Die besten Wettgutscheine 2026: Zehn Anbieter mit GGL-Erlaubnis im Kostenvergleich

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben der genannten Anbieter wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Ein verschlossener leerer Briefumschlag liegt neben einem Fußball auf grünem Rasen im warmen Licht des Nachmittags.
Bei bet365 werden Wett-Credits (bis zu 100 € für Neukunden) nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Ein Wettgutschein klingt nach geschenktem Geld. Er ist eine Werbemaßnahme mit Bedingungen, und diese Bedingungen sind der eigentliche Preis. Wer eine Gratiswette über 100 € bekommt, hat 100 € an Einsatzmöglichkeit gewonnen — nicht 100 € in der Tasche. Der Unterschied zwischen diesen beiden Sätzen entscheidet darüber, ob ein Angebot für einen bestimmten Spieler brauchbar ist oder nur nach viel aussieht.

Die wichtigste dieser Bedingungen lässt sich in einem Satz sagen: Bei einer echten Gratiswette wird der Einsatz nicht mit dem Gewinn ausgezahlt. Man setzt also fremdes Geld, und wer gewinnt, bekommt nur den Nettogewinn. Bei einer Quote von 1,90 sind das 90 Cent je Euro Gutschein, nicht 1,90 €. Der Rest ist Quotenmathematik, nicht Kleingedrucktes.

Davor steht in Deutschland eine andere Frage: Wer darf hier überhaupt eine Sportwette annehmen? Nur Anbieter mit einer Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen auf der offiziellen Whitelist, und nur die dort unter der Sporterlaubnis geführte Domain darf Sportwetten vermitteln. Ein Impressum, ein Gütesiegel oder eine Steuerzahlung beweisen nichts. Der Blick auf die Whitelist dauert eine Minute und spart im Streitfall den gesamten Rechtsweg.

Rechtslage: Wer in Deutschland Wetten anbieten darf — und wer nicht

Der Rahmen heißt GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 in Verbindung mit § 27f Abs. 1 GlüStV die deutschlandweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln, sie überwacht und sie ahndet Verstöße nach § 28a. Der einzige belastbare Nachweis einer Erlaubnis ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8. Sie ist keine Marketingliste, sondern das behördliche Verzeichnis, und sie wird fortgeschrieben.

Ein Stadion unter Flutlicht, aus großer Entfernung über eine dunkle Wiese fotografiert, am Himmel zieht Nebel auf.
Der Bundesgerichtshof legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht.

Der Stand der Liste vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sporterlaubnis, davon zwei auch für Pferdewetten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten dürfen. Bemerkenswert ist, was die Liste nicht hergibt. Sie nennt nur Erteilungsdaten, kein Ablaufdatum. Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre, und wer daraus ein Enddatum hochrechnet, rechnet sich eines aus, das in der Liste nicht steht.

Fast alle gelisteten Domains enden auf .de. Das ist eine Bequemlichkeit, kein Prüfstein. Eine .de-Adresse lässt sich bei jedem Hoster registrieren, und eine ausländische Gesellschaft kann sie auf sich anmelden, ohne eine deutsche Erlaubnis zu besitzen. Die Adresse ist Beweismittel für gar nichts; der Eintrag auf der Whitelist ist es.

Ein zweiter Punkt, an dem Leser regelmäßig falsch abbiegen: Ein Erlaubnisinhaber hat mehrere Erlaubnisse, und jede steht für sich. Wer Sportwetten anbieten darf, darf damit noch lange keine virtuellen Automatenspiele oder Online-Pokerräume betreiben, und umgekehrt sagt eine Casino-Erlaubnis nichts über das Sportwettenangebot. Für Sportwetten zählt allein die Sporterlaubnis, die zu der Domain gehört, auf der ein Spielschein zustande kommt.

Und der Punkt, der den Vergleich überhaupt trägt: Das GlüStV regelt, dass ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis überhaupt tätig werden darf. Es regelt nicht, wie hoch ein Bonus sein darf. Es gibt in diesem Gesetz keine Obergrenze für einen Wettgutschein, keine vorgeschriebene Mindestquote und keine vorgeschriebene Umsatzauflage. Alles, was in den nächsten Abschnitten zu Gutscheinbedingungen steht, ist deshalb Vertragsrecht eines einzelnen Anbieters und nichts weiter. Wer das einmal verstanden hat, liest jede Bonuswerbung anders.

Was ein Sportwettenvertrag mit Schwarzmarkt-Anbietern verbindet — ein laufendes Verfahren

Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, die sich an Kunden in Deutschland richten, veranstalten nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Eine maltesische, eine curaçaoische oder eine Anjouan-Lizenz ist für die Frage, ob ein Deutscher dort legal wetten darf, ohne Bedeutung. Die Behörde warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an solchen Angeboten, im September 2026 ausdrücklich unter Nennung eines Casino-Anbieters. Ein Gesetzestext allein bewegt in der Praxis wenig, deshalb steht ein zweiter Weg daneben: das Zivilrecht.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Notizen und ein Bleistift liegen auf einem Schreibtisch am Fenster, draußen fällt Morgenlicht herein.
Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets.

Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 unter dem Aktenzeichen I ZR 90/23 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Die Vorlagenfrage betrifft den Zeitraum vor der Erlaubniserteilung und ist damit eine Frage über die Vergangenheit des Marktes, nicht über seinen Zustand heute.

