 10-€-Freebet ohne Einzahlung verrät eine Erwartung, die der Markt nicht erfüllt. Die Angebote, die es tatsächlich gibt, heißen bei lizenzierten Anbietern anders.
Bei den zehn Anbietern dieser Übersicht findet sich ein Spektrum aus Einzahlungsboni, Wett-Credits, Freebets und Cashback-Modellen. Was fast überall fehlt, ist die Gratiswette ohne jede Einzahlung. Die Werbung erzeugt diese Erwartung aktiv, und sie erzeugt sie mit Absicht.
Das konkreteste Gegenbeispiel liefert bet-at-home: 10 € auf „Sieger der FIFA WM 2026“ für Neukunden, ohne Einzahlung, aber in einem engen Zeitfenster. Es gibt sie also. Sie ist selten, sie ist befristet, und sie hängt an einem Sportereignis, das nicht jedes Jahr stattfindet.
Näher am Suchbegriff liegt der MERKUR BETS CLUB mit einer Freebet über 5 €. Die Bedingungen sind eng: Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 €. Die Freebet wird erst am Montag der Folgewoche ausgeschüttet.
Die Freebet aus dem MERKUR BETS CLUB muss innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird. Sie gilt nur für Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten sind nicht zulässig.
Rechnet man das zusammen, wird aus einem 5-€-Geschenk eine Aufgabe: 25 € Wocheneinsatz auf Kombiwetten mit Gesamtquote ab 4,00, dann Aktivierung binnen 3 Tagen, Nutzung binnen 7 Tagen und nur bestimmte Wettarten. Wer das einhält, bekommt 5 €, deren Einsatz bei Gewinn verfällt.
Ein weiteres Modell zeigt Winamax. Das Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets. Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 €, bei einer Mindestquote von 1,05.
Die Formel „ohne Umsatzbedingungen für die Freebets“ klingt nach dem, was der Suchende will. Genau gelesen gilt sie nur für die Freebets, während die Einzahlung einmal umgesetzt werden muss. Der Vorteil ist real, aber er ist an eine Einzahlung gebunden. Damit fällt das Angebot für jeden aus, der tatsächlich nichts einzahlen will.
Dasselbe Muster bei Wettstar: Der Neukundenbonus beträgt insgesamt bis zu 40 €, wobei 20 € nach der Anmeldung gutgeschrieben werden und ein Einzahlungsbonus von 100 % der Einzahlung bis höchstens 20 € bei einer Mindesteinzahlung von 1 € hinzukommt. Beide Beträge sind nicht auszahlbar.
Der Wettstar-Bonus muss vor einer Auszahlung mindestens fünfmal für Wetten eingesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen; danach verfällt der Bonusbetrag. Das Angebot gilt nur für Personen ohne bestehendes Wettstar-Konto.
Vier Anbieter, vier Konstruktionen, ein gemeinsames Merkmal: Ohne eine Handlung des Nutzers — Einzahlung, Wocheneinsatz, Aktivierung — passiert nichts. Genau darin liegt die Antwort auf die Ausgangsfrage.
Cashout und Freebet: warum die Ausstiegstür bei Gratiswetten zu bleibt
Cash Out erlaubt die vorzeitige Beendigung einer Wette. Viele Anbieter haben die Funktion, bei Freebets fast keiner. Das ist ein technischer Punkt mit direktem Einfluss auf den Wert einer Gratiswette.
Bei Sportingbet ist Cash Out nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten. Der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben.
Interwetten geht weiter und kann Cash-Out-Angebote laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren. Für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar. Ein Werkzeug, das der Anbieter jederzeit abschalten darf, ist keine Absicherung, sondern eine Kulanzleistung.
Winamax schließt Cashout bei mit Freebets platzierten Wetten aus, ebenso bei Torschützenwetten, Systemwetten und Langzeitwetten. Der Winamax-Cashout erlaubt die vollständige oder teilweise vorzeitige Beendigung einer Wette, ausgezahlt wird der Betrag jedoch erst, nachdem alle Auswahlen beendet sind.
