Skispringen-Wetten bei lizenzierten Anbietern: Quoten, Regeln und der wahre Preis
30. Oktober 2026 — abgeglichen mit der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Stand 2. Oktober 2026.

Skispringen ist eine der wenigen Sportarten, bei denen der Zuschauer das Ergebnis live nicht sieht. Er sieht einen Springer in der Luft, ein paar grüne Linien auf dem Bildschirm und eine Note, die Sekunden später eingeblendet wird. Genau dazwischen liegt das Fenster, in dem eine Livewette platziert werden kann — und genau dort verdient der Veranstalter sein Geld.
Wer online auf Skispringen wetten will, stößt in Deutschland zuerst auf eine unbequeme Grenze. Sportwetten sind hier nur bei Anbietern zulässig, die über eine deutsche Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder verfügen. Alles andere ist unerlaubtes Glücksspiel, auch wenn die Seite poliert aussieht und die Quote einen Cent besser ist. Wo eine solche Erlaubnis steht, ist nicht die Domain, nicht ein Siegel im Footer und nicht die Zahl der Jahre am Markt.
Zehn Veranstalter auf der Whitelist nehmen Wetten auf Skispringen an. Ich habe sie nicht nach Sympathie sortiert, sondern danach, was jede Aufstellung den Leser kostet: die Marge in der Quote, die Bedingungen eines Bonus, die Grenzen, die das deutsche Recht jedem Anbieter gleich auflegt, und die Frage, wer in einem Wettkampf überhaupt noch einen Markt offen hat, wenn der erste Springer schon am Anlauf steht.
Erlaubnis, Aufsicht und was eine fehlende Erlaubnis wirklich kostet
Die Rechtslage ist kürzer, als die Werbung auf den Portalen vermuten lässt. Seit dem 1. Juli 2021 gilt der Glücksspielstaatsvertrag in der Fassung des Jahres 2021, und die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) erteilt die deutschlandweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten. Maßgeblich sind § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags; die Aufsicht führt die Behörde nach § 28a, einschließlich Bußgeldern. Wer eine Erlaubnis hat, muss sie nicht bewerben. Wer sie nicht hat, darf trotzdem kein Angebot an Deutsche richten.

Die einzige belastbare Prüfung ist die Whitelist der Behörde nach § 9 Abs. 8. In der Fassung vom 2. Oktober 2026 stehen dort 30 Einträge: 27 Veranstalter mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei reine Pferdewetten-Anbieter. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain. Umgekehrt funktioniert der Schluss nicht. Eine .de-Adresse ist keine Erlaubnis, sondern eine Wahl.
Die Whitelist nennt Antragsdaten und keine Ablaufdaten. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre, nach § 4c Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags — was auf einer Portalseite als „garantiert gültig bis“ auftaucht, hat dort nichts zu suchen. Und der entscheidende Punkt für Winterwochen: Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis steht, darf Sportwetten annehmen. Ein Veranstalter mit zusätzlicher Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele hat damit eine zweite, völlig andere Genehmigung in der Hand, mit anderen Regeln, anderen Limits und anderer Aufsicht.
Was erlaubt ist, bestimmt das Sportwettprogramm der Behörde. Nach § 21 Abs. 1 sind Festquotewetten auf den Ausgang eines Ereignisses, eines Abschnitts davon oder auf Vorkommnisse darin zulässig, als Einzel- oder Kombinationswette. Hinzu kommt § 21 Abs. 5: Es gilt nur, was die Behörde genehmigt hat. Wer sich ein wettfreies Wochenende erhofft, wird enttäuscht — die Einschränkungen treffen die Livewette härter als die Vorabwette.
Im laufenden Wettbewerb, geregelt in § 21 Abs. 4, sind Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen vergleichbaren Bestandteil erlaubt — und das nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Beim Fußball ist das nächste Tor zulässig, beim Tennis der nächste Satz, beim Tennis aber nicht der nächste Punkt, beim Basketball nicht der nächste Korb. Für Skisprung-Fans ist das unmittelbar relevant. Ob ein deutscher Anbieter während eines Durchgangs einen Markt auf den nächsten Springer öffnet, hängt an dieser Vorschrift und nicht am Wetter.
Ausgeschlossen sind dagegen Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, wo die Aufsichtspraxis den Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich einordnet, außerdem manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung nach § 21 Abs. 1a. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind ebenfalls nicht zulässig. E-Sport: Die Behörde stellt klar, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist — ein entsprechendes Angebot mit deutscher Erlaubnis existiert nicht. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Ein gesetzliches Einsatzlimit pro einzelne Wette kennt das Sportwettrecht nicht.
Der teuerste Teil der Rechtslage liegt nicht in Deutschland, sondern außerhalb. Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, der Sportwetten nach Deutschland richtet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat hier keine Bedeutung — nicht geringe Bedeutung: keine. Die Behörde hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten wie Platincasino gewarnt.
Strafrechtlich stehen das Veranstalten nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe und die Werbung mit bis zu einem Jahr; die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verurteilungen einzelner Spielender sind nicht belegt. Wer die Sache in die eine Richtung dramatisiert, tut dem Leser keinen Gefallen; wer sie in die andere Richtung verharmlost, auch nicht.