Im März 2026 hat Generalanwalt Nicholas Emiliou in der Rechtssache C-530/24 (Tipico) seine Schlussanträge vorgelegt und darin die Auffassung vertreten, dass es grundsätzlich möglich sei, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme: dort, wo Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Schlussanträge sind Meinungen, keine Urteile. Wer heute bei einem Whitelist-Anbieter spielt, hat mit diesem Verfahren nichts zu tun, und wer es als Rechtssicherheit für die eigene Rückforderung gegen einen Schwarzmarkt-Anbieter liest, überdehnt es erheblich.

Strafrechtlich steht daneben § 284 StGB für das Veranstalten — bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe — und § 285 StGB für die Teilnahme mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Dass einzelne Spieler deswegen verfolgt worden wären, lässt sich nicht feststellen; wer daraus eine Drohkulisse baut, verkauft etwas anderes als eine Rechtsauskunft. Das Bußgeld-, Verbots- und Sperrverfahren nach § 9 richtet sich gegen die Veranstalter.

Die Kostenbilanz dieser Trennung ist unbequem, aber sie ist eindeutig. Ein Whitelist-Anbieter liefert Rechtssicherheit, das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat, verifizierte Konten, Zahlungen nur vom eigenen Konto und deutsche Aufsicht. Derselbe Rahmen kostet den Spieler die hohen Limits, die er von Schwarzmarkt-Seiten kennt, und die dort üblichen Zahlungswege. Kein Schwarzmarkt-Anbieter wäre für den deutschen Markt attraktiv, wenn er nicht genau an diesen Stellen großzügiger wäre.

Einsatzgrenzen, Sperrsysteme und der Panikbutton: die Regeln, die auch für Gratiswetten gelten

Wer mindestens 18 Jahre alt ist, darf teilnehmen (§ 4 Abs. 3). Ein Konto je Anbieter ist die Regel, und es muss vollständig verifiziert werden (§ 6a). Vor dem Abschluss der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer sich also anmeldet und sofort einzahlen will, landet je nach Anbieter an dieser Stelle — das ist kein Fehler des Systems, sondern die Reihenfolge, die das Gesetz vorschreibt. Bei Tipwin erhalten ausschließlich verifizierte Konten den Willkommensbonus; wer vor der Verifizierung einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Der Gutschein hängt dort an einem Vorgang, den der Spieler nicht überspringen kann, und genau darin liegt seine erste Kostenposition: eine zweite Einzahlung.

Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat — und zwar über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Die 1.000 € sind keine Empfehlung pro Buchmacher, sondern eine Summe, die anbieterübergreifend gilt. Wer bei drei Anbietern Konten hält, hat nicht dreimal 1.000 € zur Verfügung. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Spieler einen höheren Betrag eintragen, bis zu 10.000 € und in einem engen Korridor von 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — aber nur gegen einen nachweisbaren Beleg wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine reine Selbstauskunft genügt nicht. Absenkungen wirken sofort, Anhebungen erst nach sieben Tagen. In diesem Fenster stecken die unangenehmen Momente des deutschen Wettmarkts: Wer schnell mehr einsetzen will, kann es nicht; wer weniger will, kann es sofort.

Das parallele Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h verboten und wird über die Aktivitätsdatei überwacht. Wer glaubt, mit verteilten Einsätzen ein Limit umgehen zu können, wettet gegen ein Register, nicht gegen eine Einschätzung.

OASIS nach §§ 8, 8a ist das bundesweite Sperrsystem. Es wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich dort mit einer konkreten Frist sperrt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe einer Frist mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-stündige Sperre aus. Beide Instrumente sind anbieterübergreifend wirksam, und beides sind Werkzeuge, die ein Spieler selbst bedient — nicht der Anbieter.

Der Punkt, an dem Gutscheine und Spielerschutz aufeinandertreffen, wird selten ausgesprochen: Eine Gratiswette senkt die Hemmschwelle zum ersten Spielschein, verlangt aber ein verifiziertes Konto und läuft in dieselben Limits wie eine bezahlte Wette. Das Einzahlungslimit gilt auch dann, wenn gerade ein Bonus zur weiteren Einzahlung verleitet — und genau deshalb steht in den Bonusbedingungen so häufig eine zweite Einzahlung als Voraussetzung für den nächsten Schritt. Der Gutschein kann die Aufmerksamkeit auf den Wettmarkt lenken. Am Einzahlungsrahmen ändert er nichts.

Auch die Zahlungen folgen keinen Bonuswünschen, sondern § 6b Abs. 4: Erlaubt sind nur Zahlungen von einem Zahlungskonto auf den Namen des Spielers bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Wege aus dem erlaubten deutschen Sportwettenmarkt heraushält — nicht eine Vorliebe der Anbieter, sondern die Folge einer Vorschrift. Spielerguthaben liegen auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).

Dasselbe Konto spielt bei jedem Auszahlungswunsch eine Rolle, der auf einen Bonus folgt: Wer Bedingungen nicht erfüllt hat, kann sein Guthaben nicht immer sofort abziehen. Bei Tipwin sind Auszahlungen erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen des Willkommensbonus möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt, und alle gespielten Ereignisse müssen abgeschlossen sein. Bei Betway wird nur Guthaben ohne offene Bonus-Umsatzbedingung ausgezahlt, auf ein Konto auf den Namen des Kunden und nach vorheriger Einzahlung über denselben Dienst. Der Bonus, der gestern nach Gratisgeld aussah, ist heute ein Pfand auf das eigene Guthaben.

