Wettrechner im Alltag: Was von einer Quote nach Steuer, Gebühr und Umsatz übrig bleibt
Stand: 30. Oktober 2026 — die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Ein Rechner ist ein ehrliches Werkzeug mit einem unehrlichen Ruf. Er nimmt zwei Zahlen, Einsatz und Quote, und gibt drei zurück: den Gesamteinsatz, die Rückzahlung und den Gewinn. Was er nie zurückgibt, ist die Wahrscheinlichkeit, mit der dieser Gewinn eintritt. Genau hier entscheidet sich, ob jemand den Wettrechner als Werkzeug benutzt oder als Orakel: Wer 10 € auf Quote 4,00 setzt und in der Auszahlungsspalte 40 € sieht, hat nichts über seine Chance erfahren, sondern nur über die Arithmetik. Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1) — bei 10 € und Quote 4,00 sind das 40 € Auszahlung und 30 € Reingewinn. Die Zahl, die in dieser Rechnung nicht vorkommt, ist die einzige, die über das Ergebnis entscheidet. Dahinter liegt eine zweite Ebene, die kaum ein Rechner anzeigt: Was ein Anbieter an Steuer, Gebühr oder Abschlag einbehält, entscheidet mit darüber, ob aus einer gewonnenen Wette am Ende der Betrag herauskommt, den die Auszahlungsspalte verspricht. Deshalb geht es im Folgenden zuerst um die Regeln, unter denen gewettet werden darf, dann um die Grenzen, die den Einsatzrahmen setzen, dann um die Wettarten und ihre Quoten, dann um die Anbieter selbst — und erst danach um den Rechner als Gerät. Diese Reihenfolge ist nicht chronologisch, sie ist nach Kosten sortiert: Was zuerst kommt, kostet zuerst Geld.
Die Rechtslage bestimmt, wer überhaupt abrechnen darf
Ein Wettrechner streitet nicht mit dem Gesetz. Sein Besitzer tut es. Der Rechner selbst ist Rechenarbeit auf einem Blatt Papier oder in einer App, und keine Vorschrift der Welt verbietet es, Quoten zu multiplizieren; die Quote einer privaten Notiz ist so unproblematisch wie die einer Kneipenwette unter Freunden. Die Rechtslage betrifft nicht den Rechner, sondern den Anbieter, bei dem die Wette tatsächlich platziert wird — und damit auch die Frage, ob der Gewinn, den der Rechner ausweist, am Ende ausbezahlt wird und von wem.

Seit dem 1. Juli 2021 gilt in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag 2021. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) erteilt die bundesweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln, überwacht die Inhaber und verhängt Bußgelder. Die Steuer dagegen liegt beim Finanzamt, nicht bei der Aufsicht — zwei Behörden, zwei Zuständigkeiten, die in Leserbriefen gern zu einer verschmelzen.
Der einzige belastbare Test, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat, ist die Whitelist der Behörde. Sie ist die amtliche Übersicht der erlaubten Glücksspielanbieter, und in der Fassung vom 2. Oktober 2026 führt sie 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten dürfen. Der Umstand, dass eine Adresse auf .de endet, beweist dagegen gar nichts; erreichbar ist jeder Domainname, erlaubt ist deshalb keiner. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre; die Whitelist nennt nur das Erteilungsdatum und nie ein Enddatum, weshalb jeder Versuch, aus ihr ein Ablaufdatum herauszulesen, in die falsche Richtung läuft. Und nur die Domain, die unter der Sporterlaubnis steht, nimmt Sportwetten an — die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino eines und desselben Halters ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln.
Was überhaupt gesetzt werden darf, ist eng umrissen. Zulässig sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts daraus sowie auf Ereignisse innerhalb des Geschehens, als Einzel- oder Kombinationswette, und nur in den Wettarten, die im Sportwettprogramm der Behörde zugelassen sind. Für Livewetten gilt eine eigene Einschränkung: Während ein Ereignis läuft, sind nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente erlaubt, und das auch nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist damit in Ordnung, der nächste Satz im Tennis ebenfalls; der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball sind es nicht. Gesperrt sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — in der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, außerdem manipulationsanfällige Wetten, Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung sowie Wetten auf gesellschaftliche und politische Ereignisse. E-Sport ist ausdrücklich kein Sport im Sinne dieser Regeln: Es gibt in Deutschland keine erlaubten E-Sport-Wetten, und wer ein Sportwettprogramm mit E-Sport-Titeln findet, hat nicht die Erlaubnis gefunden, sondern ihren Rand. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Eine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz pro einzelne Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.
Was eine fehlende Erlaubnis den Spieler kostet
Illegal ist nicht, wer verliert, sondern wer veranstaltet. Das Veranstalten von Glücksspiel ohne Erlaubnis steht unter Strafe, ebenso die Werbung dafür; für die Teilnahme nennt das Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — daraus folgt aber weder ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatik. Die Behörde warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten, und sie hat das im Fall eines Anbieters öffentlich getan, statt es bei einer allgemeinen Mahnung zu belassen.
Die zivilrechtliche Seite ist die interessantere, weil sie das Geld betrifft. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 hält Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Mehrere Zivilgerichte haben Anbieter ohne deutsche Erlaubnis bereits zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Zugesagt ist damit nichts. Wer das als Anlageform liest, verwechselt eine offene Rechtsfrage mit einer Forderung.
Eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Wer dort wettet, wettet bei einem Veranstalter, der ohne deutsche Erlaubnis handelt — mit allen Folgen für den Einsatzrahmen und die Durchsetzbarkeit, und ohne deutschen Rechtsweg bei Streit um einen Gewinn.