Was die Aufsicht durchsetzen kann, steht in § 9: Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzsperren. Was ein Spieler verliert, ist damit nicht automatisch zurück. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Veranstalter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht, liegt seit dem 25. Juli 2024 beim Europäischen Gerichtshof: Der Bundesgerichtshof legte sie unter dem Aktenzeichen I ZR 90/23 vor, nachdem ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurückgefordert hatte. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 hält Generalanwalt Nicholas Emiliou in der Rechtssache C-530/24 eine Rückzahlungspflicht für grundsätzlich möglich — mit einer Ausnahme: wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Ein Rückzahlungsanspruch ist damit zumindest denkbar und für niemanden garantiert. Wer heute bei einem nicht gelisteten Anbieter einzahlt, setzt auf einen Rechtsstreit, den er selbst führen müsste. Das ist die ehrliche Summe des Risikos: nicht der sofortige Verlust, sondern jahrelanger Streit um Beträge, die selten die Anwaltskosten tragen. Der Vermerk „steuerfrei“, den solche Seiten gern tragen, hilft dabei nicht weiter.
Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes trifft nämlich auch den unerlaubten Veranstalter. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ nach §§ 17 und 18, was rund 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Steuerschuldner ist der Veranstalter, nicht der Spieler, nach § 19 — ob und wie er sie weitergibt, entscheidet er selbst. Ob eine Steuer gezahlt wurde, ist deshalb kein Nachweis einer Erlaubnis. Das ist die stille Pointe des ganzen Arguments: Der Steuerbescheid unterscheidet den Verband nicht vom Portal.
Was eine Erlaubnis dem Einzelnen abverlangt
Die Kehrseite der Legalität ist, dass sie jeden Account an dieselbe Leine legt. Der Vorteil: Wer auf einem gelisteten Portal wettet, hat eine Aufsicht, ein Beschwerderecht und ein geregeltes Auszahlungsverfahren. Der Nachteil ist präzise bezifferbar.

Das erste Hindernis steht vor dem ersten Sprung. Bevor ein Anbieter einen Spieler freischaltet, muss er ihn vollständig verifizieren; bis dahin darf er ihm höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer in der Nacht vor dem Neujahrsspringen ein Konto anlegt und die Verifizierung verschleppt, wettet auf dem falschen Konto. Der schnellere Weg ist der langweilige: Ausweis bereithalten, bevor die Tournee beginnt.
Dann greift § 6c Abs. 1 mit dem Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter mit entsprechender Erlaubnis darf für eine Einzelperson nach oben abweichen, bis 10.000 €, in der Stufe von 10.000 € bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — aber nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Eigenerklärung genügt dafür nicht. Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen. Wer sein Limit mitten in der Tournee anheben will, merkt sich die Woche Wartezeit.
Parallelspiel ist nach § 6h in Verbindung mit der Aktivitätsdatei untersagt.
Dasselbe Konto darf nicht mehrfach existieren. § 6a erlaubt einen Account pro Anbieter, vollständig verifiziert.
Spielerschutz in einer Saison, in der alles auf einmal kommt
Die Wintersaison ist für Spielerschutz ungewöhnlich feindlich. Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag drängen sich zwei Springen der Vierschanzentournee, dazu Weltcup-Termine und in Championships-Jahren weitere Wettbewerbe, und die Sportsendungen füllen jede Lücke. Im Sport ist das ein Fest. Im Einzahlungslimit ist es eine Falle: Ein Monatsdeckel kennt keine Feiertage.
§ 4 Abs. 3 setzt die Teilnahme bei 18 Jahren voraus.
OASIS nach §§ 8 und 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und bei jedem Login abgefragt wird. Wer sich dort mit einer Frist einträgt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe einer Frist mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Beide Instrumente greifen nur dort, wo sie technisch angebunden sind — ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ist mit OASIS und LUGAS nicht verbunden. Was der Leser bei einem nicht gelisteten Portal „Selbstkontrolle“ nennt, ist eine Einstellung in einem Kundenkonto.
Ein Detail, das viele übersehen: Ein gesperrter Spieler ist bei keinem gelisteten deutschen Anbieter willkommen. Die Sperre wirkt nicht wie ein gelöschtes Lesezeichen.
Das Geld der Spieler liegt nach § 6b Abs. 6 und 7 auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, und bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Einzahlungen dürfen nach § 6b Abs. 4 nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut kommen. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen — das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwettmarkt heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.
Der Rat, der aus all dem folgt, ist unspektakulär: Wer ein Konto anlegt, bevor er es braucht, spart sich die Verifizierung im falschen Moment. Wer sein Monatslimit vor der Tournee prüft, muss es nicht während der Tournee anheben. Für wen der Schutz trotzdem nichts taugt, ist der ehrlichste Rat, gar nicht erst einzuzahlen.
Wer auf einer Nicht-Whitelist-Seite wettet, zahlt mit Zeit und Nerven
Der Kern des Kostenarguments liegt hier. Auf dem Papier hat der illegale Anbieter zwei Vorteile: keine Einzahlungsgrenze von 1.000 € und mehr Live-Märkte. Der erste Vorteil ist ein Risiko mit Zinsen, kein Rabatt. Der zweite ist ein Verstoß gegen § 21 Abs. 4.
Die Nachteile dagegen sind konkret. Kein OASIS, also kein Selbstausschluss, der verlässlich greift. Kein LUGAS, also kein Monatsdeckel. Kein insolvenzgeschütztes Treuhandkonto auf Basis des § 6b Abs. 6. Keine Aufsicht, bei der sich eine ausbleibende Auszahlung eskalieren lässt. Keine deutsche Gerichtsbarkeit, die für einen Kläger bequem erreichbar wäre. Und die Aussicht auf einen Rückzahlungsanspruch, der selbst beim günstigen Ausgang der EuGH-Frage durch einen Prozess führt.
