Tour de France Wetten 2026 — der Preis, den jede Quote mitbringt

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026 · Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Eine Landstraße schlängelt sich durch Hügel im Morgennebel, am Straßenrand liegen Heuballen auf einem abgemähten Feld.
Die Tour de France 2026 fand vom 4. bis 26. Juli 2026 mit Start in Barcelona und Ziel in Paris statt und umfasste 21 Etappen über insgesamt 3.245 km.

Die Tour de France 2026 ist gefahren, der Sieger steht im Protokoll: Tadej Pogačar gewann die Rundfahrt vom 4. bis 26. Juli 2026 über 21 Etappen und 3.245 km zwischen Barcelona und Paris, vor Remco Evenepoel und Isaac del Toro. Wer darauf gewettet hat, hat gewonnen oder verloren, und die Quoten, die er dafür bekam, waren nie der reine Fahrervergleich. In jeder Quote sitzt ein Anteil, der dem Wettenden nicht gehört: erst die Marge des Veranstalters, dann, in Deutschland, eine Steuer von 5,3 % auf den Einsatz, der nach Abzug der Steuer selbst übrig bleibt. Genau darum geht es auf dieser Seite. Nicht darum, wer 2027 das gelbe Trikot trägt — das weiß niemand —, sondern darum, was ein Radsportwetteinsatz von Deutschland aus tatsächlich kostet, welcher Anbieter unter welchen Bedingungen mitspielt und welche Zahl man beim Lesen einer Quote zuerst übersieht.

Warum Radsportwetten in Deutschland nur auf der Whitelist stattfinden

Ein Rennen quer durch Frankreich, ein Konto in Malta, ein Server irgendwo — die Tour lädt zum Ausweichen ein. Rechtlich ist die Lage unromantisch: Sportwetten im Internet dürfen in Deutschland nur veranstaltet werden, wenn die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder die Erlaubnis erteilt hat. Zuständig ist die GGL mit Sitz in Halle (Saale), Rechtsgrundlage ist der GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Die Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet ergibt sich aus § 9a Abs. 1 Nr. 3 in Verbindung mit § 27f Abs. 1 GlüStV, die Aufsicht mit der Befugnis zu Bußgeldern aus § 28a.

Ein Rennrad lehnt an einer Steinmauer in einer Bergkurve, im Hintergrund eine weite Hügellandschaft im Gegenlicht.
Die Tour de France wurde von der Sportzeitung „L’Auto“ gegründet; die erste Austragung begann am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern.

Der einzige belastbare Nachweis, ob ein Anbieter dazugehört, ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8. Kein Siegel auf einer Startseite, kein Hinweis in einem Werbebanner, keine malerische maltesische Adresse. Die Liste in der Fassung vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten dürfen. Alle dort eingetragenen Domains enden auf .de. Das klingt beruhigend und ist ein Trugschluss: Eine .de-Domain beweist für sich genommen nichts, denn entscheidend ist allein der Eintrag unter der Sportwetten-Erlaubnis.

Und dort steht mehr, als die Kurzfassung verrät. Eine Erlaubnis umfasst zunächst eine Laufzeit von fünf Jahren, geregelt in § 4c Abs. 1. Die Whitelist nennt aber nur Erteilungsdaten, nie ein Enddatum. Wer also im Netz liest, die Erlaubnis eines Anbieters laufe „bis 2027“, liest eine Angabe, die die Liste selbst nicht hergibt. Entscheidend für die Frage, ob dort auf die Tour gewettet werden darf, ist außerdem der genaue Eintrag: Nur die unter der Sporterlaubnis geführte Domain nimmt Sportwetten an. Ein Inhaber mit zusätzlicher Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker oder Online-Casino betreibt damit ein anderes Geschäft unter anderen Regeln, und aus einer Casino-Erlaubnis folgt für das Sportwettenangebot gar nichts.

Vernünftige Warnung oder Werbeveranstaltung: die GGL und die Illegalen

Am 17. September 2026 hat die GGL die Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt — als Beispiel nannte die Behörde Platincasino. Solche Warnungen sind der trockene Teil der Aufsicht, und man sollte sie nicht überhören: Wer auf einer nicht gelisteten Seite wettet, hat im Streitfall keine Behörde hinter sich, an die er sich wenden kann.

Ein Smartphone liegt auf einem Tisch neben einem Notizbuch mit handschriftlichen Notizen und einer Tasse Kaffee.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Dass es dabei um echtes Geld geht, zeigt der Zivilrechtsweg. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger im Verfahren mit dem Aktenzeichen I ZR 90/23 fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Am 19. März 2026 hat Generalanwalt Nicholas Emiliou in der Rechtssache C-530/24 seine Schlussanträge vorgelegt und hält es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen, soll das anders zu beurteilen sein. Ein Urteil ist damit noch nicht gesprochen, und niemand sollte mit einer Rückzahlung fest planen. Wer sein Geld bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis platziert, trägt das Prozessrisiko selbst, über Jahre.

Was das GlüStV vom Wettprogramm verlangt

Deutsche Erlaubnis heißt nicht, dass alles bepreist werden darf. Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse darin, als Einzel- oder Kombiwette, so § 21 Abs. 1 GlüStV. Gewettet werden kann überdies nur auf Wettarten, die die Behörde zugelassen hat — das Sportwettprogramm ist also kein Wunschkonzert, sondern eine Liste, und § 21 Abs. 5 verweist darauf.