Bei MERKUR BETS ist bei einer mit Freebet platzierten Wette ebenfalls kein Cashout möglich; die Freebet gilt zudem nicht für Wetten mit Quotenboost.
Der Befund ist über vier Anbieter hinweg konsistent. Eine Wette, deren Einsatz nicht vom Spielenden stammt, lässt sich nicht vorzeitig verkaufen. Wer eine Freebet plant, plant sie deshalb bis zum Ende durch.
Die zehn lizenzierten Anbieter im Einzelnen
Die Reihenfolge der folgenden Abschnitte folgt der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder im Stand vom 2. Oktober 2026. Sie ist keine Rangfolge und keine Empfehlung.
Betano: Erlaubnis seit 2021 mit klarer Betreiberzuordnung
Betano wird auf der Whitelist der GGL unter der Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, geführt. Die erste Erlaubnis datiert auf den 19.02.2021, die Folgeerlaubnis auf den 16.12.2022.
Der Betreibername auf der Liste und die Marke auf der Seite passen zusammen. Das ist bei weitem nicht selbstverständlich, und wer das prüft, hat den wichtigsten Schritt schon getan. Betano gehört damit zur Standardgruppe der lizenzierten Marken ohne erkennbaren Freebet-Schwerpunkt.
Ein 10-€-Freebet ohne Einzahlung findet sich in den geführten Bedingungen nicht. Wer bei Betano anfängt, fängt mit einer Einzahlung an.
Sportingbet: Erlaubnis aus der ersten Welle, Cash Out mit Grenzen
Sportingbet wird auf der Whitelist unter der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt, mit erster Erlaubnis vom 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Die Marke gehört zur ersten Gruppe, die den lizenzierten Markt eröffnet hat.
Das prägende Merkmal liegt in der Cash-Out-Funktion: nur bei Einzel- und Kombiwetten, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten. Wer Freebets einsetzt, muss die Wette bei Sportingbet ohne Vorverkauf zum Ende bringen.
Für einen Spielenden mit kleinem Budget heißt das: Eine Freebet bei Sportingbet ist weniger flexibel als eine gesetzte Wette. Das ist kein Ausschlussgrund, aber ein Teil des Preises, den die Gratiswette kostet.
Wettarena: klare Firmierung in den AGB
Wettarena wird laut AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, angeboten. Die Whitelist führt den Betreiber mit einer ersten Erlaubnis vom 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.
Die Firmierung ist in den Bedingungen offengelegt, was heute nicht jede Marke tut. Ein 10-€-Freebet ohne Einzahlung lässt sich in den geführten Bedingungen nicht nachweisen.
Wer auf transparente Angaben zum Betreiber Wert legt, wird hier fündig. Wer ein Gratisangebot sucht, wird es hier nicht finden.
Winamax: verdoppelte Ersteinzahlung, aber Freebets ohne Umsatzbedingung
Winamax wird auf der Whitelist unter WINAMAX (Société anonyme) geführt, mit erster Erlaubnis vom 29.06.2021 und Folgeerlaubnis vom 08.12.2022.
Das Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets. Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 €, bei einer Mindestquote von 1,05.
Das ist im Vergleich das sauberste Modell dieser Übersicht für jemanden, der ohnehin einzahlen will. Die Freebets sind nicht an Umsatz gebunden, die Einzahlung nur einmal und höchstens bis 100 €. Wer allerdings nach einem Angebot ohne jede Einzahlung sucht, kommt hier nicht zum Zug.
Noch eine Kleinigkeit aus den Bedingungen, die praktisch wird: Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto. Mehrere Konten an einer Adresse sind damit ausgeschlossen.
NEO.bet: Erlaubnis seit 2020 ohne Freebet-Schwerpunkt
NEO.bet wird auf der Whitelist unter der Greenvest Betting Limited geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.