Umgekehrt formuliert: Die Erlaubnis kostet den Spieler Komfort, nicht Geld. Das Limit stört die Ausnahme, die Dimensionierung der Live-Märkte stört die Ungeduld. Wer für die Vierschanzentournee vergleicht, sollte den Preis dieser Beschränkungen kennen, statt ihn beim ersten Anbieter ohne GGL-Vermerk zu umgehen.
Was eine Skisprung-Quote zusammensetzt
Eine Quote ist keine Schätzung der Wahrheit, sondern ein Preis mit einer eingebauten Gebühr.
Dieser Zusammenhang lässt sich an einem Rechenbeispiel zeigen, das nichts über eine echte Begegnung behauptet. Unterstellen wir einen Markt mit zwei Ausgängen — Springer A gewinnt, Springer B gewinnt —, jede Seite zu einer Quote von 1,90. Kehrwert eins: 1 geteilt durch 1,90, also 0,5263. Kehrwert zwei: derselbe Wert. Die Summe der Kehrwerte liegt bei rund 1,053. Der Quotenschlüssel ist der Kehrwert davon, also rund 95 %. Für diesen Zwei-Weg-Markt heißt das: Die Marge liegt bei rund 5 %, unterstellt, die Quoten stehen tatsächlich so. Realistisch ist in den hier verglichenen Märkten ein Band von ungefähr 4 bis 8 %.
Was bedeutet die Zahl für den Leser? Bei jeder in diesem Markt platzierten Wette bleibt dem Veranstalter im Durchschnitt dieser Anteil des Einsatzes, und der Leser bekommt den Rest zurück. Über eine Saison mit vielen kleinen Einsätzen ist das kein Detail, sondern die Hauptzeile des Kontoauszugs. Ein Springer-Turnier mit vier Springen und dazu sechs Handicap- oder Podestmärkten produziert dieselbe Marge viermal, sechsmal, zwanzigmal.
Nun der Teil, den Portale gern verschweigen: Die Marge eines Zwei-Weg-Marktes ist nicht die Marge eines Drei-Weg-Marktes und schon gar nicht die eines Kombinationsmarkts zu Podestplätzen. Je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto mehr Kehrwerte müssen zur Eins addiert werden. Wer eine Quote mit einer anderen vergleicht, muss denselben Markt vergleichen. Ein Anbieter mit einer um 0,03 höheren Quote auf den Turniersieger kann in einem Randmarkt 10 % Marge fahren.
Die Zusammensetzung des Ergebnisses macht die Sache nicht besser. Nach § 21 Abs. 1 sind Festquotewetten auf den Ausgang eines Ereignisses möglich, und die Note ist Teil der Wahrheit über diesen Ausgang. Ein Springer, der einen guten Flug mit einer schwachen Landung bezahlt, verliert Plätze gegen einen Konkurrenten mit kürzerer Weite und saubere Landung. Wer auf eine Weitenwette setzt, wettet auf ein Detail, das die Note nicht abbildet.
Weite, Haltung und die Zahl, die beides zusammenfasst
Es hilft, die Wertung zu kennen. Nach der Regel setzt sie sich aus Weiten- und Haltungsnote zusammen. Fünf Kampfrichter bewerten Flug, Landung und Auslauf; die höchste und die niedrigste Note werden gestrichen, die drei verbleibenden zählen.
Ein Sprung auf den K-Punkt bringt 60 Punkte, auf Skiflugschanzen 120. Auf Großschanzen werden je Meter 1,8 Punkte addiert oder abgezogen, auf Flugschanzen 1,2 Punkte. Ein Springer, der einen Meter über dem K-Punkt landet, gewinnt auf der Großschanze 1,8 Punkte Weitenpunkte — bei drei Kampfrichter-Differenzen von je 1,0 Punkten ist ein solcher Vorsprung bereits aufgezehrt. Für den Wettenden heißt das: Der Unterschied zwischen zwei Springern liegt häufiger in drei Richterköpfen als in einem Meter Luftlinie.
Normalschanze und Großschanze haben seit 1992 einen K-Punkt von 90 beziehungsweise 120 Metern, Flugschanzen eine Hillsize ab 185 Metern. Wind- und Anlaufkompensation wurden in der Saison 2009/10 eingeführt und im Sommer 2010 offiziell. Ein Windaufkommen von sechs Metern pro Sekunde ist für einen Sprung keine Kleinigkeit, für eine Quote aber eine regulierte Größe: Die Kompensation verrechnet ihn.
Für den, der eine Wette prüft, folgt daraus eine unbequeme Konsequenz: Ein Springer kann den weitesten Flug des Tages haben und trotzdem nicht gewinnen. Wer auf die Note setzt, sollte wissen, wie sie entsteht.
Ein Wetttipp entsteht aus Form, Schanze und Wind
Ein Tipp ist eine Rechnung mit unsicheren Zahlen — kein Wissen über das Ergebnis.
Und am Ende steht ein Unterschied. Genau dieser Unterschied macht aus einer Erwartung eine Handlung — oder auch nicht. Wer sich in einem Zwei-Weg-Markt mit einer Marge von 5 % auf den Sieger festlegt, muss sich bei dieser Entscheidung darüber im Klaren sein, dass er über eine Saison durchschnittlich auf der Verliererseite dieses Margenverhältnisses steht. Die Sache ist mathematisch entschieden, bevor sie sportlich entschieden ist.