§ 9 Abs. 8 GlüStV: Das Papier prüfen, nicht die Werbung
Die Whitelist trägt den Status, den § 9 Abs. 8 GlüStV ihr zuweist: Sie ist die amtliche Übersicht, kein Marketingmaterial. Wer prüfen will, ob ein Anbieter eine Sporterlaubnis hat, sucht dessen Domain dort — nicht in dessen Fußzeile, nicht in einem Siegel, nicht in einem Gütesiegel mit Krone. Die Prüfung dauert eine Minute und ersetzt jede Prüfung, die der Anbieter über sich selbst anbietet.
Ein Rechner verhindert keine Verluste
Die ehrlichste Aussage über einen Wettrechner steht in keiner Anleitung: Er kann falsch rechnen, aber richtig gerechnet macht er niemanden reicher. Er zeigt, was eine gewonnene Wette einbringt, und er zeigt nicht, wie oft sie gewinnt. Ein Spieler, der mit Quote 1,90 auf einen ausgeglichenen Zweikampf geht, hat die Auszahlung im Griff und die Wahrscheinlichkeit nicht.
Deshalb steht über der ganzen Rechnerei ein Rahmen, den der Gesetzgeber gesetzt hat — und dessen erste Zahl überraschend niedrig klingt, bis man sie auf ein Jahr hochrechnet.
Einsatzrahmen und Verifizierung: die Zahlen im Einzelnen
Gespielt werden darf ab 18 Jahren. Pro Anbieter ist ein Konto erlaubt, und es ist vollständig zu verifizieren. Vor abgeschlossener Verifizierung darf ein Anbieter längstens 72 Stunden Spiel ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen — ein Fenster, in dem Geld hineingeht und nicht hinaus.
Das Einzahlungslimit liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat und gilt über alle Anbieter hinweg; abgewickelt wird es über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen, bis 10.000 €, in bestimmten Fällen bis 30.000 €, letzteres für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler und nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit — eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Ein gesenktes Limit wirkt sofort, ein erhöhtes erst nach sieben Tagen. Wer parallel bei mehreren Anbietern gleichzeitig spielt, verstößt gegen die Regel der Aktivitätsdatei; diese Parallelspielerei ist untersagt.
Über dem Ganzen steht OASIS, das bundesweite Spielersperrsystem. Es wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt, ohne Angabe mindestens ein Jahr. Dazu kommt der Panikbutton: ein Druck, und der Zugang ist unmittelbar für 24 Stunden blockiert.
Der Punkt, an dem das den Rechner einholt: Ein Spieler, der 1.000 € im Monat einzahlt und in vier Wochen 900 € verliert, hat den Rahmen genutzt, nicht gesprengt. Der Rechner weist dabei jeden einzelnen Wettschein als korrekt gerechnet aus. Kein Wettrechner der Welt hat eine Spalte für „das war zu viel“.
Wohin die Einzahlung geht und wann sie zurückkommt
Einzahlungen sind nur von einem Zahlungskonto erlaubt, das auf den Namen des Spielers selbst lautet, bei einem Institut, das nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet ist. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen. Dieser Mechanismus hält Kryptowährungen und anonyme Prepaidkarten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraus — nicht aus Misstrauen gegen den Spieler, sondern aus Nachvollziehbarkeit. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht nur in dessen Bedingungen.
Das Guthaben des Spielers liegt auf einem Treuhandkonto und ist damit in einem Insolvenzfall geschützt. Bei Kontoschließung wird der Saldo innerhalb von fünf Werktagen und ohne Gebühren ausgezahlt. Für die Rechnung heißt das: Ein Gewinn ist keine Forderung, sondern ein Saldo — bis er ausgezahlt ist, steht er auf der richtigen Seite des Insolvenzschutzes, aber noch nicht beim Spieler.
Harte Zahlen, weicher Rahmen
Ein Rechner darf in der Verantwortung nicht zum Alibi werden. Er hat keine Sitzung, in der ein Spieler ihn selbst sperrt. Er mengt keine drei Anbieter parallel zu einem höheren Limit zusammen. Er kennt weder das Haushaltsbudget noch die 72-Stunden-Verifizierungsfrist, in denen kein Cent herauskommt. Und er drückt keinen Panikbutton. Zwischen der Auszahlungsspalte und einem ausgezahlten Gewinn liegen in Deutschland Prüfungen, die nichts mit Rechnen zu tun haben.
Wettarten und Quoten: die Grundlagen als Rechnung
Wer Quote und Einsatz multipliziert, bekommt die Auszahlung; wer sich fragt, warum das nicht der Gewinn ist, hat die entscheidende Zeile bereits gefunden. Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten ist Einsatz × (Quote − 1). Aus 10 € auf Quote 2,10 werden 21 € Auszahlung und 11 € Gewinn. Aus derselben Wette auf Quote 1,05 werden 10,50 € Auszahlung und 0,50 € Gewinn — weder richtig noch falsch, nur zwei völlig verschiedene Geschäfte.

Einzelwette, Kombiwette und der Preis, den die Verkettung verlangt
Bei einer Kombinationswette werden die Einzelquoten multipliziert, der Einsatz gilt für die gesamte Wette, und gewonnen ist sie nur, wenn jedes einzelne Ereignis richtig getippt wurde. Drei Quoten von 1,90, 1,90 und 1,90 ergeben eine Gesamtquote von 6,859 und aus 10 € Einsatz 68,59 € Auszahlung. Die Chronik der Verkettung: Aus drei einzelnen 50-Prozent-Chancen wird keine 12,5-Prozent-Wahrscheinlichkeit, nur weil die Quotenmultiplikation sauber aufgeht. Die Quote wächst schneller als die Chance, und jeder zusätzliche Leg wird billiger, als er aussieht — für den Anbieter.