Wichtig für die Einschätzung von Anbietern ohne deutsche Erlaubnis: Solche Seiten sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Ein Selbstausschluss, den man dort setzt, sperrt einen nicht im erlaubten Markt, und ein Einzahlungslimit, das ein Spieler dort einstellt, hat keine Wirkung auf die deutschen Konten bei anderen Anbietern. Wer Schutzmechanismen als Argument für einen Anbieter nutzt, muss auf der Whitelist nachsehen, ob es sie dort überhaupt gibt.

Wettgutschein, Freiwette, Bonusgeld: die Bedingungen, die den Wert ausmachen

Ein Wettgutschein im engeren Sinn ist eine Gratiswette oder Freiwette: Der Anbieter stellt einen Einsatzbetrag zur Verfügung, mit dem der Spieler einen Wettschein platziert, ohne eigenes Geld zu riskieren. Fällt der Schein, ist der Gutschein weg. Fällt er nicht, wird ausgezahlt — aber der Einsatz des Gutscheins bleibt beim Anbieter. Diese Kleinigkeit ist der wichtigste Satz auf dieser Seite, und sie wird in kaum einer Bonuswerbung erwähnt.

Davon zu unterscheiden ist der Einzahlungsbonus. Bei Sportwetten.de ist das Willkommensangebot ausdrücklich Bonusgeld: 100 % der ersten Einzahlung, maximal 100 €, sofort gutgeschrieben nach einer Ersteinzahlung von mindestens 10 €, wobei die erste online getätigte Einzahlung maßgeblich ist. Bonusgeld ist in der Handhabung oft näher an echtem Guthaben als eine Gratiswette, aber es bleibt Bonusgeld und hängt an Umsatzbedingungen. Ein dritter Typ ist die Erstattung: Verliert die qualifizierende Wette, kommt der Einsatz als Gutschein zurück. Das ist das Modell des Neukunden-JokerBet bei MERKUR BETS, wo bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 € winkt und bei verlorener erster Kombiwette der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet wird, sofern die Option vor der Wette gewählt wurde. Der Spieler riskiert hier eigenes Geld und bekommt im Verlustfall eine Gutschrift, keine Auszahlung.

Was ein Gutschein kostet, steckt in vier Größen. Die erste ist die Umsatzauflage. Bei Tipwin müssen Einzahlung und Bonus zusammen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80 zählen mit. Wer 100 € einzahlt und 100 € Bonus erhält, muss also 200 € siebenmal umsetzen — 1.400 € Wetteinsatz auf Scheinen, die die Mindestquote halten. Bei einem Bonus, der an einen hohen Umsatz und eine hohe Mindestquote gebunden ist, ist der Gutschein ein Köder an einem langen Seil.

Die zweite Größe ist die Mindestquote. Sie klingt nach Formalität, ist aber eine Kostenposition: Je höher sie liegt, desto weniger kann der Spieler auf ein Ergebnis setzen, das er für wahrscheinlich hält, und desto stärker muss er auf Außenseiter ausweichen. Eine Mindestquote von 1,05, wie sie beim Winamax-Willkommensangebot für die Umsetzung der Einzahlung gilt, bindet niemanden. Eine Mindestquote von 1,80 wie bei Tipwin schließt den gesamten Bereich der kurzen Quoten aus. Beides sind legitime Vertragsgestaltungen mit sehr unterschiedlichen Folgen für den Spieler.

Die dritte Größe ist die Frist. Beim MERKUR BETS CLUB musste eine Freebet über 5 € innerhalb von drei Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert und binnen sieben Tagen nach Erhalt genutzt werden, sonst verfiel sie; ausgezahlt wurde sie für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 €. Der Wettstar-Neukundenbonus über insgesamt bis zu 40 € muss vor einer Auszahlung mindestens fünfmal für Wetten eingesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen; danach verfällt der Bonusbetrag. Zwei Fristen, zwei sehr verschiedene Zeitfenster. Eine Frist ist keine Nebensache, sondern der Zeitraum, in dem man eine Entscheidung treffen muss, ohne sie treffen zu wollen.

Die vierte Größe ist die Deckelung des Gewinns aus der Gratiswette. Bei MERKUR BETS wird bei einem Gewinn aus einer mit Freebet platzierten Wette der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt — die Gutschrift wächst also nie um den Einsatz. Dasselbe Muster zeigt sich bei bet365: Für Neukunden bewirbt der Anbieter bis zu 100 € in Wett-Credits, die nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben werden, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Wer diese Sätze liest, versteht, warum manche Boni mit 100 € beworben werden und real den halben Wert haben.

Wie viel eine 10-€-Gratiswette im Schnitt einbringt

Der Wert eines Gutscheins lässt sich ausrechnen, und das Ergebnis ist kleiner als die Zahl auf dem Banner. Nehmen wir eine Gratiswette über 10 €, deren Einsatz nicht zurückgezahlt wird, auf einem Markt mit zwei Ausgängen zu je 1,90. Diese Quoten sind ein Rechenbeispiel für den Markt, kein abgefragter Preis eines Anbieters — die Zahl steht hier, damit die Rechnung nachvollziehbar bleibt. Der Quotenschlüssel dieses Marktes beträgt 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also rund 95 %, die Buchmachermarge dementsprechend rund 5 %.