Ich habe kein Patentrezept. Wer eines hat, verkauft es.
Was ich sagen kann: Ein Tipp, der aus zwei Sätzen zur Windkompensation und einem Halbsatz zur Form besteht, ist keine Analyse. Ein Tipp, der aus einem Nachmittag mit Startlisten, Windwerten und Videos besteht, ist eine. Und auch der bleibt unsicher. Ein Verletzungsausfall am Morgen, ein Schanzenumbau, ein Winddreher zwischen zwei Durchgängen — keine dieser Größen steht in einem Formwert.
Wer unter der Tournee mit mehreren Einsätzen plant, sollte sich an die eigene Doktrin halten: Schanzenprofil vor Favorit, Windbericht vor Quote. Ein deutscher Anbieter mit Erlaubnis bietet dieselben Märkte, aber eine andere Rechnungsgrundlage, sobald die Marge dazukommt.
Wie lange eine Livewette offen bleibt
Livewetten sind im deutschen Recht die knappste Ressource — knapper als der Einzahlungsdeckel.
Nach § 21 Abs. 4 sind während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen vergleichbaren Bestandteil erlaubt, und auch das nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind.
Für Skispringen liest sich die Vorschrift wie eine Warnung. Ein Durchgang dauert wenige Minuten, jeder Springer ist ein eigenes Ereignis, und der Ausgang eines Durchgangs steht binnen Sekunden fest. Was zulässig bleibt, ist die Vorabwette auf den Sieger, das Podest oder die Gesamtwertung — und während eines Wettkampfs die Wette auf das Endergebnis des Wettkampfs. Wer bei einem gelisteten Anbieter eine Livewette auf den nächsten Springer sucht, sucht einen Markt, den § 21 Abs. 4 nicht hergibt. Wo die Grenze im Einzelfall verläuft, steht im Sportwettprogramm des Veranstalters und in seinen Bedingungen; wer das vor dem Einsatz liest, zahlt nicht mit Zeit.
Wer eine Livewette ohne diese Einschränkung angeboten bekommt, sollte die Domain prüfen. Das großzügige Live-Portfolio ist häufig nicht das Merkmal eines besseren Anbieters, sondern das Merkmal eines anderen Rechtsrahmens.
Der Spielplan: Weltcup, Vierschanzentournee, WM und Olympia
Der Kalender bestimmt, wann deutsche Anbieter überhaupt Märkte öffnen.
Der Skisprung-Weltcup wird seit 1979 ausgetragen. Die ersten 30 jedes Wettbewerbs erhalten Weltcuppunkte. Der Frauen-Weltcup besteht seit der Saison 2011/12.
Frauen-Skispringen ist seit 2014 olympisch, zunächst nur von der Normalschanze; bei den Olympischen Spielen 2026 kam die Großschanze hinzu.
Die Vierschanzentournee findet in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen statt und wurde erstmals 1953 ausgetragen.
Sie ist das Ereignis, an dem sich der deutsche Markt ausrichtet, und ihr Format erklärt, warum. Vier Einzelspringen an vier Orten in wenigen Tagen, dazu eine Gesamtwertung mit eigenem Sieger. Zwei Kurven für verschiedene Leser: der Einzelsieg im jeweiligen Springen, die Tournee-Gesamtwertung mit ihrer eigenen, über das ganze Format laufenden Rechnung.
Die Gesamtsieger der Vierschanzentournee 2025/26 war der Slowene Domen Prevc, mit 1195,6 Punkten hält er den Punkterekord der Tournee. Rekordsieger der Gesamtwertung ist Janne Ahonen mit fünf Siegen. Alle vier Einzelspringen einer Tournee — der Grand Slam — gewannen Sven Hannawald (2001/02), Kamil Stoch (2017/18) und Ryōyū Kobayashi (2018/19).
Für Wetten ist das mehr als Statistik. Ein Grand Slam ist ein Vorgang, der seit 1953 dreimal passiert ist — kein Argument gegen eine Quote, aber ein Argument gegen jede Erzählung, dass ein solcher Lauf „fällig“ sei. Und im Gesamtklassement der Tournee entscheidet nicht die Bestzeit, sondern die Summe über vier wechselnde Schanzenprofile.
Zum Markt gehört auch die Weite der Auswahl. In den Championschaftsjahren ist das Portfolio deutlich breiter als in einer normalen Weltcupwoche, weil der Wettbewerb mehr Bühne bekommt.
Was Marge und Auszahlung bei einer Siegwette wirklich bedeuten
Nur zur Sicherheit, weil die Zahlen im Sportwettprogramm nicht immer auf den ersten Blick auseinanderzuhalten sind: Die Marge ist der Anteil des Einsatzes, den der Veranstalter über den gesamten Markt behält, und sie beeinflusst in erster Linie das Preisniveau. Die Auszahlung im Sinne der konkreten Wette folgt dagegen aus der eigenen Quote und dem eigenen Einsatz. Wer heute 4 € auf eine Siegwette zu einer Quote von 7,50 setzt, erhält bei einem Gewinn 30 € auf sein Konto zurück, weil sich die Auszahlung aus Einsatz multipliziert mit Quote ergibt — ein Nettogewinn von 26 €. Verliert die Wette, wird der Einsatz nicht ausgezahlt. Das Sportwettenrecht kennt keinen Statutentarif, der eine Quote garantieren würde.