Die Livewetten-Regel ist die, an der Radsportfans am häufigsten hängenbleiben. § 21 Abs. 4 erlaubt während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen ähnlichen Bestandteil — und das auch nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist statthaft, der nächste Satz im Tennis ebenfalls. Der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball sind es nicht. Auf eine Radetappe übertragen heißt das: Das Fenster für Livewetten ist eng, und wer eine Etappe lang tippen will, sollte vorher wissen, was angeboten wird, statt es während der Übertragung zu entdecken.

Nicht im Programm: Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind. Die GGL praktiziert das so, dass Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport gilt. Dazu kommen manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung nach § 21 Abs. 1a. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport: Die GGL erklärt, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist — ein lizenziertes E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Und entgegen einer weit verbreiteten Annahme gibt es keine gesetzliche Obergrenze für den einzelnen Wetteinsatz.

Spielerschutz: der Preis für ein Konto, das Grenzen kennt

Seriöse Aufsicht wird gern als Bremse beschrieben — und das ist sie. Die 1.000 € monatlich, die über alle Anbieter hinweg gelten, sind für einen, der nur ein paar Euro auf eine Etappe setzen will, keine spürbare Einschränkung. Für einen, der einen drei Wochen langen Rennkalender durchspielen möchte, sind sie das gesamte Budget; daran führt kein Weg vorbei.

Teilnehmen darf nur, wer 18 Jahre alt ist, so § 4 Abs. 3 GlüStV. Ein Konto pro Anbieter, mit vollständiger Verifizierung, ist § 6a zu entnehmen. Vor abgeschlossener Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer sich also anmeldet und sofort einzahlt, sitzt möglicherweise bis zur Klärung der Identität vor einem Guthaben, das er nicht abziehen kann. Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen — bis zu 10.000 €, und zwischen 10.000 und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler —, aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Ein Limit zu senken wirkt sofort, ein höheres erst nach sieben Tagen.

Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h GlüStV verboten und wird über die Aktivitätsdatei geprüft. OASIS nach §§ 8, 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Anmeldung abgefragt wird; wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt, andernfalls mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Offshore-Angebote hängen an keinem dieser Systeme — weder an OASIS noch an LUGAS. Das ist der Punkt, an dem die Freiheit des Auslands zur Einbahnstraße wird: keine Selbstsperre, die greift, keine Limitdatei, die das Spiel über Anbieter hinweg zusammenhält.

Zahlungen folgen § 6b Abs. 4: nur von einem Zahlungskonto auf den Namen des Spielenden bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt — der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem lizenzierten deutschen Wettgeschäft heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und nur seinen Bedingungen zu entnehmen. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6 und 7). Das ist eine der wenigen Stellen, an denen Verbraucherschutz im GlüStV richtig weh tun könnte — und nicht weh tut.

Quoten lesen: eine Zahl, drei Botschaften

Eine Quote wie 2,10 wirkt wie eine Auskunft über ein Rennen. Sie ist in Wahrheit eine Auskunft über drei Dinge: über die Einschätzung des Veranstalters, über seinen Aufschlag und — bei einem deutschen Anbieter — über die Frage, wie er mit der Sportwettensteuer umgeht. Die Reihenfolge ist wichtig, wenn man wissen will, was eine Wette kostet.

Die Sportwettensteuer steht in §§ 16 bis 25 RennwLottG. Sie beträgt 5,3 % des Betrags, der als Einsatz gezahlt wird, vermindert um die Steuer selbst (§§ 17, 18). Umgerechnet auf das tatsächlich eingezahlte Geld sind das rund 5,03 % (5,3 geteilt durch 105,3). Wer daraus „5,3 % des Einsatzes“ macht, rechnet zu viel; die Steuer beträgt 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer selbst (rund 5 % des eingezahlten Betrags). Schuldner der Steuer ist nach § 19 der Veranstalter der Wette, nicht der Wettende. Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet er selbst — belastbar sagen lässt sich dazu nur etwas, wenn die Bedingungen eines namentlichen Anbieters es hergeben. Und sie gilt auch für unerlaubte Anbieter: gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.

Der zweite Posten ist die Marge. Was sie ausmacht, zeigt ein Beispiel, und ein Beispiel muss man ausdrücklich als solches kennzeichnen: Bei einem Markt mit zwei Ausgängen, beide zu einer Quote von 1,90, liegt der Auszahlungsquotient bei 1 geteilt durch die Summe von 1/1,90 und 1/1,90, also bei rund 95 %. Die Marge ist der Rest, also etwa 5 %. Das ist eine Bandbreite, keine Naturkonstante: In engen, stark gehandelten Märkten schrumpft der Aufschlag auf wenige Prozent, in einem kleinen Radsportmarkt mit vielen Ausgängen und dünner Nachfrage wird er deutlich größer. Wer die Marge einer bestimmten Radsportwette wissen will, muss die Quoten aller Ausgänge desselben Marktes zusammennehmen und dieselbe Rechnung anstellen; eine einzelne Quote sagt darüber nichts.

Und dann ist da noch die dritte Botschaft, die eine Quote trägt: wie der Anbieter die Steuer behandelt. Zwei Anbieter mit identischer Meinung über eine Etappe können mit deutlich verschiedenen Zahlen auftreten, je nachdem, ob die Steuer in die Quote eingerechnet ist oder nicht. Ein Haus, das im Fußball mit „0 % Wettsteuer“ wirbt, erzählt damit etwas über sein Preismodell, aber herzlich wenig über einen Radsportmarkt mit drei Dutzend Fahrern im Angebot. Die Quote bleibt die einzige Zahl, die die Gesamtrechnung des Wettenden widerspiegelt.