Der Umsatzrahmen ist die zweite Rechnung, die der Rechner nicht kennt: Wer 10 € auf eine Dreierkombi setzt, hat 10 € in der Wettabrechnung, nicht 30 €. Ein Umsatzkriterium mit dem Fünf- oder Siebenfachen zieht daher mit weniger Wettscheinen als gedacht.
Systemwetten: Trixie, Yankee, Lucky 15 und warum die Liste nie endet
Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als „X aus Y“ angegeben; jede dabei entstehende Kombination heißt Wettreihe. Der Rechner von bet365 führt unter seinen Systemwetten unter anderem Trixie mit 3 Auswahlen und 4 Wetten, Yankee mit 4 Auswahlen und 11 Wetten, Lucky 15 mit 4 Auswahlen und 15 Wetten, Lucky 63 mit 6 Auswahlen und 63 Wetten, Heinz mit 6 Auswahlen und 57 Wetten, Super Heinz mit 7 Auswahlen und 120 Wetten sowie Goliath mit 8 Auswahlen und 247 Wetten. Diese Stückzahlen sind nicht gewachsen, sie sind kombinatorisch: Ein Heinz ist der Bruder eines Lucky 63 und unterscheidet sich von ihm nur dadurch, dass die sechs Einzelwetten fehlen. Genau diese Differenz steht in der Einsatzspalte.
Der Preis eines Systems ist die Einsatzverteilung. Bei Winamax ergibt sich der Preis einer Systemwette P/N aus N!/(P! × (N-P)!) multipliziert mit dem Einzeleinsatz; der Gesamteinsatz steht unten im Wettschein, und der angezeigte mögliche Gewinn ist der Höchstbetrag bei lauter richtigen Tipps. Ein Yankee also kostet das Elffache eines Einzeleinsatzes, und der eine große Gewinn, den die Anzeige verspricht, hängt an vier richtigen Tipps. Für 1 € pro Wettreihe sind das 11 € Gesamteinsatz — kein Tippfehler, sondern die Systematik selbst. Wer den Gesamteinsatz mit dem Einzeleinsatz verwechselt, ist nach einem schlechten Samstag doppelt überrascht.
Dutching, und was die Umrechnung von Quoten in Geld kostet
Dutching verteilt einen festen Gesamteinsatz auf mehrere Auswahlen so, dass bei jeder der gewählten Auswahlen derselbe Gewinn herauskommt. Der Rechner löst dabei im Kern eine Umkehrung: Er rechnet von der Auszahlung zurück auf die Einsätze. Ein Gesamteinsatz von 100 € auf drei Auswahlen mit Quoten von 3,00, 4,00 und 5,00 wird so aufgeteilt, dass jede Auswahl dieselbe Rückzahlung ergibt — die Anteile stehen im umgekehrten Verhältnis der Quoten.
Was Dutching nicht ist: eine Wette darauf, dass eine der Auswahlen eintritt, ohne dass der Anbieter mitverdient. Es ist eine Wette auf mehrere Ergebnisse desselben Marktes, und die Summe der drei Anteile ist die Summe dessen, was der Markt in seiner Gesamtheit nicht zurückzahlt. Der Vorteil ist der ruhigere Auszahlungsverlauf, der Preis die Kosten des Marktes selbst.
Dasselbe Prinzip steckt hinter der Quotenumrechnung, nur härter: Eine Dezimalquote von 5,50 entspricht bei 1 € Einsatz einer Auszahlung von 5,50 € und einem Reingewinn von 4,50 €; dieselbe Quote lautet als Bruchquote 9/2 und als US-Quote +450. Eine Dezimalquote von 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250, wobei −250 bedeutet, dass 250 $ gesetzt werden müssen, um 100 $ Gewinn zu erzielen. Die drei Schreibweisen sind derselbe Preis; der Rechner wechselt nur die Einheit.
Die vier Rechenwege, die zusammen 100 % ergeben
Ein Wettschein mit Quote 1,90 auf Auswahl A und Quote 1,90 auf Auswahl B ist ein Zweier-Markt, wie er auf Handelsplattformen und im Coachingpapier steht. Ein Rechner für den Quotenschlüssel, die Auszahlungsquote eines Marktes, liefert über alle Ergebnisse hinweg den Faktor 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90); das ergibt gerundet 0,95, also eine Auszahlungsquote von 95 %. Was fehlt, ist die Marge: 100 % minus 95 % — die Marge liegt bei rund 5 %. Die Spanne bewegt sich in der Praxis meist zwischen etwa 4 % und 8 %, je nach Sportart, Liga, Markttiefe und Anbieter; der obere Rand ist Auswüchse, nicht Regel. Der Buchmacher verdient nicht am gewonnenen Wettschein, sondern an jedem.
Ein konkretes Gleichbeispiel zeigt, wie die Größen zusammenspielen: Wer bei DAZN Bet wettet, zahlt auf jede Sportwette einen Quotenabschlag von 5 %, der auch als Wettsteuer bekannt ist; er wird automatisch berechnet, und im Kontoverlauf sind Einsatz und Quotenabschlag je Wette sichtbar. Anders ODDSET: Dort erhebt der Anbieter bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % („Quotenabschlag“) auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette, und nach Abzug dieser Gebühr ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn. Bei Winamax lautet die Botschaft im Footer „0% Wettsteuer und die besten Quoten“; sie stützt sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Nicht Steuer, aber konstruktiv verwandt: Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets; die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, bei einer Mindestquote von 1,05, und die Obergrenze dieser Umsetzung liegt bei 100 €. Eine Freebet mit 1,05 ist damit in der Praxis eine Wette mit 1,05 — ein Detail, das die Werbung selten mitspricht.