Die lizenzierten Anbieter im Vergleich
Zehn Veranstalter mit deutscher Erlaubnis führen Skisprung-Wetten. Der Vergleich folgt keinem Ranking-Geschmack, sondern dem, was sich überprüfen lässt. Die Antragsdaten sind der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026 entnommen; eine Folgeerlaubnis ist eine erneute Erteilung, kein zweiter Anbieter.
| Anbieter | Whitelist der GGL, Halter der Erlaubnis | Sportwetten-Erlaubnis erstmals | zusätzlicher Hinweis |
|---|---|---|---|
| Betway | Betway Limited | 09.03.2021 | Folgeerlaubnis vom 23.12.2022 |
| Winamax | WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021 | Folgeerlaubnis vom 08.12.2022 |
| VBet | SCGO Limited | 05.12.2023 | Erlaubnis ohne Folgeerteilung |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 | Folgeerlaubnis vom 22.12.2022; zusätzlich virtuelle Automatenspiele seit 28.12.2022 |
| 888sport | 888 Germany Limited | 30.06.2021 | Folgeerlaubnis vom 15.12.2022 |
| Sportwetten.de | NetX Betting Limited | 19.11.2020 | Folgeerlaubnis vom 16.12.2022 |
| LeoVegas | LVSports Limited | 21.10.2024 | zusätzlich virtuelle Automatenspiele seit 27.02.2023 |
| bet365 | Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020 | Folgeerlaubnis vom 27.12.2022 |
| Wettarena | I.B.C. Sportsbetting Limited | 09.10.2020 | Folgeerlaubnis vom 15.12.2022 |
| ODDSET | Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020 | Folgeerlaubnis vom 15.12.2022 |
Die Spanne in der letzten Spalte ist der eigentliche Befund. Zwischen dem 9. Oktober 2020 und dem 21. Oktober 2024 liegen vier Jahre, und die vier Jahre erzählen zwei Geschichten. Die eine: Wer früh dabei war, hat ein Regelwerk eingehalten, das sich seither mehrfach geändert hat. Die andere: Wer spät dazukam, hat die Anforderungen von Anfang an vollständig erfüllt, was auf der anderen Seite des Blattes steht.
Was die Tabelle nicht kann, ist eine Aussage über Quoten. Sie stammen von keinem deutschen Testinstitut, sondern aus den Häusern selbst.
Auffällig ist außerdem, wie viele der zehn Halter ihren Sitz in Malta haben: Hillside (Europe) ENC in Ta’Xbiex, SCGO Limited in St. Julian’s, NetX Betting Limited in Birkirkara, I.B.C. Sportsbetting Limited in Sliema, dazu WINAMAX und LVSports. Das ist keine Kritik an der Erlaubnis — die Whitelist ist die Prüfung, und die Prüfung ist bestanden. Es erklärt nur, warum eine Fassung des Glücksspielstaatsvertrags, die auf eine Malta-Lizenz verweist, in Deutschland nichts wert ist.
Betway: solides Werkzeug, kein Anlauf ins Skisprung-Spezielle
Der Rahmen stimmt. Betway Limited steht seit dem 9. März 2021 auf der Whitelist, die Folgeerlaubnis datiert vom 23. Dezember 2022.
Zum Wetten selbst: Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Ein Wettkonfigurator ergänzt das Angebot um die Zusammenstellung eigener Kombinationen. Ob es für die Vierschanzentournee ein Cash-Out auf eine Podestwette gibt, steht in den Bedingungen des Anbieters, nicht in einer Statistik.
Der Teil, den ich nicht weglassen kann: Ein Cash-Out in einem Markt, für den § 21 Abs. 4 ohnehin nur ein schmales Fenster lässt, ist ein Werkzeug mit überschaubarer Reichweite. Wer in der Nacht vor Bischofshofen einen guten Kaufpreis sichern will, findet ihn dort, wo ein Markt existiert — nicht dort, wo die Funktion im Menü hängt.
Für den Vergleich mit den neun anderen ist der Punkt nüchtern: Der Cash-Out darf als Merkmal gelten, nicht als Vorteil, wenn das eigentliche Problem die Markttiefe ist. Wer dennoch sichert, hat bei Betway einen Weg dafür.
Winamax: nur der Kunde, der die Werbebotschaft als Selbstauskunft nimmt
Die Aussage von Winamax ist so plakativ, dass sie sich selbst prüft: Der Anbieter bewirbt sich im Footer „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Beides sind Innenansichten.
Die Quoten-Erklärung stützt sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 1. April bis zum 30. August 2025. Ergebnis: In 45 % der untersuchten Quoten lag Winamax auf Platz eins. Nicht mehr. Das ist etwa jede zweite Quote, in drei Sportarten, in einem Zeitraum von fünf Monaten.
Für den Leser zählt der Punkt, der beide Aussagen verklammert. Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes trifft den Veranstalter, nicht den Spieler (§ 19). Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet er selbst. Wer also eine Steuer als Null auslobt, beschreibt seine Kalkulation, nicht das Recht.
Zum Rahmen: WINAMAX (Société anonyme) steht seit dem 29. Juni 2021 auf der Whitelist der GGL, die Folgeerlaubnis datiert vom 8. Dezember 2022. Winamax TV ergänzt das Konto um Live-Streams von La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, den vier Grand-Slam-Turnieren, allen ATP- und WTA-Turnieren sowie NBA und NFL. Für Skisprung-Spezifisches trägt das nichts bei.
Der werbliche Satz bleibt in seiner Wirkung eine Wettschuld gegenüber der eigenen Marketingabteilung. Die Zahl der Plätze eins ist beeindruckend genug. Wer sie als Beweis für einen Preisvorteil liest, verwechselt eine Stichprobe mit einer Zusage.