Gesamtsieger, Etappen und Trikotwertungen: was sich überhaupt bepreisen lässt

Die Tour liefert mehr Wettarten, als die meisten glauben, und sie sind unterschiedlich teuer. Die Gesamtwertung basiert auf den addierten Zeiten der Fahrer, die Schlussetappe ist seit 1967 immer ein Sonntag — ein Format, das ein Gesamtsieger-Wettmarkt über drei Wochen trägt, weil sich Zwischenstände langsam verschieben. Genau deshalb ist dieser Markt liquide und der Aufschlag kleiner als in exotischen Winkeln desselben Rennens.

Ein Etappensieg ist das Gegenteil: ein Tag, ein Ziel, ein Ausgang, aber ein Feld von Fahrern, die ausreißen könnten oder auch nicht. Wer auf einen Ausreißer setzt, handelt sich regelmäßig eine Quote ein, in der die Marge deutlich über dem liegt, was ein Zweitliga-Fußballspiel kostet. Das ist kein Betrug, sondern der Preis für ein Angebot, das nur wenige bedienen — und es ist der Hauptgrund, warum erfahrene Radsportwetter lieber wenige Märkte mit engen Quoten spielen als zwanzig mit weiten.

Die Trikots sind vier eigene Märkte: Gelb für die Gesamtwertung, Grün für die Punktewertung, das gepunktete für die Bergwertung, Weiß für die Nachwuchswertung. Bei der Tour 2026 ging Grün an Mads Pedersen von Lidl-Trek, das gepunktete Trikot an Richard Carapaz von EF Education-EasyPost. Solche Wertungen sind attraktiv, weil sie einen Sprinter oder Kletterer auch dann interessant halten, wenn er in der Gesamtwertung nichts zu suchen hat. Teuer sind sie trotzdem: Die Punktewertung hängt an Ausreißergruppen, die niemand sicher vorhersagt, und der Buchmacher bezahlt diese Unsicherheit in Form einer breiteren Marge. Wer über die drei Wochen mit einem kleinen Budget arbeitet, sollte sich deshalb entscheiden: viele kleine Wetten mit dünnem Rand oder wenige mit einem klaren Blick auf einen Markt. Beides gleichzeitig funktioniert nur mit einem Budget, das die 1.000 € im Monat ohnehin nicht ausschöpft.

Rechnen mit der Quote: Auszahlung, nicht Wahrscheinlichkeit

Was eine Wette zurückbringt, ist reine Arithmetik, und sie lohnt sich, weil sie die eigene Erwartung erdet. Der Rückfluss ist der Einsatz multipliziert mit der Quote; der Nettogewinn ist der Einsatz multipliziert mit der Quote minus eins. Bei einem Einsatz von 10 € auf eine Quote von 2,10 kommen also 21 € zurück, davon 11 € Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Auswahlen zu einer Gesamtquote, und mit der wächst der Rückfluss — und mit ihm der Aufschlag, der in jeder der Einzelquoten steckt.

Zwei Dinge folgen daraus, und nur diese zwei. Erstens: Eine Kombiwette wird nicht wahrscheinlicher, weil sie mehr einbringt. Der Rückfluss sagt nichts über die Chance, ihn zu erreichen. Zweitens: Der Wert einer Wette ist eine Schätzung über viele Fälle, nicht ein Versprechen für einen einzelnen. Wer zehn Mal 10 € zu 1,90 setzt, hat am Ende nicht 19 € pro Wette in der Hand, sondern irgendein Ergebnis zwischen allem und nichts. Der Erwartungswert ist eine Durchschnittsgröße, und die Durchschnitte brauchen Zeit, um sich durchzusetzen.

Die Rechnung für eine Kombination ist übrigens die Stelle, an der die Steuer am unangenehmsten wirkt. Jede Auswahl einer Kombiwette ist eine eigene Wette, und der Aufschlag des Veranstalters liegt in jeder dieser Quoten. Drei Auswahlen zu je 1,90 ergeben eine Gesamtquote von rund 6,86 — was beeindruckend aussieht, bis man die Marge hochrechnet. Der Auszahlungsquotient einer Kombination ist nicht das Produkt der einzelnen Auszahlungsquotienten, sondern sinkt mit jeder Auswahl weiter unter die 95 % des Ausgangsbeispiels. Wer eine Kombiwette auf eine Etappe setzt, kauft also mehr Unsicherheit und mehr Aufschlag in einem Paket.

Der Etappenplan als Spielplan

Ein Fußballwochenende kennt man: Samstag, Anstoßzeiten, ein bekannter Rhythmus. Die Tour hat denselben Rhythmus in langsam. Sie besteht in der Regel aus zwanzig Etappen nach dem Grand Départ und hat seit dem Dopingskandal von 1998 eine Streckenlänge von rund 3500 km. Der Rahmen verändert sich im Vergleich zum Vorjahr kaum, aber die Einteilung in Flachetappen, Bergetappen und Zeitfahren ist für jede Ausgabe neu geschnitten — und sie entscheidet, welche Märkte überhaupt sinnvoll sind.