Der Bund erhebt daneben die Sportwettensteuer nach den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes: 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, vermindert um die Steuer selbst“, was rund 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und wie sie an den Kunden weitergegeben wird, entscheidet jeder Anbieter selbst; die Operatoren auf dieser Seite tun es unterschiedlich, und deshalb steht im Abschnitt „Der Vergleich: Rechner und Anbieter nebeneinander“ zu jedem einzelnen, wie er es handhabt, statt einer Zahl, die für alle gelten soll.
Und die Proportionalitätskontrolle, die kein Wettrechner liefert: Bei einer Quote von 1,90 und einer Marge von rund 5 % zahlt eine Wette auf beiden Seiten je 1 € Einsatz im Erwartungswert etwa 95 Cent zurück — unabhängig davon, ob der Rechner den Gewinn auf zwei Stellen hinter dem Komma richtig ausweist.
Warum die drei Formate bleiben, obwohl nur eines rechnet
Dezimalquoten sind die Währung der Rechnung, Bruch- und US-Quoten sind Erinnerungen an Herkunftsmärkte. Wer eine Bruchquote 9/2 sieht und 4,50 abzieht, rechnet richtig; wer eine US-Quote +450 sieht und 4,50 abzieht, rechnet zufällig richtig, weil +450 dasselbe bedeutet. Die Verwirrung sitzt bei Minuszeichen: −250 ist kein Verlust, sondern die Kehrseite von 1,40. Wer die Formate mischt, rechnet nicht falsch, sondern eine andere Wette aus.
Der Vergleich: Rechner und Anbieter nebeneinander
Was ein Wettrechner taugt, hängt an dem, was er nicht rechnet. Die folgenden zehn Anbieter sind alle Inhaber einer deutschen Sporterlaubnis; die Zahlen zur Umrechnung sind bei keinem von ihnen der Streitpunkt. Der Streitpunkt ist, was um die Quote herum passiert: Abschlag, Steuer, Umsatzfrist, Mindestquote.
Der Rechner selbst ist inzwischen fast überall dasselbe Werkzeug, weil die Rechenwege dieselben sind. Der Rechner von bet365 berechnet Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen; Eingaben sind Quote und Einsatz, Ausgaben Gesamteinsatz, Rückzahlung und Gewinn oder Verlust. Wer mehr als 20 Auswahlen kombinieren will, braucht mehr, als Rechner bieten — der Quotenmultiplikator ist zufrieden, aber der Wettschein zum Erliegen kommt.
Wie die zehn Anbieter aufgestellt sind
Die Tabelle ordnet die Anbieter nach Erlaubnis und Halterschaft. Die Spalten folgen der Sache, mit der ein Leser anfängt: Erlaubnis, wer dahintersteht, seit wann.
| Anbieter | Eintrag in der Whitelist der GGL | Erlaubnisinhaber | Sporterlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| AdmiralBet | Sportwetten-Erlaubnis | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024 |
| LeoVegas | Sportwetten-Erlaubnis | LVSports Limited | 21.10.2024 |
| VBet | Sportwetten-Erlaubnis | SCGO Limited | 05.12.2023 |
| Betano | Sportwetten-Erlaubnis | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| bwin | Sportwetten-Erlaubnis | bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| Winamax | Sportwetten-Erlaubnis | WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022 |
| bpremium | Sportwetten-Erlaubnis | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| MERKUR BETS | Sportwetten-Erlaubnis | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| DAZN Bet | Sportwetten-Erlaubnis | DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| Tipwin | Sportwetten-Erlaubnis | Tipwin Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 27.12.2022 und 09.01.2024 |
Die Datumsstaffelung erzählt mehr als die Spalte daneben. Vier der zehn Anbieter sitzen in der allerersten Erlaubniswelle und haben den Kuchen aufgeteilt, bevor die anderen hereinkamen. Wenn ein jüngerer Anbieter mit einem großzügigeren Willkommensangebot lockt, ist das kein Widerspruch, sondern der Preis dafür, in einem besetzten Markt überhaupt ein Konto zu bekommen. Wer nach den jüngeren Daten auf das großzügigere Angebot zielt, tauscht Marktvertrautheit gegen Neukunden-Werbegeld. Beides ist legitim; man sollte nur wissen, welches der beiden man kauft.
Höhere Beträge stecken in den Bedingungen, die der Whitelist-Eintrag nicht einschließt. Wer rechnen will, liest die Bedingungen im Kontobereich, nicht die Liste der Behörde.
Die zehn Anbieter unter der Kostenlupe
1. AdmiralBet: die Nummer mit dem langen Erlaubnisstammbuch
Für AdmiralBet führt die Whitelist der Behörde die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin, mit einer Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024; für virtuelle Automatenspiele auf dem Slots-Angebot besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022. Die beiden Erlaubnisse gehören zur selben Halterschaft und zu völlig verschiedenen Geschäften: Die Slots-Erlaubnis sagt nichts über das Sportwettenangebot aus, und wer aus ihr auf ein größeres Wettprogramm schließt, verwechselt zwei Aufsichtsbereiche. Für das Sportwettenkonto ist die Sportwetten-Erlaubnis von 2020 die relevante, und sie datiert in die erste Welle.