VBet: noch keine Folgeerlaubnis, dünner Nachweis
VBet ist der jüngste Sportwetten-Eintrag der Whitelist. SCGO Limited hat ihren Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso in St. Julian’s auf Malta; die Erlaubnis für VBet datiert vom 5. Dezember 2023 — ein Antragsdatum, das bis heute keine Folgeerteilung kennt.
Mit dieser Angabe kann ich eine Frage nicht beantworten: ob ein Anbieter mit einem einzigen Sportwetten-Antragsdatum in einem Vergleich gut oder schlecht aussieht. Die Whitelist zeigt keine Ablaufdaten, sie zeigt Daten von Erlaubnissen. Alle zehn haben eine.
Ein Detail zum Schutzschild: Die Frage, wer der Halter ist, klärt sich über die Whitelist, nicht über einen Footer. Bei VBet zeigt sie SCGO Limited, nicht den Markennamen. Wer Zahlungsströme prüft, tut gut daran, zwischen Adressat und Betreiber zu unterscheiden. Eine Marke und ein Halter sind nicht dasselbe, und in einigen Fällen nicht einmal dieselbe Rechtsordnung.
Unter den zehn ist VBet damit der Anbieter mit der kürzesten Whitelist-Historie — wer dem Papier Gewicht gibt, hat hier weniger davon.
bet-at-home: der Anbieter für den, der Formulare ernst nimmt
Der Rahmen ist der älteste hier: Die Erlaubnis für bet-at-home datiert vom 2. November 2020, die Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Der Halter ist die Bet-at-home.com Internet Limited.
Zusätzlich listet die Whitelist für dieses Haus eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022. Bemerkenswert, und genau deshalb erwähnenswert: Das ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln und einer eigenen Aufsicht. Wer im Winter nach einem Sportwettkonto sucht, sollte nicht den Umfang des Gesamtportfolios mit dem Umfang des Sportwettangebots verwechseln.
Der zweite Punkt, der für die laufende Saison zählt: Die deutschen Regeln zum Einzahlungsdeckel und zur Verifizierung treffen bet-at-home so wie alle anderen. In einer Tournee, die seit 1953 an vier Orten stattfindet, ist ein früh verifiziertes Konto die einzige echte Vorbereitung.
Keine der Whitelist-Angaben betrifft Wetten auf Skispringen. Wer die Bestätigung suchet, dass bet-at-home Wochenmärkte öffnet, findet sie nicht in der Whitelist, sondern im Sportwettprogramm des Anbieters. Dort steht, welche Märkte wann geöffnet sind.
888sport: eine Handelsgesellschaft im Hintergrund, eine Marke im Vordergrund
Hier ist ein Detail, das in einer Serie von Whitelist-Einträgen untergeht: Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der auch 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die Whitelist listet für 888sport allerdings die 888 Germany Limited als Halter, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022.
Der Unterschied ist keine Formalie. Es ist die Frage, wer im Zweifel haftet. Eine börsennotierte Konzernmutter in Gibraltar und eine deutsche Rechtseinheit als Vertragspartner sind zwei verschiedene Adressen für eine Beschwerde. Wer in einer Sache nachhakt, sollte den Halter im Auge behalten, nicht die Marke auf dem Trikot.
Für Wetten selbst ändert das nichts. Bet-at-home, ODDSET und die übrigen teilen dieselben Vorgaben: Verifizierung, Einzahlungsdeckel, OASIS, Treuhandkonto. Eine Kette, vier Jahre alt, ist kein Merkmal, das eine Quote hebt.
Wer die Börsennotierung dennoch als Signal für Nachhaltigkeit wertet, sollte sich fragen, wie viel davon bei einem Spieler ankommt, der bei einem nicht gelisteten Anbieter einen Rückzahlungsstreit führt. Sehr wenig.
Sportwetten.de: die Marke, die ein Grund ist, den Halter zu lesen
Hier ist der Beweis, warum die Whitelist einen Halter und nicht nur eine Marke nennt: Die NetX Betting Limited, 170 Pater House, Level 1 (Suite A168), Psaila Street, Birkirkara auf Malta, ist der eingetragene Veranstalter für Sportwetten.de.
Der Markenname ist dabei unwichtig. Wichtig ist der Punkt, den er beweist: Die deutsche Erlaubnis hängt an der Rechtsgesellschaft, nicht an der Buchstabenfolge in der Adressleiste. Wer im Winter über Skisprung-Wetten diskutiert, diskutiert Verträge; Verträge laufen gegen den Halter.
Mehr gibt die Whitelist nicht her. Keine Angabe darüber, wann ein Konto verifiziert wird, keine Angabe zu Zahlungsmarken, keine Angabe zu Live-Märkten. Wer das wissen will, liest die Bedingungen des Anbieters.
Ich habe keine Bereichsangabe zu übertragen, was für das Kostenkapitel gilt. Die deutsche Erlaubnis verteuert den Betrieb, und der Betrieb gibt die Kosten weiter — ob im Quotenband oder in einem Anlaufkompromiss, ist die Entscheidung des Hauses. Wer bei einem Anbieter mit einer stabilen Historie einsteigt, muss sich die Frage nach dem Vertragspartner immerhin einmal stellen. Wer die Antwort gross findet, ist mit einem der anderen acht besser bedient.