Der Betreiber hat eine mehrjährige Erlaubnishistorie und gehört zur ersten Zulassungswelle. In den geführten Bedingungen findet sich kein 10-€-Freebet ohne Einzahlung.
Wer eine Marke mit dokumentierter Erlaubnis sucht und mit den üblichen Bedingungen für Einzahlungsboni leben kann, findet hier eine solide Option. Wer eine Gratiswette ohne Einzahlung sucht, findet sie hier nicht.
AdmiralBet: zwei Folgeerlaubnisse und ein separates Casino-Permit
AdmiralBet wird auf der Whitelist unter der Greentube Betting Malta Limited geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022.
Das Casino-Permit ist ein eigenes Feld und gilt nicht für das Sportwettenangebot. Wer bei AdmiralBet Sportwetten spielt, spielt unter der Sportwetten-Erlaubnis und unter deren Regeln. Die zwei Folgeerlaubnisse im Sportbereich sind ein Verwaltungsdetail ohne Aussage über die Qualität des Wettprogramms.
Ein Freebet ohne Einzahlung ist nicht Teil der geführten Bedingungen.
Interwetten: Cash-Out-Widerruf als offenes Risiko
Interwetten wird auf der Whitelist unter der Interwetten Gaming Limited geführt, mit erster Erlaubnis vom 02.11.2020 und Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.
Interwetten kann Cash-Out-Angebote laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren, und für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar. Wer eine Wette mit Bonusgeld plant, sollte deshalb nicht mit einem Ausstieg rechnen.
Wer auf der Suche nach einer Gratiswette ohne Einzahlung ist, findet bei Interwetten keine. Wer eine langjährige Erlaubnis wichtig findet, findet hier eine.
bet-at-home: die dokumentierte 10-€-Gratiswette auf die WM 2026
bet-at-home wird auf der Whitelist unter der Bet-at-home.com Internet Limited geführt, mit erster Erlaubnis vom 02.11.2020 und Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.
Das Angebot zum „Sieger der FIFA WM 2026“ ist das konkreteste Beispiel einer 10-€-Gratiswette ohne Einzahlung bei einem lizenzierten Anbieter. Es galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten; die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden, und Gewinne unterlagen keinen Umsatzbedingungen.
Die Frist ist der springende Punkt. Wer sich nach dem 28.06.2026 anmeldete, hatte keinen Anspruch mehr. Das zeigt, wie Gratiswetten bei lizenzierten Anbietern funktionieren: als Aktion mit klarem Ende, nicht als dauerhaftes Angebot.
Für einen Spielenden mit knappem Budget ist das trotzdem die interessanteste Konstruktion dieser Liste, weil hier nichts eingezahlt werden musste. Nur traf sie ein Zeitfenster von knapp drei Wochen, und ein solches Fenster lässt sich nicht planen.
Tipico: lange Marktgeschichte und eine offene Rechtsfrage
Tipico wird auf der Whitelist unter der Tipico Co. Limited geführt, mit erster Erlaubnis vom 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 09.12.2022.
Die Tipico Co. Ltd. hat ihren Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Die Marke blickt damit auf eine deutlich längere Geschichte zurück als die meisten Wettbewerber dieser Liste.
Tipico ist zudem der Anbieter, auf den sich die EuGH-Vorlagefrage zu Verlusten aus den Jahren 2013 bis 2018 bezieht. Das betrifft eine frühere Marktphase und ist kein Hinweis auf die heutige Erlaubnislage. Wer die beiden Dinge vermischt, zieht den falschen Schluss aus einer alten Zahl.
Ein 10-€-Freebet ohne Einzahlung ist nicht Teil der geführten Bedingungen.
MERKUR BETS: der jüngste Whitelist-Eintrag und ein Club mit engen Fristen
MERKUR BETS wird auf der Whitelist unter der Merkur Bets Malta Limited geführt, mit einer ersten Erlaubnis vom 06.11.2023.