Multipliziert man den Gutscheinbetrag mit dem Verhältnis aus Quote minus eins zur Quote und anschließend mit dem Quotenschlüssel des Marktes, kommt man auf einen durchschnittlichen Wert von rund 4,50 € bis 4,75 €. Wer mit dem Gutschein eine Quote von 1,50 spielt, landet bei etwa 3,00 € bis 3,20 €. Wer eine Quote von 3,00 wählt, kommt auf rund 6,30 € bis 6,70 €. Die Spanne ist keine Ungenauigkeit, sondern das Ergebnis: Der Wert wächst mit der Quote, weil der Einsatz des Gutscheins bei jeder Quote vollständig beim Anbieter bleibt und der Anteil des Einsatzes am Auszahlungsbetrag mit steigender Quote sinkt.

Das ist eine statistische Schätzung, ein Durchschnitt über viele vergleichbare Wetten unter der Annahme, dass nur der Gutscheinbetrag gesetzt wird. Sie sagt nichts über die einzelne Wette. Eine einzelne Wette über 10 € auf Quote 1,90 zahlt 19,00 € aus; der Quotenschlüssel sagt nichts darüber, wie wahrscheinlich das passiert. Das Verhältnis von Auszahlung zu Einsatz mag nach einem guten Geschäft aussehen — bis man die Marge danebenlegt, die in jeder der beiden Quoten steckt.

In absoluten Zahlen: Eine beworbene 100-€-Gratiswette ist auf einem Markt mit 5 % Marge und mittlerer Quote statistisch rund 45 € bis 47 € wert. Das ist kein schlechter Gegenwert für eine Registrierung. Es ist nur nicht das, was das Wort „100 €“ nahelegt. Und bei einer Gratiswette mit kurzer Gültigkeit und hoher Mindestquote ist selbst dieser Wert an Termine gebunden, die der Spieler nicht kontrolliert.

Wenn der Gutschein ganz ohne Einzahlung kommt

Es gibt Gratiswetten ohne Einzahlung, aber sie sind fast immer an ein konkretes Ereignis und einen Zeitraum gebunden. Die 10-€-Gratiswette von bet-at-home auf den Sieger der FIFA WM 2026 richtete sich an Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten; platziert werden musste die Wette bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr, und Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen.

Der Fall zeigt, was ein Gutschein ohne Einzahlung ist und was er nicht ist. Auf der Habenseite steht, dass kein eigenes Geld riskiert wird und der Gewinn ohne Umsatzauflage ausgezahlt wird — bei diesem Angebot eine echte Erleichterung gegenüber den üblichen Bedingungen. Auf der Sollseite steht die Enge: ein bestimmtes Sportereignis, ein Registrierungszeitraum, eine Uhrzeit als Platzerierungsfrist. Wer in dieser Woche verreist war oder das Angebot erst später sah, hatte null. Ein Gutschein ohne Einzahlung verlangt statt Geld Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit zum falschen Zeitpunkt ist nichts wert.

Der praktische Umgang mit solchen Angeboten folgt daraus von selbst: prüfen, ob das Ereignis in den eigenen Zeitplan passt, prüfen, ob die Gratiswette auf einen Markt gesetzt werden darf, bei dem man eine eigene Meinung hat, und erst dann registrieren. Wer die Frist erst bei der Registrierung liest, liest sie zu spät.

Die Rangliste: zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Vergleich

Die folgende Übersicht ordnet zehn Anbieter mit Sporterlaubnis auf der Whitelist nach der Ausgestaltung ihrer Gutschein- und Freebet-Angebote. Ein Vergleich der Angebote, keine Empfehlung und kein Ranking der Spielqualität. Wo in der Tabelle kein Wert steht, trägt der betreffende Anbieter zu dieser Frage in seinem eigenen Wettprogramm nichts bei, was sich belastbar nebeneinanderstellen ließe.

Anbieter Privilegierter Anbieter auf der Whitelist Erste Sporterlaubnis Gutschein- oder Bonustyp Betrag und Einsatzbedingung
Tipwin Tipwin Limited 09.10.2020 Einzahlungsbonus mit Umsatzauflage 100 % bis 100 €; Einzahlung und Bonus siebenmal umzusetzen, Mindestquote 1,80, je Wettschein höchstens 100 €
Interwetten Interwetten Gaming Limited 02.11.2020 — —
bet365 Hillside (Europe) ENC 09.10.2020 Wett-Credits für Neukunden bis 100 €, Freigabe nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung, Gewinne ohne Einsatz der Credits
ODDSET Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020 — —
Sportwetten.de NetX Betting Limited 19.11.2020 Einzahlungsbonus als Bonusgeld 100 % der ersten Einzahlung bis 100 €, sofort nach Ersteinzahlung ab 10 €
Betano Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021 — —
DAZN Bet DZBT Operations Limited 22.08.2023 — —
Betway Betway Limited 09.03.2021 Willkommens-Freiwette Betrag offen; Einzahlungen per Skrill qualifizieren nur für diese Freiwette
Winamax WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021 Freebets auf verdoppelte Einzahlung bis 100 €, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets; Einzahlung einmal umzusetzen, Obergrenze 100 €, Mindestquote 1,05
Tipico Tipico Co. Limited 09.10.2020 — —

Was die Tabelle zeigt und was sie verschweigt, ist unterschiedlich aufschlussreich. Vier der zehn Anbieter tragen in der Spalte zum Bonustyp überhaupt nichts ein, und das ist keine Lücke des Vergleichs, sondern eine Eigenschaft des Marktes: Ein deutscher Anbieter ist nicht verpflichtet, Neukunden mit einem Gutschein zu werben. Wer mit dem Suchbegriff Wettgutschein ankommt, findet die Angebote deshalb nicht gleichmäßig verteilt, sondern bei einer Minderheit der konzessionierten Häuser.