Was AdmiralBet als Anbieter für einen Rechner-Nutzer interessant macht, ist nicht die Historie, sondern die Frage, was das Willkommensangebot an Umsatz verlangt und ob es den Einsatz oder den Gewinn umsatzpflichtig stellt. Wer hier vergleicht, sollte die Fußzeile mit dem Quotenformat prüfen: Ein Rechner, der mit Dezimalquoten arbeitet, ist auf allen Linien korrekt, aber das Ergebnis einer Systemwette ist nur so gut wie die Angabe, die der Nutzer in Dezimalform eingibt. Die Erlaubnis ist sauber, das Programm breit — und genau da liegt auch die Fallhöhe. Wer bei einem Anbieter mit großem Systemwetten-Angebot landet, rechnet mehr Wettreihen durch, als ein Rechner je anzeigen kann. Die Erlaubnis sichert nicht, dass die Einsätze klein bleiben. Sie sichert, dass sie auf einem erlaubten Wettschein landen.
2. LeoVegas: Verhältnismäßigkeit als Prinzip
Bei LeoVegas führt die Whitelist die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Das ist einer der jüngeren Sporterlaubnis-Stämme in dieser Runde — vier Jahre nach der ersten Welle —, und das ist weder ein Mangel noch eine Note: Die Behörde prüft nach demselben Maßstab, die Sporterlaubnis wächst erst nach 2024 heran, die vollen fünf Jahre laufen noch. Wer aus einer späten Erteilung eine geringere Verlässlichkeit ableitet, hat die Logik umgedreht: Neu geprüft ist nicht schwach geprüft.
LeoVegas‘ Aufstellung ist der ruhige Fall in dieser Aufzählung: zwei Erlaubnisse, kein Bonuszirkus, kein Quotenabschlag, der in der Fußzeile stehen müsste, weil er im Zahlenwerk der jeweiligen Bedingungen steht. Ein Rechner, der bei LeoVegas zu einem bestimmten Nettogewinn führt, hängt an der Frage, ob die Wette als Einzelwette oder als Kombi geführt wird. Darauf zu achten, ist langweilig — aber die Langweile ist hier der Punkt. Ein Anbieter, der nicht mit Sonderaktionen um Aufmerksamkeit wirbt, verlangt auch weniger Aufmerksamkeit beim Abschluss. Der Preis ist, dass es weniger zu optimieren gibt. Genau so sollte man ihn auch behandeln: als Standard, gegen den die anderen zu messen sind, mit dem Hinweis, dass die ruhige Linie für einen Nutzer, der ohnehin nur Einzelwetten rechnet, keinen Abstrich bedeutet. Nur: Wenn der Kunde falsch rechnet, hilft die Erlaubnis ihm nicht.
3. VBet: Malta-Veranstalter, deutsche Erlaubnis
Für VBet ist die SCGO Limited als Veranstalterin der Sportwetten geführt, mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta; die Behörde verzeichnet die Sporterlaubnis seit dem 5. Dezember 2023. Der Sitz in Malta sagt nichts über die deutsche Rechtslage aus: Der Veranstalter hat eine Erlaubnis für diese Domain, und die gilt in Deutschland. Wer aus einem maltesischen Firmensitz schließt, es handele sich um ein Offshore-Angebot, hat den entscheidenden Unterschied verpasst — Sitz und Erlaubnis können auseinanderfallen, und VBet mit deutscher Sporterlaubnis ist der Beweis dafür.
Das ist bei VBet die Sache, die man wirklich nachrechnen muss: Ein Rechner addiert den Einsatz und multipliziert mit der Quote, aber die Vertragspartei sitzt in Malta. Das ist kein Nachteil — die Erlaubnis, die Whitelist und die deutschen Vorgaben greifen unabhängig vom Sitz. Es ist der Moment, in dem man sich klarmacht, dass die deutsche Genehmigung an der Domain hängt und nicht an den Briefkopf. Wer ein Sportwettprogramm mit heller Beleuchtung und ohne Umsatzkriterium gefunden hat, sollte sich fragen, ob er die Frage richtig gestellt hat. Die richtige Frage lautet bei VBet, ob das Angebot auf das Konto passt, das er tatsächlich führt.
4. Betano: die Betbuilder-Schiene und ihr Preis
Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Bet Builder, also das Kombinieren mehrerer Märkte eines Spiels, dazu Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Die Whitelist führt als Erlaubnisinhaber des Sportwettenangebots die Betkick Sportsbetting Limited, mit einer Sporterlaubnis seit dem 19.02.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022.
Der Bet Builder ist genau die Funktion, für die ein Wettrechner seinen Nutzen am deutlichsten zeigt: Sobald Ereignisse innerhalb desselben Spiels kombiniert werden, entstehen Abhängigkeiten, die ein einfacher Rechner nicht als Korrelation erkennt. Ein Rechner verrechnet die Einzelquoten multiplikativ, der Markt tut das nicht — er preist Ereignisse desselben Spiels nie als unabhängig ein, weil ein Tor im Spiel nicht unabhängig von einem Endstand ist. Das ist der Zusatzaufschlag, den der Rechner unterschlägt.
Genau hier liegt ein Widerspruch, den man beim Namen nennen sollte. Ein Bet Builder ist ein Rechentraum und ein Kostengrab. Je mehr Auswahlen, desto höher die Gesamtquote und desto größer die Marge, die über den Legs liegt; der Rechner multipliziert weiter, als die reale Chance explodiert. Für einen Betano-Nutzer, der die Funktion einmal ausprobiert, ist das ein Rechenspiel. Für einen, der sie zum Standard macht, ist es die Stelle, an der die Auszahlungsspalte regelmäßig weiter reicht als die Tasche. Wer in fünf Wochen zwölf Betbuilder gerechnet und verrechnet hat, hat nicht zwölfmal gewonnen, sondern zwölfmal eine Quote multipliziert, die nicht unabhängig war.