Wer die Sache ernst nimmt, liest den Etappenplan wie einen Spielplan und ordnet jedem Typ seinen Markt zu. Eine Flachetappe ist eine Angelegenheit für Sprinter und für die Frage, ob eine Ausreißergruppe durchkommt; die Wahrscheinlichkeit eines Massensprints ist dort hoch, weshalb der Markt auf den Tagessieger eng ist und die Quoten flach sind. Eine Bergetappe mit Bergankunft zieht die Gesamtwertung an, weil dort Zeitabstände entstehen, die drei Wochen nachwirken. Ein Einzelzeitfahren schließlich ist ein Markt für sich: kurze Distanz, wenige Sekunden zwischen den Favoriten, oft eine Frage der Tagesform und des Materials. Ein Zeitfahren ist selten attraktiv für Kombiwetten, weil die Abstände so klein sind, dass schon ein Windstoß die Quote über den Haufen wirft.

Die Tour 2026 hat das in Extremform gezeigt. Vom 4. bis 26. Juli 2026 führte die Strecke in 21 Etappen über 3.245 km von Barcelona nach Paris, und am Ende stand Pogačar vor Evenepoel und del Toro. Zwei Teams aus dem Kreis der Führenden in der Gesamtwertung, ein Nachwuchsfahrer auf dem Podium — ein Etappenplan, der den Berg und das Umfeld gleichermaßen betont, produziert genau solche Abstände. Der nützlichste Satz, den man sich für die nächste Ausgabe merken kann, ist deshalb kein Favoritentipp — das wäre unseriös — sondern die Beobachtung, dass die Gesamtwertung drei Wochen lang denselben Faden spinnt, während jedes einzelne Tagesergebnis ein anderes Rennen ist.

Das Starterfeld ist übrigens kleiner, als man denkt. Seit 2018 bestehen die Teams aus acht Fahrern, bis 2017 waren es neun, und die 18 UCI WorldTeams sind zur Teilnahme verpflichtet (§ 5, Wikipedia-Stand). Acht Fahrer pro Team heißt: weniger Helfer, mehr Last für die Kapitäne, mehr Gelegenheiten für Außenseiter. Für den Wettmarkt bedeutet das mehr tiefe Ausgänge — und mehr tiefe Ausgänge heißt mehr Auswahl und mehr Marge. Die eigene Aufmerksamkeit verteilt sich dann auf Fahrer, die man früher nie auf dem Wettschein hatte.

Zu den Grundlagen gehört auch, woher das Rennen kommt. Die Tour wurde von der Sportzeitung „L’Auto“ gegründet, die erste Austragung begann am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern. Seit 1992 veranstaltet die Amaury Sport Organisation das Rennen. Die kürzeste Tour war 1903 mit 2428 km unterwegs, die längste 1926 mit 5745 km — Zahlen, die erklären, warum die heutige Streckenlänge von rund 3500 km als Ausgleich zwischen Härte und Planbarkeit gilt. Ein Fahrerrekord gehört ebenfalls dazu: Rekordsieger mit je fünf Gesamtsiegen sind Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar, dessen Erfolge auf 2020, 2021, 2024, 2025 und 2026 datieren. Rekorde sind für den Wettmarkt deshalb interessant, weil sie eine öffentliche Erwartung erzeugen — und öffentliche Erwartung in Quoten übersetzt sich oft in einen Aufschlag auf alles, was nicht der Rekordhalter ist.

Anbieter im Vergleich: Erlaubnis, Inhaber, Erteilungsdatum

Die folgende Übersicht nennt für zehn Anbieter mit deutscher Sporterlaubnis, welcher Rechtsträger nach der Whitelist hinter der Marke steht und seit wann die Erlaubnis dort verzeichnet ist. Die Liste in der Fassung vom 2. Oktober 2026 ist die Grundlage. Fehlt eine Einordnung, die ein Anbieter selbst nicht vorlegt, bleibt die Zelle leer — das ist keine Lücke, sondern die Auskunft, dass dieser Punkt für dieses Haus offen ist.

Anbieter Whitelist-Status und Inhaber Sporterlaubnis seit
betway Erlaubnis für Sportwetten, Inhaber Betway Limited 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022
bwin Erlaubnis für Sportwetten, Inhaber bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022
Betano Erlaubnis für Sportwetten, Inhaber Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022
bet365 Erlaubnis für Sportwetten, Inhaber Hillside (Europe) ENC 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022
DAZN Bet Erlaubnis für Sportwetten, Inhaber DZBT Operations Limited 22.08.2023
Winamax Erlaubnis für Sportwetten, Inhaber WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022
Tiptorro Erlaubnis für Sportwetten, Inhaber Torro Tec Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022
Bet3000 Erlaubnis für Sportwetten, Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Wettarena Erlaubnis für Sportwetten, Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022
Interwetten Erlaubnis für Sportwetten, Inhaber Interwetten Gaming Limited 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022

Die Spanne in der letzten Spalte ist die interessanteste Zahl in dieser Tabelle. Zwischen dem 9. Oktober 2020 und dem 22. April 2026 liegen fünfeinhalb Jahre, und in dieser Zeit hat sich der Markt mindestens einmal neu sortiert. Ein Eintrag von 2026 heißt nicht, dass ein Anbieter neu ist — er heißt, dass unter diesem Rechtsträger neu erlaubt wurde. Bet3000 und Wettarena teilen sich überdies denselben Inhaber, die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta. Zwei Marken, ein Rechtsträger: Wer dort parallel spielt, spielt nach der Aktivitätsdatei nicht bei zwei Veranstaltern, sondern innerhalb desselben Geschäfts — ein Detail mit Folgen für die Frage, wie viele Konten ein Spieler überhaupt führen darf.