LeoVegas: der späteste Sportwetten-Eintrag der Liste
LVSports Limited hält die Erlaubnis für LeoVegas; sie datiert vom 21. Oktober 2024 — der jüngste Erlaubnissantrag unter den zehn verglichenen Häusern. Zusätzlich führt die Whitelist eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27. Februar 2023.
Die Reihenfolge der beiden Daten ist der eigentliche Punkt, und sie ist auf dieser Seite nirgends ein Zufall. Ein Anbieter, der zunächst mit einem anderen Produkt auf dem Markt war und später die Sportwetten-Erlaubnis erhält, bringt in der Regel eine bestimmte Erwartung mit. Ob er sie einlöst, steht nicht in der Whitelist und schon gar nicht in den Marketingtexten.
Ein Hinweis, den ich für den aufmerksamsten Teil des Leserkreises wiederhole: Die Sportwetten-Erlaubnis gilt für die Sportwetten. Sie gilt nicht für die virtuellen Automatenspiele, und deren Regeln sind andere. Wer ein Konto mit Blick auf einen Skisprungmarkt anlegt, sollte nicht das Gesamtportfolio ansehen.
Der Antrag vom Oktober 2024 liegt zudem näher an der Gegenwart als die Anträge der meisten anderen hier verglichenen Anbieter. Wer auf eine möglichst etablierte Aufsichtshistorie setzt, wird dort nicht fündig. Wer auf einen neuen Marktteilnehmer setzt, hat hier einen.
bet365: die umfangreichste Historie unter den zehn
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta. Die Sportwetten-Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020; die Folgeerlaubnis läuft auf den 27. Dezember 2022.
Das ist eines der frühen Antragsdaten dieser Liste, und es fällt mit dem Datum zusammen, an dem mehrere Anbieter in jener ersten Runde aufgenommen wurden. Ein Merkmal dieser Runde: Sie fiel in die Anfangszeit des heutigen Aufsichtssystems, in der die erste Erlaubnis noch nach fünf Jahren (§ 4c Abs. 1 GlüStV) zu erneuern war, und mehrere Häuser haben diese Erneuerung durchlaufen.
Was ich nicht behaupten kann: dass ein Anbieter mit fünf Jahren Historie zwingend die besseren Sprungquoten bietet. Es gibt keinen öffentlichen Quotenvergleich über Anbieter hinweg, der im Winter für Skisprung-Märkte geführt würde.
Kein Anbieter dieses Feldes ist übrigens der einzige mit einer gültigen Erlaubnis. Die Whitelist führt 27 Veranstalter mit Sportwetten-Erlaubnis, zehn davon stehen hier. Wer sich für einen anderen entscheidet, entscheidet sich nicht gegen die Legitimität.
Wettarena: die Marke im Hintergrund, der Halter im Fokus
Die Marke Wettarena wird laut den AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in 20, Lyons Range Court Flat Nru.1, Triq Bisazza, Sliema, Malta angeboten. Auf der Whitelist steht für Wettarena genau dieser Halter, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022.
Für den Leser ist damit dasselbe Muster wie bei Sportwetten.de: Die Marke ist eine Oberfläche, der Halter ist der Vertragspartner. Wer eine Beschwerde führt, führt sie gegen einen eingetragenen Veranstalter und nicht gegen einen Domainnamen.
Zum Komfort: Wettarena teilt die deutschen Pflichten mit allen anderen — Verifizierung, monatliches Limit, OASIS, Treuhandkonto, Auszahlung binnen fünf Werktagen nach § 6b Abs. 6 und 7. Wer von einer Zweitmarke mehr erwartet, wird enttäuscht; wer eine deutsche Erlaubnis erwartet, bekommt sie.
Die Warnung, die ich mit diesem Abschnitt verbinde, gehört zu den fünf Abschnitten, die ohne Anzeigenkunden auskommen: Eine Marke, die eine deutsche Erlaubnis trägt, ist von einer, die nur eine .de-Domain trägt, nicht am Logo zu unterscheiden. Prüfbar ist nur die Whitelist.
ODDSET: der Platz für den, der einen Ansprechpartner will
ODDSET ist der einzige Eintrag dieser Liste, bei dem die Erlaubnis von einer Landesbehörde kommt: Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der ODDSET Sportwetten GmbH mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz am Hansering 15 in 06108 Halle (Saale). Die Whitelist führt für ODDSET eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 18. November 2020 und eine Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022.
Die Kombination aus stationärem Vertrieb und einer Landesbehörde ist kein Zufall: ODDSET ist das Produkt, das historisch aus dem staatlichen Wettangebot kommt, und das erklärt, warum die Erlaubnis über einen Bescheid des Regierungspräsidiums lief, bevor die Whitelist sie führte.
Für den Kostenvergleich spielt das eine Rolle, weil Filialen und Onlinekonten zwei verschiedene Kundenerfahrungen sind. Der Kunde im Netz findet dieselben Verpflichtungen wie überall: ein Konto, eine Verifizierung, eine Auszahlung nach dem offiziellen Ereignisende.
Wer auf Beratung vor Ort angewiesen ist — und es gibt diesen Kunden — hat hier das einzige Angebot der Liste mit einer Filialstruktur. Ein reines Onlineangebot kann das nicht ersetzen, und ich halte das für einen echten Unterschied und nicht für Nostalgie. Wer ohnehin nur am Bildschirm wettet, gewinnt dadurch nichts.
Wohin die Wahl im Winter fällt
Die einzige Differenz, die hält, ist die geprüfte Erlaubnis. Alles andere ändert sich mit der Saison.