5. bwin: Kombi-Boost, Quoten-Boost und die Zahlen dahinter
Die „bwin – Sportwetten App“ wird im Apple App Store von der bwin.party entertainment Limited angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Cashout, manuell und automatisch, Live-Streams und Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost. Die Whitelist führt als Inhaber der Sporterlaubnis für bwin die bwin (Deutschland) Limited, seit 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.
Kombi-Boost und Quoten-Boost sind die beiden Funktionen, die den Rechner in die Irre führen können, wenn man ihre Logik nicht kennt: Beide erhöhen die Quote, beide sind in der Anzeige schön, und keine von beiden ändert etwas an der Wahrscheinlichkeit, mit der die Wette gewinnt. Der Boost ist ein Preisnachlass des Anbieters in Form eines kleineren Margenanteils — er kommt aus der Marge, nicht aus dem Markt. Das ist der ehrliche Weg, es zu verstehen: Der geboostete Preis weicht stärker vom tatsächlichen Wahrscheinlichkeitsverhältnis ab als der ungebooste. Weil der Preis sinkt, sinkt auch die Marge. Nehmen muss man das nicht; verstehen sollte man es. Ein Boost, der nur auf Kombis mit drei oder mehr Beinen liegt, ist eine Konstruktion gegen den Nutzer, der Einzelwetten bevorzugt; die Quote ist verlockend, der Nutzer ist plötzlich der mit dem erhöhten Risiko. Der Rechner rechnet den Boost sauber ein, wenn man ihn einträgt. Die Frage ist, ob man ihn einträgt, ohne die Bedingung zu prüfen.
6. Winamax: „0% Wettsteuer“ und was die Null sonst noch heißt
Für Winamax ist als Inhaber der Sporterlaubnis die WINAMAX (Société anonyme) geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 29.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 08.12.2022. Das Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets; die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, bei einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Im Footer wirbt das Unternehmen mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Die Aussage stützt sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus den Bereichen Fußball, Tennis und Handball vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag.
Zwei Behauptungen in einem Satz, und nur eine davon ist überprüfbar. Die Null Prozent Wettsteuer im Footer ist zuerst eine Aussage über Winamax selbst, nicht über die Konkurrenz. Die „besten Quoten“ stützen sich auf eine Untersuchung, die den eigenen Preis in knapp der Hälfte der Fälle an der Spitze sieht — belastbarer als ein Slogan, schwächer als ein Vergleichssieger. 45 % bedeuten: In 55 % der untersuchten Fälle war ein anderer Anbieter besser. Wer nur einen Bruchteil seiner Wetten in Fußball, Tennis oder Handball und nur dort platziert, kann sich darauf einlassen. Wer alles über einen Anbieter abwickelt, bekommt keine Garantie, sondern in jedem zweiten Fall einen schlechteren Preis. Das ist weder Betrug noch Wohltat. Es ist Marketing mit Fußnote.
Die Systemwetten-Grundlage ist bei Winamax besonders sauber dokumentiert: Der Preis einer Systemwette P/N ergibt sich aus der Anzahl der Kombinationen, nämlich N! geteilt durch P! mal (N−P)! — je nach Rechner wird das unter der Haube automatisch in einen Gesamteinsatz übersetzt und oben im Wettschein sichtbar. Der Rechner von Winamax zeigt damit genau die Zahl, die zählt: den Betrag, den die Systemwette tatsächlich kostet.
7. bpremium: das Fünffache des Bonus
Für bpremium ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited als Inhaber der Sporterlaubnis geführt, seit 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Laut den Nutzungsbedingungen können Bonusgewinne aus Sportwetten erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 ausgezahlt werden; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar.
Diese Bedingung ist die klarste Rechnung, die man auf dieser Seite anstellen kann. Der Umsatz läuft nicht über eine der beiden Summen, sondern über beide: Bonus plus zugehörige Einzahlung, jeweils mal fünf. Bei einem Bonus über 100 € und einer Einzahlung über 100 € sind das 1.000 €, die vor einer Auszahlung umgesetzt sein wollen — wobei jeder Einsatz nur zählt, wenn er auf einer Wette mit einer Dezimalquote von mindestens 1,7 steht. Die Mindestquote hat einen konkreten Effekt: Sie verhindert Umsatz auf Quoten, bei denen der mögliche Gewinn so klein ist, dass der Umsatz nur Zeit kostet, und sie schließt alle Wetten aus, deren Rückzahlung das Konto stabilisieren würde. Unterhalb von 1,7 ist der Umsatz für die Freigabe schlicht nicht vorhanden. Wer nur gewinnen will — der darf hier nicht. Wie lange die 1.000 € dauern, hängt an der Einsatzhöhe, und dazu tritt die bereits beschriebene Monatsobergrenze des Einzahlungslimits. Beide Zahlen zusammengenommen sind keine Nebenbedingung, sondern der eigentliche Vertragspreis des Bonus. Bei 5 % Marge und 1.000 € Umsatz ist der statistisch zu erwartende Verlust größer als die Verzinsung, die der Bonus verspricht; dabei handelt es sich ausdrücklich um einen Durchschnittswert über viele Wetten, nicht um die Vorhersage eines einzelnen Ausgangs.
Das ist ein Paket, nicht ein Angebot. Wer nicht ohnehin viel und hochquotig wettet, verlängert die Frist künstlich und zahlt den Preis in Form von Zeit und Einsatz.
8. MERKUR BETS: der Fünfer, der einen Wochenplan braucht
Für den MERKUR BETS CLUB führt die Whitelist der Behörde die Merkur Bets Malta Limited als Inhaberin der Sporterlaubnis, seit 06.11.2023. Der Sahneteil des Clubs: Für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 schüttet der Club bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025 — also in einem Fenster in der Vergangenheit.