Und noch eine Nuance, die in Anbietervergleichen regelmäßig verlorengeht: Der Inhaber ist nicht die Marke. Bet365 tritt in Deutschland unter einer Domain auf, die die Whitelist der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex zuschreibt. Bei bwin ist es die bwin (Deutschland) Limited in Gzira, bei Betano die Betkick Sportsbetting Limited, bei Interwetten die Interwetten Gaming Limited in Tigne’ Point, bei DAZN Bet die DZBT Operations Limited, die die Sportwetten-Erlaubnis für diese Domain seit dem 22. August 2023 führt. Wer im Streitfall klagen will, klagt gegen den Inhaber, nicht gegen die Marke, die auf dem Wettschein stand. Diese Unterscheidung kostet nichts, sie zu kennen — und sie zu übersehen kostet im Zweifel viel Zeit.

Betway: Cash-out mit Teilauszahlung, Konfigurator für Fußball

Bei Betway erscheint das grüne Symbol für den Cash-out unter „Meine Wetten“. Der Wert der Wette wird dort angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil davon. Diese Teilauszahlung ist mehr, als sie klingt: Wer eine Etappenwette früh in Sicherheit bringen und den Rest laufen lassen will, hat hier einen Hebel, den ein reiner Voll-Cash-out nicht bietet. Betway führt zudem einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, den Konfigurator+, der Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert.

Bemerkenswert ist die Konstruktion des Cash-outs selbst. Es gibt keine gesetzliche oder behördliche Regelung dazu — in Deutschland ist der Cash-out ein reines Produktmerkmal des jeweiligen Anbieters, mit eigenen Bedingungen und eigenem Preis. Der Preis steckt in der angebotenen Zahl, die unter dem rechnerischen Wert der Wette liegt. Wer den Ausstieg wählt, verzichtet also auf einen Teil des Erwartungswerts, und Betway macht daraus kein Geheimnis, sondern eine Funktion mit Symbol unter „Meine Wetten“. Ein Teilausstieg ist trotzdem die vernünftigere Variante, weil er den Aufschlag nur auf den Teil zahlt, den man tatsächlich loslässt.

bwin: langjährige Erlaubnis, maltesischer Inhaber

Bwin ist seit dem 9. Oktober 2020 mit einer Sporterlaubnis auf der Whitelist vertreten, mit einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022, Inhaber ist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira auf Malta. Damit gehört bwin zu den Häusern, die den gesamten bisherigen Verlauf des regulierten deutschen Sportwettenmarkts mitgemacht haben — von den ersten Erlaubnisrunden über die Neusortierung Ende 2022 bis in die Gegenwart.

Für einen Tour-Wetter ist eine lange Erlaubnis-Historie kein Quotenvorteil, aber ein Hinweis auf Verlässlichkeit im Ablauf: Verifizierung, Auszahlung, Konto- und Limitführung sind Prozesse, die ein Haus in fünf Jahren Routine aufbaut. Das ist kein Argument für mehr Geld auf dem Wettschein, aber ein Argument dafür, dass ein 200-€-Gewinn aus der dritten Etappe nicht zwei Wochen auf sich warten lässt. Wer über die drei Wochen mit häufigen, kleinen Positionen arbeitet, gewichtet so einen Punkt höher als jemand, der eine einzige Position über die Gesamtwertung laufen lässt.

Betano: Bet Builder, Cash-out und Live-Streaming aus einer Hand

Betano zeigt in Deutschland ein Paket, das sich ausdrücklich um Live-Erlebnis dreht: Der Anbieter nennt in seiner App-Beschreibung einen Bet Builder, mit dem sich mehrere Märkte eines Spiels kombinieren lassen, dazu Cash-out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Die Mischung ist konsequent — wer live schaut, will auch live kombinieren — und sie zeigt, wo Betano seinen Schwerpunkt sieht.

Für die Tour ist dieser Schwerpunkt eine ambivalente Sache. Live-Streaming hilft, wenn ein Anbieter ein Rennen überhaupt überträgt; ob und in welchem Umfang Radsport in diesen Streams vorkommt, steht in der eigenen Beschreibung nicht. Der Bet Builder dagegen ist für Etappenwetten ein zweischneidiges Werkzeug: Auswahlen zu kombinieren ist genau der Mechanismus, der den Gesamtaufschlag vervielfacht. Ein Kombi-Builder macht das bequemer, nicht billiger — bequem ist eine Eigenschaft, günstig eine andere, und wer beide verwechselt, zahlt den Aufschlag mehrmals.

bet365: Hillside (Europe) ENC und das Erlaubnisdatum 2020

Bet365 gehört zur ersten Runde der deutschen Sporterlaubnisse vom 9. Oktober 2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022; auf der Whitelist steht als Anbieter der Domain die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta. Zwei Erlaubnisdaten in gut zwei Jahren sagen etwas über die Verwaltung, aber nichts über die Quoten — und das ist der Punkt, an dem eine Anbieterseite wie diese an ihre Grenze stößt.

Wo konkrete Radsportmargen einzelner Anbieter nicht öffentlich belegt sind, bleibt dem Leser eine Handlung, die ohnehin allen gehört: die Quoten aller Ausgänge desselben Marktes zusammenzählen und die Rechnung aus dem Quotenkapitel anwenden. Ein Haus mit einer Erlaubnis seit 2020 hat diese Prüfung nicht nötig, um seriös zu sein — es hat sie nötig, wenn man wissen will, was ein Etappensieg dort kostet. Für die Gesamtwertung, den liquidesten Markt der Tour, ist der Aufschlag traditionell der engste; für eine Ausreißerwette am Samstagmittag sieht die Sache anders aus.