Die Spalte mit dem Datum der ersten Sporterlaubnis sieht nach Formalie aus und ist doch die interessantere. Zwischen dem 09.10.2020 und dem 22.08.2023 liegen fast drei Jahre, und jedes Datum markiert den Moment, in dem ein Haus in den regulierten deutschen Markt eingetreten ist. Wer im Herbst 2020 dabei war, hat das Ende des grauen Marktes miterlebt und sein Produkt unter Aufsicht aufgebaut. Ein späterer Eintritt bedeutet nicht ein schlechteres Produkt, aber ein kürzeres Verhältnis zu den deutschen Regeln. Und weil die Whitelist kein Enddatum führt, sagt der Eintrag nichts über die Restlaufzeit: Eine Erlaubnis läuft fünf Jahre, verlängert wird sie durch einen neuen Bescheid, der in der Liste als weiteres Erteilungsdatum auftaucht.

Auffällig ist schließlich, wie unterschiedlich dieselbe beworbene Zahl von 100 € einzuordnen ist. In drei Fällen steht sie in der Tabelle, und in keinem der drei bedeutet sie dasselbe: Bei Tipwin ist sie an siebenmaligen Umsatz mit einer Mindestquote von 1,80 gebunden, bei bet365 an die Abrechnung von Wetten im Wert der Einzahlung mit anschließender Kürzung des Gewinns um den Einsatz, bei Winamax an eine Umsatzauflage von nur einer Einzahlung mit einer Mindestquote von 1,05. Wer die Zahl vergleicht, vergleicht nichts. Wer die Bedingung dahinter vergleicht, sieht drei verschiedene Produkte.

Die Anbieter im Einzelnen

Tipwin: der Gutschein mit dem längsten Umsatzweg

Das Willkommensangebot von Tipwin beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €. Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 €, und es zählen nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80. Wer 100 € einzahlt, kommt damit auf 1.400 € Wetteinsatz. Für einen Spieler, der ohnehin regelmäßig auf Spiele mit Quoten um 2,00 setzt, ist das eine überschaubare Aufgabe. Wer kurze Favoritenquoten bevorzugt, muss seinen Stil ändern oder den Bonus liegen lassen.

An die Verifizierung ist der Bonus doppelt gekoppelt: Nur verifizierte Konten erhalten ihn, und wer vor der Verifizierung einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Wetten, deren Ticket vor Abrechnung zurückgekauft wurde, zählen nicht zum Umsatz. Der Bonus gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse. Das ist eine der strengsten Staffelungen, die im erlaubten deutschen Markt üblich sind — und sie ist konsequent: Sie schließt genau die Konstellationen aus, in denen ein Bonus mehrfach abgeschöpft werden könnte.

Der Bonus von Tipwin gehört damit zu den Angeboten mit dem längsten Umsatzweg in dieser Übersicht.

Interwetten: Cash Out als Regel, nicht als Werbewort

Interwetten kann Cash-Out-Angebote laut seinen Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren, und für Freebets und Bonusgeld ist Cash Out nicht verfügbar. Diese beiden Sätze sind der ganze Kern. Cash Out ist kein verbrieftes Recht, sondern eine Funktion, die der Anbieter zuschalten kann und wieder abschalten darf, und wer eine Gratiswette platziert, sitzt sie bis zur Abrechnung aus.

Für einen Spieler, der einen Wettschein gern vorzeitig schließt, wenn sich ein Spiel dreht, ist das eine relevante Einschränkung. Für einen, der Scheine ohnehin bis zum Ende laufen lässt, ändert es nichts. Die Regel ist außerdem bemerkenswert ehrlich formuliert: Der Widerruf ohne Ankündigung steht offen im Regelwerk, statt in einer Fußnote zu verschwinden. Für die Entscheidung zählt, dass der kostenlose Teil einer Gratiswette und die Flexibilität eines Cash-Out-Angebots sich bei Interwetten gegenseitig ausschließen.

bet365: viele Funktionen, kürzend gerechnete Credits

Bet365 bewirbt für Neukunden bis zu 100 € in Wett-Credits. Die Credits werden nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Der Betrag steht also erst zur Verfügung, wenn ein entsprechendes Wettvolumen abgerechnet ist — der Gutschein ist hier an Aktivität gekoppelt, nicht an eine Sofortgutschrift.

Daneben bietet der Anbieter einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Im Hilfezentrum sind Wetten-Konfigurator, Gewinn-Boost, Cash Out, „Einwechslung+“ — eine Spielerwette läuft bei einer Auswechslung weiter — und „Wette teilen“ als Funktionen beschrieben. Das ist ein dichter Funktionskatalog, und er erklärt, warum dieser Anbieter mit einem Bonus arbeitet, der an Aktivität gebunden ist: Das Werkzeug dafür ist bereits da. Der Haken sitzt in derselben Zeile wie die 100 € — dem Gewinn fehlt der Einsatz der Credits, und das sind bei mittlerer Quote rund die Hälfte des beworbenen Werts.