Damit ist die Sache klar: Die Aktion ist nicht nur gerechnet, sie ist beendet, und wer sie in einem Ratgeber findet, sollte zuerst die Daten lesen, bevor er die Bedingungen liest. Die eigentliche Lehre steckt ohnehin nicht in dem Fünfer, sondern in der Mechanik: Zwei Schwellen, eine auf der Auswahlzahl und der Gesamtquote, eine auf dem Wocheneinsatz, und eine Auszahlung in einer Freebet statt in Bargeld. Wer die Schwellen nur ahnt und nicht beachtet, sammelt keinen Fünfer, sondern Umsatz. Und wer sein Wettverhalten nach einem solchen Schwellenmodell ausrichtet, passt den Einsatz an die Prämie an, nicht die Prämie an den Einsatz. Nachrechnen ist auch hier die einzige Disziplin. Wer 25 € in einer Woche auf Quoten unter 4,00 setzt, hat die zweite Schwelle gerissen und die erste verfehlt — es ist null Euro.
9. DAZN Bet: fünf Prozent, die auf jeder Wette liegen
Für DAZN Bet führt die Whitelist als Inhaber der Sporterlaubnis die DZBT Operations Limited, seit 22.08.2023. Bei DAZN Bet wird auf jede Sportwette ein Quotenabschlag von 5 % erhoben, der auch als Wettsteuer bekannt ist; er wird automatisch berechnet, und im Kontoverlauf sind Einsatz und Quotenabschlag je Wette sichtbar.
Von allen Modellen auf dieser Seite ist das der ungewöhnlichste und der transparenteste zugleich. 5 % auf jede Wette — nicht auf jeden Gewinn, auf jeden Einsatz — ist eine Gebühr, die in der Auszahlungsspalte eines gewöhnlichen Wettrechners nie auftaucht. Ein 10-€-Einsatz auf Quote 2,10 führt hier nicht zu 21 €, sondern zu einer Rückzahlung, von der fünf Prozent abgezogen sind. Das reduziert die effektive Quote spürbar, weil die Gebühr unabhängig davon anfällt, ob die Wette gewinnt. Das ist bei einer Wette mit hoher Quote weniger schmerzhaft, weil dieselben fünf Prozent auf eine größere Gesamtauszahlung weniger ins Gewicht fallen. Der Abzug wird aber nicht für die Wette relevant, wenn das Konto in Verzug gerät. Der Anbieter verdient an jedem Einsatz, der durchgeht.
Wie angenehm, dass wenigstens hier die Zahl sichtbar ist. Andere Anbieter handhaben es, wie die Behörde es zulässt — auf den Gewinn bezogen oder indirekt über die Quote. Wer vergleicht, vergleicht Licht mit Schatten.
10. Tipwin: siebenmal, und die Zählung pro Wettschein
Für Tipwin ist die Tipwin Limited als Inhaber der Sporterlaubnis geführt, seit 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen vom 27.12.2022 und 09.01.2024. Der Sportwetten-Willkommensbonus beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €; Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 € und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80.
Diese Bedingungen sind der Inbegriff dessen, was ein Wettrechner nie anzeigt. Die Siebenfach-Umsatzfrist auf Einzahlung plus Bonus ist deutlich länger als der Einzahlungs-Wums, den andere Anbieter verlangen, und die Obergrenze pro Wettschein von 100 € hängt daran, dass die Einsätze überhaupt so hoch sind. Die Mindestquote von 1,80 ist streng: Sie schließt Quoten unter 1,80 aus, und 1,80 entspricht einer implizierten Wahrscheinlichkeit von mehr als der Hälfte — nicht unmöglich, aber auch nicht die Quote, mit der man ein Kombi-System auffüllt. Der wirksamste Teil dieser Klausel: 7 × 100 € = 700 €, aber je Wettschein zählen höchstens 100 € — vollständige Freischaltung erfordert also mindestens sieben abgeschlossene Wettscheine mit ausreichendem Volumen, nicht einen mit doppeltem Betrag. Wer den Bonus mit einem einzigen großen Einsatz freispielen will, kann das nachrechnen: Es funktioniert nicht.
Was vom Willkommensangebot nach dem Umsatz übrig bleibt
Die vorige Rechnung ist der Kern fast jedes Willkommensangebots. Ein Bonus, der nicht mit Geld zu tun hat, wird in Interessanterweise mit einer Frist verbunden, und das ist keine Nebenbedingung, sondern der Preis des Bonus. Der Bonus wird nicht geschenkt, er wird vermietet, und die Miete ist der Umsatz. Ein Bonus, den man nicht umsetzen will, ist ein Geschenk mit einer Rechnung.
Die Bedingung ist meist so formuliert, dass dem Gesamteinsatz der Durchsatz gegenübersteht — nicht dem Gewinn. Der Durchsatz muss auf Wetten stattfinden, deren Quoten über einem Mindestwert liegen; unterhalb verfallen sie ersatzlos.
Bevor man den Wert eines Angebots beziffert, gehört eine Rechnung auf den Tisch, bei der sich Streit lohnt: Ein Bonus wird gemessen an dem, was der Kunde dafür tun muss. Bei einem Angebot über 100 €, das mit dem Fünffachen von Bonus und Einzahlung zu erfüllen ist, liegt der geforderte Umsatz bei 1.000 € in Wetten mit einer Mindestquote. Bei 5 % Marge auf diesen Umsatz ist der statistisch erwartete Verlust über viele Wetten rund 50 € — das ist keine Vorhersage für einen einzelnen Wettschein, sondern der Durchschnitt, den diese Bedingung über die Zeit kostet. Der Wert einer 100-€-Freebet, deren Einsatz nicht zurückgezahlt wird, liegt bei einer Quote von 1,90 nach derselben Logik darunter: Auf Dauer nicht mehr als etwa der halbe Betrag. Der Rechner bleibt stumm zu all dem. Er weiß nur, was ein Wettschein auszahlt.