DAZN Bet: Sportwetten-Erlaubnis seit 2023, jung im Feld

DAZN Bet ist der jüngste relevante Neuzugang in dieser Runde. Die DZBT Operations Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter dieser Domain, hat ihren Sitz in der MRO Frank Galea Street, ZBG 9019, Zebbug auf Malta, und die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 22. August 2023. Kein Folgeerlaubnis-Eintrag, kein Vorgänger aus 2020 — hier beginnt die Historie erst.

Wer bei einem Haus wettet, dessen Sportwetten-Erlaubnis noch keine drei Jahre alt ist, wettet bei einem Anbieter, dessen deutsche Prozesse noch vergleichsweise jung sind. Das ist kein Risiko im Rechtssinn, die Erlaubnis ist notariell nachprüfbar auf der Whitelist — aber es ist ein Unterschied in der Substanz. Eine Sportmarke, die über Streaming bekannt wurde, trägt eine andere Erwartungshaltung an das Produkt heran als ein reiner Wettanbieter, und ob der Radsport zu ihren Schwerpunkten gehört, entscheidet sie selbst. Für den Wetter bleibt die praktische Frage: Wie schnell ist eine Auszahlung aus einem Konto, das erst seit 2023 existiert und noch keine fünf Jahre Routine hinter sich hat?

Winamax: die 45-Prozent-Angabe und was sie wert ist

Winamax wirbt im Footer seiner Website mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Die Aussage verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball für den Zeitraum vom 01.04.2025 bis zum 30.08.2025; danach lag Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins. Die Zahl ist konkret, der Zeitraum ist benannt, die Sportarten auch.

Man sollte sie trotzdem genau lesen. 45 % heißt: In mehr als der Hälfte der untersuchten Fälle lag Winamax nicht auf Platz eins. Die Aussage „die besten Quoten“ ist damit in ihrer eigenen Quelle schon eingeschränkt, und sie gilt für drei Sportarten, unter denen der Radsport nicht ist. Für eine Etappenwette ist der Befund also eine gute Orientierung für die Haltung des Hauses zur Preisgestaltung — die Steuer einrechnen, eng kalkulieren — und kein Nachweis für einen bestimmten Radsportmarkt. Winamax hält die Sporterlaubnis für die deutsche Domain seit dem 29. Juni 2021, Folgeerlaubnis vom 8. Dezember 2022, Inhaber ist die WINAMAX (Société anonyme).

Tiptorro: schlankes Profil, klare Aufsicht

Tiptorro hat die Sporterlaubnis für seine deutsche Domain seit dem 30. Juni 2021, die Folgeerlaubnis datiert vom 27. Dezember 2022, Inhaber ist die Torro Tec Limited mit Sitz auf Malta. Die App beschreibt ihr Angebot ausdrücklich als behördlich zugelassenen Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und verweist auf die Whitelist.

Das ist bemerkenswert zurückhaltend für Marketing: Der Hinweis auf die Aufsicht steht in der eigenen Beschreibung, statt ein Siegel zu erfinden. Wer ein schlankes Angebot ohne Streaming-Beiwerk sucht, findet hier ein Haus, das sich über die Erlaubnis definiert und ansonsten wenig Lärm macht. Was das im Vergleich kostet, entscheidet sich an den Quoten der Märkte, die Tiptorro überhaupt führt — und daran, ob der Radsport darunter ist. Vor der ersten Wette auf eine Etappe gehört dieser Punkt geklärt, und zwar im Wettprogramm des Anbieters, nicht in einem Vergleichstext.

Bet3000 und Wettarena: zwei Marken, ein Erlaubnisinhaber

Bet3000 und Wettarena gehören zusammen, und diesen Umstand sollte man nicht überlesen. Für Bet3000 führt die GGL die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta; die Erlaubnis für die Domain ist mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet. Für Wettarena nennt die Whitelist denselben Inhaber, dort mit einer Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022; ihre AGB nennen die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in 20, Lyons Range Court Flat Nru.1 Triq Bisazza, Sliema SLM 1640, Malta.

Der unterschiedliche Erlaubnisbeginn bei gleichem Inhaber ist kein Widerspruch, sondern eine Folge der Markenführung: Die Erlaubnis hängt an der Domain, nicht an der Marke, und eine neue Marke beginnt mit einem neuen Erstdatum. Praktisch bedeutet die Verbindung, dass ein Konto bei beiden Marken nicht zwei unabhängige Beziehungen schafft. Wer hier parallel spielt, sollte sich die Regel zum parallelen Spielen im Abschnitt zum Spielerschutz noch einmal ansehen. Und wer die beiden Marken vergleicht, vergleicht nicht zwei Anbieter, sondern zwei Preislisten desselben Hauses — was ihnen einen nützlichen Maßstab gibt: Die Unterschiede zwischen ihnen sind Marketing, nicht Markt.

Interwetten: Erlaubnis seit 2020, muntere Historie

Interwetten ist seit dem 2. November 2020 mit der Sporterlaubnis auf der Whitelist, Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022, Inhaber ist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne’ Point auf Malta. Das Haus gehört damit zur etablierten Riege der ersten Erlaubnisrunde.