ODDSET: der Gutschein, der fehlt

Die ODDSET Sportwetten GmbH ist seit dem 18.11.2020 mit einer Sporterlaubnis auf der Whitelist geführt, Inhaberin der Erlaubnis ist sie seit dem Bescheid des Regierungspräsidiums Darmstadt vom 15.12.2022 für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale).

Ein Neukunden- oder Gutscheinangebot lässt sich aus den Angaben dieses Anbieters nicht herausrechnen. Wer ODDSET wählt, wählt die Traditionsmarke mit dem staatlichen Hintergrund und den stationären Annahmestellen, nicht den Gutschein. Für einen Spieler, der das Spiel lieber im Laden als im Browser abschließt, ist genau das der Punkt; wer einen möglichst hohen Freibetrag zur Anmeldung sucht, wird hier nicht fündig. Diese Verlagerung des Interesses ist kein Mangel des Angebots, sondern dessen Beschreibung.

Sportwetten.de: Bonusgeld ohne Umweg über eine Frist

Das Willkommensangebot von Sportwetten.de ist ein Einzahlungsbonus, also Bonusgeld: 100 % der ersten Einzahlung, maximal 100 €, gutgeschrieben sofort nach einer Ersteinzahlung von mindestens 10 €, wobei die erste online getätigte Einzahlung maßgeblich ist. Der Name des Produkts ist hier wörtlich zu nehmen — die Marke verbirgt sich hinter keinem Fantasieangebot.

Der Unterschied zu den anderen Angeboten liegt in der Mechanik: kein Umsatzweg, der mit einer Gratiswette beginnt, sondern echtes Bonusgeld auf die erste Einzahlung mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 10 €. Ob das ein Vorteil ist, hängt am Konto selbst. Wer 100 € einsetzt und 100 € Bonusgeld erhält, hat ein Betriebsvermögen von 200 € im Buch, das an Bedingungen hängt — bei diesem Anbieter an Bedingungen, die in den öffentlich beworbenen Kernpunkten nicht als Umsatzstaffel auftauchen. Wer eine schnelle Gutschrift ohne Fristendruck sucht, ist hier richtig; wer den kompletten Zugriff auf das Guthaben will, muss vor der ersten Wette klären, welche Umsatzregeln für dieses Bonusgeld gelten. Der Bonus ist sofort da, das Kleingedruckte aber nicht kleiner.

Betano: Erlaubnis ja, Gutscheinangabe nein

Als Anbieter von Betano.de führt die Whitelist die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan auf Malta, mit einer ersten Sporterlaubnis vom 19.02.2021. Die Erlaubnis ist damit knapp vier Monate jünger als die der ersten Welle deutscher Konzessionen.

Zu einem Neukunden- oder Gutscheinangebot trägt dieser Anbieter in den herangezogenen Unterlagen nichts bei. Wer Betano mit anderen Häusern vergleichen will, muss sein Wettprogramm selbst aufschlagen. Für manche Spieler ist das ein Ausschlusskriterium, für andere nicht: Eine Marke ohne beworbenen Einstiegsgutschein hat auch keine Umsatzbedingungen, an denen ein Guthaben hängen bleibt. Wer ohnehin mit eigenem Geld setzt, verliert durch das fehlende Angebot nichts.

DAZN Bet: Cash Out nur bei der einfachen Wette

Cash Out ist bei DAZN Bet nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als Freiwette platzierten Wetten. Der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten, und die Verfügbarkeit der Funktion wird nicht garantiert. Der Anbieter ist seit dem 22.08.2023 auf der Whitelist, Inhaber der Erlaubnis ist die DZBT Operations Limited.

Für die Frage nach dem Gutscheinwert ist die erste dieser Einschränkungen die entscheidende. Wer eine Gratiswette einsetzt, kann die Wette nicht vorzeitig schließen — er muss also auf einen Ausgang spielen, den er bis zum Ende aussitzen möchte. Diese Bedingung hebelt die Rechnung um 4,50 € bis 4,75 € je 10 € Gutschein nicht aus, sie verschärft aber den Druck, eine Wette zu platzieren, die man wirklich halten will. Und wer zum Cash Out greift, um sich aus einem schlecht laufenden Schein herauszukaufen, ist bei DAZN Bet auf die einfachen Wettformen verwiesen.

Betway: Zahlungswege entscheiden über den Bonus

Bei Betway beträgt die Mindesteinzahlung per Skrill 5 €, die Mindestauszahlung 10 €. Skrill-Auszahlungen sind gebührenfrei und werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Einzahlungen per Skrill qualifizieren jedoch nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus. Wer per Trustly einzahlt, hat eine Mindesteinzahlung von 5 € und eine Mindestauszahlung von 10 € bei gebührenfreien Zahlungen; ausgezahlt wird nur Guthaben ohne offene Bonus-Umsatzbedingung, auf ein Konto auf den Namen des Kunden und nach vorheriger Trustly-Einzahlung.

Dieser Anbieter ist das klarste Beispiel dafür, dass der Zahlungsweg den Gutschein mitbestimmt. Zwei Einzahlungsdienste, zwei unterschiedliche Töpfe: Der eine Weg führt zur Freiwette, der andere zum Einzahlungsbonus. Wer per Skrill einzahlt, weil die Auszahlung schnell und gebührenfrei ist, verzichtet auf das größere Angebot, ohne es zu merken. Und die Auszahlung selbst ist an die Bedingung geknüpft, dass keine offene Bonus-Umsatzauflage auf dem Guthaben liegt — die schnelle Zahlung ist also nur so schnell wie der letzte offene Wettschein.