Das ist der jüngste Eintrag dieser Auswahl. Das Neukundenangebot war laut Mitteilung vom 14.10.2024 eine Freebet über 25 € bei einer Ersteinzahlung ab 1 €; verliert die erste qualifizierende Kombiwette, wird der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde.
Der MERKUR BETS CLUB schüttet für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025.
Die Freebet muss innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird. Sie gilt nur für Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten sind nicht zulässig.
Dazu kommt der Kombi-Boost: ab fünf Auswahlen ein Prozentbonus auf den Gewinn, 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl 1 Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, bei einer Mindestquote je Auswahl von 1,21. Live-Wetten mit Boost sind nicht erlaubt.
Bei MERKUR BETS zeigt sich das Modell eines lizenzierten Anbieters am klarsten: großzügige Nominalwerte, aber Aktivierungsfrist, Nutzungsfrist und Mindestquoten, die den realen Wert bestimmen. 5 € klingen nach nicht viel. Nach drei Tagen Aktivierung, sieben Tagen Nutzung und einer Mindestquote sind die 5 € weniger wert als die Zahl auf dem Banner.
Kontoführung und Auszahlung: was ein lizenziertes Konto zusätzlich kostet
Ein lizenziertes Konto bringt Pflichten mit sich, die Zeit kosten. Die vollständige Verifizierung nach § 6a GlüStV ist Voraussetzung für jede Auszahlung. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen arbeiten.
Praktisch heißt das: Wer sich registriert und eine Gratiswette nutzt, kann sein Guthaben vor der Verifizierung nicht abheben. Die Verifizierung schaltet alles andere frei, und sie ist der Schritt, den man nicht aufschieben sollte.
Bei den Zahlungswegen zeigen sich Unterschiede, die den Alltag betreffen. Bei Betway beträgt die Mindesteinzahlung per Skrill 5 €, die Mindestauszahlung 10 €; Skrill-Auszahlungen sind gebührenfrei und werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Einzahlungen per Skrill qualifizieren nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus. Wer Skrill nutzt und mit dem Einzahlungsbonus gerechnet hat, hat sich den Anspruch selbst genommen.
Bei Betway liegt die Mindesteinzahlung per Trustly ebenfalls bei 5 €, die Mindestauszahlung bei 10 €, Trustly-Zahlungen sind gebührenfrei. Ausgezahlt wird nur Guthaben ohne offene Bonus-Umsatzbedingung, auf ein Bankkonto auf den Namen des Kunden und nach vorheriger Trustly-Einzahlung.
Dieselbe Regel wie überall, nur an der Auszahlungsschranke sichtbar: Solange eine Umsatzbedingung offen ist, ist das Guthaben kein Guthaben.
Beim Schutz des Spielerguthabens gibt es dagegen kaum Unterschiede. Spielerguthaben liegt nach § 6b Abs. 6 GlüStV auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, und bei Kontoschließung wird das Guthaben nach § 6b Abs. 7 innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Das ist der Gegenwert für die Verifizierungspflicht.
Einordnung: was ein 10-€-Freebet bei diesen Anbietern realistisch bedeutet
Die Ausgangsfrage war, ob es 10 € Freebet ohne Einzahlung bei lizenzierten Anbietern gibt. Die Antwort lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen, und sie enthält eine unbequeme Zahl.
Eine echte Gratiswette ohne Einzahlung ist bei lizenzierten Anbietern die Ausnahme. bet-at-home zeigte 2026 ein solches Angebot, aber nur in einem Fenster von knapp drei Wochen und gebunden an ein bestimmtes Sportereignis.
Die meisten Willkommensangebote der zehn Anbieter setzen eine Einzahlung voraus. Winamax verdoppelt bis zu 100 €, Tipwin gibt 100 % bis zu 100 €, Wettstar bis zu 40 € in zwei Teilen, bpremium verlangt dafür das Fünffache von Bonus und Einzahlung.