Die arbeitsame Wahrheit: Der Weg vom Bonus zum Bargeld ist bei jedem Anbieter anders teuer, und der einzige Anbieter, bei dem er null kostet, ist derjenige mit den unattraktivsten Quoten.
So prüft man einen Rechner, bevor man ihm glaubt
Ein Rechner ist ein Werkzeug, und Werkzeuge werden geprüft. Wer zwei Zahlen einträgt und eine dritte erwartet, kann das Ergebnis selbst nachrechnen: Er sollte auch die Summe prüfen. Ein Rechner mit 1,90 auf beiden Seiten und einem Einsatz von 100 € sollte auf der Seite des Möglichen bleiben: Rückzahlung 190 € bei 100 € Gewinn, pro Seite nicht die Hälfte als Marge. Wer eine Marge von zwei Prozent als Auszahlungsquote angezeigt bekommt, hat nicht denselben Markt gefunden, sondern den Anbieter gewechselt.
Für einen Leser, der nur drei Dinge aus dem Gerät holen will: ob es die Systemwetten-Stückzahlen korrekt vervielfacht (ein Yankee sind elf Wettreihen), ob es den Gesamteinsatz getrennt vom Einzeleinsatz zeigt (der Yankee kostet das Elffache vom Einzelnen), und ob es den Quotenabschlag des Anbieters kennt. Wer alle drei Antworten hat, hat mehr als das Gerät — er hat eine Reihenfolge.
Was am Ende an Ertrag steht
Ein Wettrechner ist eine Waage mit zwei Schalen. In die eine kommt der Einsatz, in die andere die Quote, und der Zeiger zeigt einen Betrag. Was er nicht zeigt, ist die Marge, die in diesem Zeiger steckt, die Steuer, die der Anbieter weitergeben darf, die Umsatzfrist, die den Bonus von der Auszahlung trennt, und die Gewinnchance, die über das Eintreten der Wette entscheidet. Ein guter Rechner zeigt sauber und geradlinig, was eintritt, wenn man gewinnt. Über alles andere schweigt er, und dieses Schweigen ist der erste Teil seiner Bedienungsanleitung.
Wer nun nach einer Rangfolge der zehn sucht, sucht an der falschen Stelle. Es gibt sie nicht, weil jeder der zehn Anbieter etwas anderes berechnet. Wer Steuerfreiheit zum Nennwert nimmt, findet das, was er sucht, an einer anderen Stelle.
$$text{Stand: 23.10.2026: Die Darstellung beruht auf den am 30. Oktober 2026 abgerufenen Quellen der Anbieter sowie auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.}$$
Häufige Fragen zum Wettrechner
Wie berechnet sich der Reingewinn einer Einzelwette aus Einsatz und Quote?
Der Reingewinn ist Einsatz × (Quote − 1), die Auszahlung Einsatz × Quote. Bei 10 € auf Quote 2,10 stehen 21 € Auszahlung und 11 € Gewinn, bei 10 € auf Quote 1,05 nur 10,50 € Auszahlung und 0,50 € Gewinn. Der Rechner sagt nichts darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Wette gewinnt.
Wie viele Einzelwetten stecken in Systemwetten wie Trixie, Yankee oder Lucky 15?
Ein Trixie enthält drei Auswahlen in vier Wetten, ein Yankee vier in elf, ein Lucky 15 vier in fünfzehn. Ein Heinz und die größeren Systeme steigern das entsprechend auf bis zu 247 Wettreihen bei einem Goliath. Der Gesamteinsatz ist immer ein Vielfaches des Einzeleinsatzes pro Wettreihe.
Wie lassen sich Dezimalquote, Bruchquote und US-Quote ineinander umrechnen?
Dezimal 5,50 entspricht der Bruchquote 9/2 und der US-Quote +450, Dezimal 1,40 der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250. Ein Minuszeichen vor der US-Quote bedeutet dabei keinen Verlust, sondern den Einsatz, der für 100 Einheiten Gewinn nötig ist.
Berücksichtigen Wettrechner die Sportwettensteuer von 5,3 %?
Der Bund erhebt 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz, vermindert um die Steuer selbst“ — rund 5,03 % des eingezahlten Betrags — und der Veranstalter schuldet sie, nicht der Wettende. Ob sie an den Kunden weitergegeben wird, entscheidet jeder Anbieter selbst. Ein Rechner muss das nicht kennen; er müsste aber wissen, ob er es soll.
Was leistet Dutching und wie verteilt ein Rechner dabei den Einsatz?
Dutching verteilt einen festen Gesamteinsatz auf mehrere Auswahlen desselben Marktes so, dass jede Auswahl dieselbe Rückzahlung bringt. Die Einsätze stehen im umgekehrten Verhältnis der Quoten. Eine Gewinngarantie entsteht dabei nicht — die Auszahlung ist bei jeder der getroffenen Auswahlen gleich hoch, die Summe trägt aber weiter die Marge des Marktes.
Woran lässt sich erkennen, dass ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat?
Nur an der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Dort muss die Domain unter einer Sportwetten-Erlaubnis stehen; eine .de-Adresse allein beweist nichts. Erlaubnisse aus Curaçao, Anjouan oder Malta haben für Wetten in Deutschland keine Bedeutung, auch wenn der Betreiber seinen Sitz in der EU hat.
Wettarten – Freiwette
Inhalt erstellt vom Team «Freiwette»