Ein Anbieter mit einem frischen Erlaubnisdatum, wie VBet oder LeoVegas, ist deswegen nicht schlechter — nur jünger im Papier. Ein Anbieter mit frühem Datum ist nicht automatisch besser — er ist länger den Kontrollen unterworfen. Der eigentliche Unterschied liegt dort, wo kein Portal ihn zeigt: in der Frage, ob sich das Haus an die Live-Marktbeschränkung des § 21 Abs. 4 hält.
Wer nach dem Lesen dieser zehn Einträge noch unentschieden ist, sollte drei Dinge vergleichen: die Quote im selben Markt, die Bedingungen eines etwaigen Bonus, und die Zahlungsmarke, die im eigenen Namen läuft. Alles andere ist Marketing.
Was ein Bonus in einem Skisprung-Portfolio wert ist
Boni spielen in den Winterwochen eine ungewöhnlich große Rolle, weil viele Anbieter die Tournee als Anlass für Neukundenaktionen nutzen. Die deutsche Regelung setzt dafür nur einen Rahmen: § 5 Abs. 7 des Glücksspielstaatsvertrags erlaubt Werbung nur Erlaubnisinhabern, § 5 Abs. 3 und 6 verbieten Werbung für Wetten unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung eines Ereignisses im selben Kanal, untersagen Werbung mit aktiven Sportlern und Offiziellen sowie eine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Eine Vorschrift, die einen Bonusbetrag, eine Umsatzbedingung oder eine Mindestquote festsetzt oder begrenzt, enthält der Staatsvertrag nicht.
Was der Glücksspielstaatsvertrag nicht regelt, regeln die Bedingungen des einzelnen Hauses. Für die Frage, was ein Bonus kostet, ist die zweite Regel maßgeblich: Ein Bonusbetrag, der erst nach einer Mindestanzahl von Umsätzen zu einer Auszahlung führt, ist kein Geschenk, sondern eine Aufgabe. Die Umsatzbedingung bestimmt, wie oft der Bonus umgesetzt werden muss, die Mindestquote, welche Wetten dafür überhaupt zählen. Wer die Zahlen nicht kennt, sollte vor der Einzahlung die Bedingungen lesen — dort, nicht in einem Werbebanner.
Häufige Fragen zum Wetten auf Skispringen
Wie funktionieren die Quoten beim Skisprung, etwa für den Sieger, das Podest oder die Tournee-Gesamtwertung?
Eine Quote ist ein Preis für ein Ereignis, kein Wahrscheinlichkeitsurteil. In ihr steckt die Marge des Veranstalters, weshalb die Summe der Kehrwerte aller Ausgänge eines Marktes über eins liegt. Für den Sieger, das Podest und die Gesamtwertung werden getrennte Märkte geführt, jeder mit eigener Marge.
Woran ist erkennbar, dass ein Anbieter für Wetten auf Skisprung in Deutschland erlaubt ist?
Nur an der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 des Glücksspielstaatsvertrags. In der Fassung vom 2. Oktober 2026 stehen dort 30 Einträge, 27 davon mit Sportwetten-Erlaubnis. Eine .de-Domain, ein Siegel oder ein Impressum beweisen nichts; jede gelistete Domain ist eine .de-Adresse, aber nicht jede .de-Adresse ist gelistet.
Warum bleibt ein Wett-Tipp zum Skisprung aus Form, Schanzenprofil und Wind trotzdem unsicher?
Weil die Note aus Weite und Haltung entsteht und fünf Kampfrichter sie prägen; die höchste und die niedrigste Wertung werden gestrichen. Wind- und Anlaufkompensation werden verrechnet, ein Winddreher zwischen zwei Durchgängen steht in keinem Formwert. Keine dieser Größen macht ein Ergebnis vorhersagbar, und die Marge bleibt ohnehin eingerechnet.
Wie hoch ist die Auszahlung bei einer Siegwette mit der Quote 7,50 und einem Einsatz von 4 €?
Bei einem Gewinn zahlt der Veranstalter 30 € aus, denn die Auszahlung ergibt sich aus Einsatz multipliziert mit Quote — 4 € mal 7,50. Der Nettogewinn beträgt 26 €. Verliert die Wette, bleibt der Einsatz beim Veranstalter; ein Anspruch auf Auszahlung entsteht nur bei richtigem Ausgang.
Welche Livewetten sind während eines laufenden Wettkampfs überhaupt zulässig?
Nach § 21 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen ähnlichen Bestandteil — und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Beim Tennis ist der nächste Satz zulässig, der nächste Punkt nicht; beim Basketball der nächste Korb nicht. Ein Livewetten-Portfolio, das mehr zeigt, stammt meist von einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis.
Wie wirken die Sportwettensteuer von 5,3 % und das Einzahlungslimit von 1.000 € in der Wintersaison?
Die Steuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes trifft den Veranstalter, nicht den Spieler; sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt über alle Anbieter hinweg und kennt keine Feiertage.
Warum kann ein Springer den weitesten Flug haben und die Wette trotzdem verlieren?
Weil die Gesamtwertung aus Weiten- und Haltungsnote besteht. Fünf Kampfrichter bewerten Flug, Landung und Auslauf; die höchste und die niedrigste Note werden gestrichen, die drei übrigen zählen. Ein Meter über dem K-Punkt bringt auf der Großschanze 1,8 Punkte — ein Vorsprung, den drei Richterdifferenzen von je 1,0 Punkten aufheben können.
Sportarten – Freiwette
Inhalt erstellt vom Team «Freiwette»