Der Wert einer Freebet liegt unter ihrem Nominalwert. Die Modellrechnung mit 10 € bei Quoten von 1,90 ergibt rund 4,50 € erwarteten Wert, weil der Einsatz im Gewinnfall verfällt und die Marge des Marktes einen weiteren Teil abzieht. Wer 10 € hört, sollte mit der Hälfte rechnen.
Die Suche nach „ohne OASIS“ führt in den Bereich ohne deutsche Erlaubnis. Dort fehlen OASIS, LUGAS und das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat, und dort greift auch eine selbst verhängte Sperre nicht. Das ist kein Vorteil, sondern der Preis einer höheren Grenze.
Alle zehn Anbieter dieser Übersicht stehen mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist. Der Suchbegriff führt also nicht automatisch ins Unerlaubte. Aber die Vorstellung einer kostenlosen Gratiswette ohne Bedingung führt an der Realität des lizenzierten Marktes vorbei.
Was bleibt, ist der Erwartungswert. Wer ihn kennt, kann jedes Angebot einordnen, das ihm begegnet, und muss sich nicht auf das Wort auf dem Banner verlassen.
Häufige Fragen zu Freebet ohne Einzahlung und Sportwetten
Was ist eine Freebet, und worin unterscheidet sie sich von Bonusgeld?
Eine Freebet ist Wettguthaben für einen Wettschein, kein auszahlbares Guthaben. Bonusgeld wird dem Konto gutgeschrieben, seine Auszahlung hängt aber an Umsatzbedingungen, Mindestquoten und Fristen. Bei einer Freebet verfällt der Einsatz im Gewinnfall, bei Bonusgeld entscheidet der Umsatz über den Wert.
Wird der Einsatz einer Freebet bei einem Gewinn mit ausgezahlt?
Nein. Gewinnt eine mit Freebet platzierte Wette, wird nur der Gewinn ausgezahlt, nicht der Einsatz. Bet365 schreibt das offen: Gewinne aus Wett-Credits enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. MERKUR BETS zahlt bei einem Gewinn den Betrag abzüglich des Freebet-Einsatzes aus.
Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland tatsächlich Freebets ohne vorherige Einzahlung?
Ja, aber selten und befristet. bet-at-home bot eine 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland ohne Einzahlung an, mit Platzierungsfrist bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr. Die meisten Willkommensangebote der zehn lizenzierten Anbieter setzen eine Einzahlung voraus.
Welche Rolle spielen Mindestquote und Umsatzbedingungen, bevor Gewinne aus einer Freebet ausgezahlt werden?
Sie entscheiden über den tatsächlichen Wert. Tipwin verlangt mindestens siebenmaliges Umsetzen von Einzahlung und Bonus, je Wettschein höchstens 100 € und nur Quoten ab 1,80. bpremium verlangt das Fünffache des Bonusbetrags und der Einzahlung bei Quoten ab 1,7.
Was bedeutet der Zusatz „ohne OASIS“ bei Freebet-Angeboten, und welche Folgen hat er für den Spielerschutz?
Er bedeutet, dass der Anbieter nicht an das OASIS-Spielersperrsystem angeschlossen ist. Solche Angebote kommen meist von Betreibern ohne deutsche Erlaubnis. Die Folge: Eine selbst verhängte Sperre greift dort nicht, die LUGAS-Limitdatei und das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gelten ebenfalls nicht.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quote und Gewinn einer Freebet aus?
Die Steuer trifft den Veranstalter, nicht den Spielenden, und bezieht sich auf den Einsatz abzüglich der Steuer selbst, also rund 5,03 % des gezahlten Betrags. Ob ein Anbieter sie in seine Quoten einrechnet, steht in seinen eigenen Bedingungen. Einen gesetzlich vorgeschriebenen Abschlag auf die Quote gibt es nicht.
Bonus – Freiwette
Inhalt erstellt vom Team «Freiwette»