Für den Radsportwetter ist die relevante Frage eine andere als das Erlaubnisdatum: Interwetten ist ein Anbieter, dessen Marktbreite über die Jahre gewachsen ist, und ein breiteres Programm heißt in der Regel feinere Quoten in den Nischen — zu Lasten eines breiteren Sortiments an Märkten, in denen der Aufschlag hoch ist. Beides gleichzeitig geht nicht. Wer eng kalkulierte Gesamtwertungsmärkte und zusätzlich ein paar verwegene Etappenwetten braucht, wird bei einem Haus mit langem Programm beides finden, aber zum jeweiligen Preis. Ein Haus mit einer so langen Historie auf dem deutschen Markt ist ein Haus, das Limitentscheidungen für einzelne Spieler kontinuierlich praktiziert.

Was ein Willkommensbonus beim Radsportwetten wirklich kostet

Zum Schluss das Feld, auf dem die meisten Neukunden ihr Geld verlieren, ohne es zu merken. Ein Willkommens- oder Neukundenbonus klingt nach geschenktem Startkapital. Er ist ein Vertrag: Die Bedingungen legen fest, welchen Umsatz man mit welchen Mindestquoten und innerhalb welcher Frist erzeugen muss, damit der Bonus freigespielt wird.

Das GlüStV regelt das nicht. Es enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus setzt oder deckelt — Höhe, Umsatzanforderungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den eigenen Bedingungen jedes Anbieters. Das ist der wichtigste Satz dieses Abschnitts, weil er die Verantwortung klar zuordnet: Wer sich auf ein Angebot einlässt, liest die Bedingungen des Hauses oder liest sie nicht — die Aufsicht schützt ihn dort nicht.

Drei Bedingungen stehen in solchen Klauseln fast immer und kosten jeweils unterschiedlich viel. Die Mindestquote ist die heimtückischste, weil sie harmlos klingt: Nur Wetten ab einer bestimmten Quote zählen für den Umsatz. Eine Wette auf den Gesamtsieger bei einer Quote von 1,25 erfüllt sie nicht, und wer ausschließlich auf Favoriten setzt, kann seinen Bonus damit nicht freispielen. Die Frist ist die zweithäufigste Falle: Wenn der Umsatz innerhalb einer festgelegten Zeitspanne erzielt werden muss, verwandelt die Tour in drei Wochen mit ihren vielen Wettmärkten einen langen Rennkalender in einen Zeitdruckfaktor — und Zeitdruck ist der Faktor, der die Menschen veranlasst, größere Einsätze zu wählen, als sie geplant hatten. Der Deckel auf den Gewinn eines Gratiswettguthabens ist die dritte: Ein Freiwettgewinn ist in der Regel nicht vollständig abziehbar, und diese Kappungsgrenze ist praktisch nie Teil der beworbenen Zahl.

Dazu kommt die Konstruktion des Umsatzes selbst. Angenommen, für einen Bonus in Höhe des reinen Bonusbetrags gilt eine sechszehnfache Umsatzanforderung in einem Markt mit einem Auszahlungsquotienten von rund 95 %. Dann ist der erforderliche Umsatz das Sechzehnfache des Bonus, und der statistisch zu erwartende Kostenaufwand ist dieser Umsatz multipliziert mit der Marge von etwa 5 % — also rund 80 % des Bonusbetrags. Von 100 € Bonus bleiben im Mittel also nahezu 20 €, und das ist eine Schätzung über viele Fälle unter der Annahme, dass nur der Bonusbetrag umgesetzt wird. Wer den Einsatz jeder einzelnen Wette selbst stammt, rechnet mit einem ganz anderen Verhältnis, weil der Umsatz dann aus eigener Tasche fließt. Ob und mit welchen Zahlen ein Anbieter eine solche Anforderung tatsächlich führt, steht in seinen Bedingungen, und ohne diese Bedingungen ist die Rechnung ein Rechenbeispiel und keine Auskunft über ein konkretes Angebot.

Es hilft, sich den Mechanismus des Gratiswettguthabens klarzumachen, weil er den Namen Lügen straft. Als Gratiswette heißt „Geschenk“ selten, dass der Einsatzbetrag mit einem Gewinn zurückgezahlt wird: Bei einer Wette ohne diese Praxis, also einem Gratiswettguthaben, dessen Einsatz nicht mitverrechnet wird, beträgt der Wert des Gutscheins das Produkt aus Bonsumme, dem Faktor aus Quote-minus-eins geteilt durch Quote, und dem Auszahlungsquotienten des betreffenden Marktes. Bei einem Bonus von 10 €, einer Quote von 2,00 und einem Markt mit 95 % Auszahlungsquotient ergibt das einen mittleren Wert von rund 4,75 €. Der tatsächliche Wert eines 10-Euro-Gutscheins liegt also deutlich unter zehn Euro — und das ist noch die Rechnung, bevor die Mindestquote ins Spiel kommt. Wer sich darüber ärgert, ärgert sich zurecht und sollte trotzdem alles, was er über die Erlaubnis auf der Whitelist gelesen hat, in einen Kontoabschluss verwandeln.

Wo der Anbieter verliert und wo der Wetter verliert

Die Mechanik der Bonusbedingungen hat eine faire und eine unfaire Seite, und beide gehören benannt. Fair ist: Ein Anbieter, der Gratiswette und Umsatz an eine Mindestquote bindet, deckt damit sein Risiko ab, dass ein Kunde die Wette auf einen praktisch sicheren Favoriten setzt und das Angebot allein abschöpft. Unfair ist die Bündelung: Die Frist nimmt dem Kunden die Zeit, die eine gute Entscheidung braucht, und der Deckel auf den Gewinn nimmt ihm den Teil, den er sich am meisten erhofft hatte.