Winamax: Freebets ohne Umsatzauflage, aber mit Konzentrationszwang

Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets. Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und bei einer Mindestquote von 1,05. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen nicht zur Umsetzung der Einzahlung, weitere zeitliche Bedingungen bestehen laut dem Anbieter nicht. Das Angebot gilt einmal je Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto.

Für die Wertrechnung ist das die interessanteste Konstruktion der Übersicht. Dass die Freebets keinen Umsatzbedingungen unterliegen, bedeutet: Was auf einen gewonnenen Schein ausgezahlt wird, ist frei verfügbar. Genau hier schlägt der Einsatzabzug am härtesten zu, denn die 100 € Einsatz verschwinden vollständig, während nur der Nettogewinn auf dem Konto landet. Bei einer Quote von 1,90 bleiben vom Gutscheineinsatz rund 90 Cent je Euro — und der Betrag, der tatsächlich ausgezahlt wird, liegt unter dem, was der Markt anzeigt.

Dazu kommt die zweite Einschränkung: ein Angebot je Haushalt und Bankverbindung. Für Wohngemeinschaften oder Paare mit gemeinsamem Konto heißt das, dass genau einer der beiden den Gutschein nutzen kann. Bei der Wahl zwischen zwei Neukundenangeboten ist das ein Kriterium neben der Quote.

Der Winamax-Cashout erlaubt die vollständige oder teilweise vorzeitige Beendigung einer Wette für Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten; ausgezahlt wird der Betrag erst, nachdem alle Auswahlen der Wette beendet sind. Nicht möglich ist Cashout bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und mit Freebets platzierten Wetten. Ein Spieler mit Neigung zu Torschützenmärkten und Gutscheinen findet hier also beides nicht zusammen.

Tipico: der Anbieter ohne Gutscheinangabe, seit 2004 im Geschäft

Die Tipico Co. Ltd. hat ihren Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Auf der Whitelist steht der Anbieter mit einer ersten Sporterlaubnis vom 09.10.2020. Gleichzeitig ist Tipico der Name, um den sich das Vorlageverfahren des Bundesgerichtshofs dreht — die dort verhandelten Vorgänge betreffen aber Wetten der Jahre 2013 bis 2018 und damit einen Zeitraum vor der heutigen Erlaubnis.

Ein Gutschein- oder Neukundenangebot lässt sich für diesen Anbieter aus den vorliegenden Angaben nicht herausrechnen. Für einen Spieler mit Interesse an einem Einstiegsgutschein fällt Tipico damit aus der engeren Wahl, und das ist die ehrliche Auskunft. Wer Wert auf ein etabliertes Haus mit langer Marktgeschichte legt und ohnehin mit eigenem Geld setzt, für den ist die Marke dennoch präsent. Beides gleichzeitig geht nicht.

Steuern, Werbung und der Preis, den das System einzieht

Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die der Einsatz abzüglich der Steuer selbst ist (§§ 17, 18) — das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist nach § 19 der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Ob und wie der Veranstalter sie weitergibt, ist seine Entscheidung; wer wissen will, wie ein bestimmter Anbieter damit umgeht, liest dessen eigene Bedingungen. Die Zahl 5,3 % ist keine Steuer auf den Einsatz, und wer sie so schreibt, schreibt etwas Falsches. Auf unerlaubte Anbieter fällt die Steuer ebenfalls an — eine gezahlte Steuer ist deshalb kein Nachweis einer Erlaubnis. Zur Besteuerung von Gewinnen privater Spieler lässt sich nichts Belastbares sagen; dafür ist der Steuerberater die richtige Adresse.

Ein weiterer Kostenpunkt, der selten als solcher benannt wird, ist die Werbung selbst. Nur Erlaubnisinhaber dürfen für ihre Angebote werben (§ 5 Abs. 7). Das Sperrfenster von 06:00 bis 21:00 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 gilt für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele — nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gelten andere Grenzen: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären und kein Affiliate-Entgelt, das an Umsatz, Einzahlung oder Einsatz gekoppelt ist (§ 5 Abs. 3, 6). Welche Werbesprache verboten ist, ist damit geregelt; wie viel ein Bonus kostet, nicht.

Was das GlüStV auch nicht tut: Es setzt keine Obergrenze für einen Sportwettenbonus. Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Für einen Leser heißt das, dass es keinen gesetzlichen Höchstwert gibt, an dem man sich orientieren könnte, und erst recht kein behördliches Gütesiegel für einen besonders guten Bonus. Die einzige Prüfmöglichkeit ist die Bedingung des Anbieters selbst.

Bei den Auszahlungen gibt es immerhin eine klare Regel: Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Ein Wettangebot, das eine Auszahlung mitten im laufenden Spiel verspricht, ist damit nicht Teil des erlaubten Rahmens. Und für Live-Wetten ist der Markt von vornherein kleiner, als es aussieht. Nach § 21 Abs. 4 sind Live-Wetten während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt, der nächste Satz im Tennis auch, der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball nicht. Auch das ist eine Kostenposition für Gutscheine: Ein Gutschein, den man in Live-Wetten umsetzen muss, trifft auf ein deutlich schmaleres Wettprogramm, als die Werbung suggeriert.

Barred sind nach § 21 Abs. 1a zusätzlich Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — nach der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich — sowie manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind unzulässig. E-Sport ist nach Angabe der Behörde kein Sport und kann in Deutschland nicht mit Erlaubnis bewettet werden. Virtuelle Sportarten sind in dieser Frage nicht geklärt; dazu wird hier nichts behauptet.

Wer einen Gutschein in Live-Wetten umsetzen muss, spart also nicht dort, wo er gerne spielen würde. Er spart auf den Märkten, die der Gesetzgeber übrig gelassen hat.

Woran man ein Gutscheinportal erkennt, das nicht auf der Whitelist steht

Der Suchbegriff führt schnell auf Seiten, die mit dem größten Bonus locken und mit keinem Wort eine Erlaubnis erwähnen. Solche Seiten richten sich an deutsche Spieler und vermitteln Wetten ohne die Erlaubnis, die dafür nötig wäre — nach § 4 Abs. 1 GlüStV ist das unerlaubtes Glücksspiel. Die Behörde warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich davor, an solchen Angeboten teilzunehmen.

Die praktische Folge ist die wichtigere als die juristische. Ohne deutsche Erlaubnis fehlt der Anschluss an OASIS und an die LUGAS-Limitdatei. Ein Selbstausschluss im erlaubten Markt schützt einen auf einer solchen Seite nicht, und umgekehrt lässt sich dort kein Einzahlungslimit setzen, das im deutschen Markt Wirkung hätte. Im Streitfall gibt es keine deutsche Aufsicht, an die man sich wenden könnte, und die Zahlungen laufen außerhalb der Kontoregeln des § 6b Abs. 4. Wer dort gewinnt, hängt an der Zahlungsmoral eines Unternehmens, das sich keiner deutschen Behörde verantworten muss.

Gegen eine Rückforderung verlorener Einsätze wird derzeit vor Gericht gestritten, und es wäre falsch, daraus eine Zusage zu machen. Wer heute bei einem Anbieter ohne Erlaubnis setzt und verliert, hat keinen Anspruch, den ihm jemand garantiert, sondern eine offene Rechtsfrage.

Die Umkehrung derselben Betrachtung ist weniger angenehm und deshalb leicht zu übersehen. Ein Whitelist-Anbieter kostet den Spieler Dinge, die auf dem grauen Markt selbstverständlich sind: hohe Limits, ungewöhnliche Zahlungswege, einen sehr breiten Live-Markt. Wer diese Dinge sucht, findet sie im erlaubten Rahmen nirgends. Das ist die Kostenstruktur des deutschen Modells, und sie ist ein Teil derselben Entscheidung, die der Gutschein verlockend macht.

Häufige Fragen zu Wettgutscheinen

Was genau ist ein Wettgutschein, und wie unterscheidet er sich von einem Einzahlungsbonus?

Ein Wettgutschein ist eine Gratiswette: Der Anbieter stellt einen Einsatzbetrag, mit dem man ohne eigenes Geld wetten kann, und zahlt bei Gewinn nur den Nettogewinn aus. Ein Einzahlungsbonus ist Bonusgeld, das an eine eigene Einzahlung gekoppelt ist. Beide Typen hängen an Bedingungen des jeweiligen Anbieters, nicht an einer gesetzlichen Regel.

Wird bei einer Gratiswette der Einsatz zusammen mit dem Gewinn ausgezahlt?

Nein. Bei einer Gratiswette bleibt der Einsatz beim Anbieter, ausgezahlt wird nur der Gewinn. Bei einer Quote von 1,90 erhält man also 90 Cent je Euro Gutscheinbetrag. Genau dieser Abzug ist der Grund, warum sich der Durchschnittswert einer Gratiswette erst über eine Rechnung mit Quotenschlüssel und Quote zeigt.

Gibt es Wettgutscheine ohne Einzahlung, und welche Bedingungen gelten dabei?

Ja, sie sind aber meist an ein konkretes Ereignis und einen kurzen Zeitraum gebunden. Ein solches Angebot zur WM 2026 verlangte eine Registrierung ab dem 09.06.2026 und die Platzierung der Wette bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr. Der Gewinn unterlag dann keinen Umsatzbedingungen.

Wie lange sind Gutscheine und Freebets gültig, und welche Mindestquote ist üblich?

Fristen unterscheiden sich stark und stehen in den Anbieterbedingungen. Eine Freebet musste zunächst innerhalb von drei Tagen aktiviert und binnen sieben Tagen genutzt werden, bei einem anderen Anbieter gilt eine 60-Tage-Frist für den Bonus. Übliche Mindestquoten reichen von 1,05 bis 1,80 für den qualifizierenden Wettschein.

Gelten Wettgutscheine auch für Bestandskunden oder nur für Neukunden?

Die Angebote, die diese Übersicht erfasst, richten sich überwiegend an Neukunden. Aktionseinbindungen sind oft ausdrücklich auf Personen ohne bestehendes Konto beschränkt. Bestandskunden finden Aktionsangebote eher im laufenden Programm eines Anbieters, etwa in Form von Boost-Aktionen auf Kombiwetten oder Wochenaktionen.

Worauf ist bei Seiten zu achten, die Gutscheine ohne deutsche Erlaubnis anbieten?

Auf die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, und sonst auf nichts. Fehlt der Eintrag, fehlen auch OASIS-Anschluss, LUGAS-Limitdatei und deutsche Aufsicht. Steuerzahlung und eine .de-Domain beweisen keine Erlaubnis. Die Behörde warnt ausdrücklich vor der Teilnahme an solchen Angeboten.

Inhalt erstellt vom Team «Freiwette»