Radaktionen sind wegen der Zahl der Ereignisse übrigens attraktiv für die eine und die andere Seite. Die Tour braucht drei Wochen, und in dieser Zeit werden mehr als zwanzigmal Ereignisse zu jeweils eigenen Preisen bepreist. Auf ein Haus, das hier eine Umsatzanforderung hängt, wirkt der lange Rennkalender günstig. Auf einen Wettenden wirkt er anders, wenn er sich selbst unter Druck setzt. Die praktische Konsequenz ist schlicht: Wer den Bonus nehmen will, sollte ihn nie mit einer Wette auf die Gesamtwertung zu erfüllen versuchen, weil sich diese Wette über die gesamte Tour nicht kurzfristig umsetzen lässt. Eine Kombination aus kurzen Etappenmärkten wird zwangsläufig die Methode — zum Preis der erhöhten Marge, die eine Kombination mit sich bringt.

Bleibt die Frage, wann ein Bonus überhaupt in Frage kommt. Bei einem Haus mit einer Erlaubnis seit 2020 und einem fünf Jahre alten, eingespielten Konto bringt ein Willkommensangebot nichts, denn es richtet sich an Neukunden. Sinnvoll ist die Prüfung der Bedingungen also vor allem beim ersten Konto. Und wer nur zwei oder drei Etappen pro Tour spielt, sollte einen Bonus mit einer sehr hohen Umsatzanforderung liegen lassen: Die statistisch zu erwartenden Kosten übersteigen den Nutzen, den er aus einem Angebot zieht, das er ohnehin nicht ausnutzt.

Wie Betroffene sich Hilfe holen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung betreibt unter der Rufnummer 0800 1 37 27 00 eine kostenlose und anonyme Beratung zum Thema Glücksspiel; das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar. Für diejenigen, die sich nicht mit einem Anruf anfreunden können, gibt es das anonyme Online-Beratungsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter check-dein-spiel.de. Beide Wege sind unabhängig von jedem Anbieter und kosten nichts.

Wer bereits bei einem oder mehreren deutschen Anbietern spielt, hat darüber hinaus die Werkzeuge in der Hand, die das GlüStV den Häusern vorschreibt. Das ist der konkrete Vorteil eines lizenzierten Kontos und kein Marketingversprechen: OASIS als bundesweites Sperrsystem, der Panikbutton für eine sofortige 24-Stunden-Sperre, das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat, das über die LUGAS-Limitdatei über alle Anbieter hinweg greift, und die Regel, dass paralleles Spielen bei mehreren Anbietern unzulässig ist.

Bei einem Offshore-Anbieter greift nichts von alledem. Kein Eintrag in OASIS, keine Rückmeldung aus der Limitdatei, kein Limit, das sich übertragen ließe, und keine deutsche Aufsicht, an die man sich wendet, wenn eine Auszahlung ausbleibt oder ein Konto gesperrt wird — abgesehen von dem, was im Abschnitt zur Rechtslage zu den Zivilverfahren steht. Wer das Gefühl hat, die Kontrolle über sein Spiel zu verlieren, hat bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis weniger Werkzeuge zur Hand, nicht mehr.

Häufige Fragen zu Radsportwetten und zur Tour de France

Wo kann ich aus Deutschland auf die Tour de France setzen?

Nur bei Anbietern, die die GGL in ihrer Whitelist führen. Die Liste in der Fassung vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge, davon 27 mit einer Erlaubnis für Sportwetten. Wichtig ist der Eintrag unter der Sporterlaubnis, nicht die Domain eines Hauses — eine .de-Endung allein belegt nichts.

Welche Wetten sind bei der Tour möglich, Gesamtsieger oder einzelne Etappen?

Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts sowie auf Vorkommnisse im Verlauf, als Einzel- oder Kombiwette nach § 21 Abs. 1 GlüStV. Dazu gehören Gesamtsieger, Etappensieger, Trikotwertungen und Kopf-an-Kopf-Duelle. Nur Wettarten aus dem zugelassenen Sportwettprogramm dürfen angeboten werden.

Wie berechne ich die Auszahlung meiner Wette?

Der Rückfluss ist der Einsatz mal die Quote. Bei 10 € Einsatz auf eine Quote von 2,10 kommen also 21 € zurück, davon 11 € Gewinn. Bei einer Kombiwette werden die Quoten der einzelnen Auswahlen zu einer Gesamtquote multipliziert. Der Nettogewinn ist der Einsatz mal die Quote minus eins.

Was ist bei Livewetten während einer Etappe erlaubt?

§ 21 Abs. 4 GlüStV erlaubt während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen ähnlichen seltenen Bestandteil. Der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball sind ausgeschlossen. Bei einem Radrennen ist das Livefenster damit von vornherein eng.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer auf Quote und Auszahlung aus?

Die Steuer beträgt 5,3 % des Einsatzes abzüglich der Steuer selbst und liegt damit bei rund 5,03 % des eingezahlten Betrags (§§ 16 bis 25 RennwLottG). Geschuldet wird sie vom Veranstalter, nicht vom Wettenden (§ 19). Ob und wie er sie in die Quote einrechnet, entscheidet er selbst.

Gilt das Einzahlungslimit von 1.000 € über alle Anbieter hinweg?

Ja. Nach § 6c Abs. 1 GlüStV gilt standardmäßig ein Limit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein höheres Limit ist nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich, eine Selbstauskunft genügt nicht. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.

Inhalt erstellt vom Team «Freiwette»